(3) Erinnerungsorte: „Hörspuren" folgen
Angesichts unterschiedlicher Erinnerungsorte (Bild: Ulrichskreuz, Heiltumskammer, St. Ulrich u. Afra), Altersgruppen und Schularten sind die Exkursionen inhaltlich und in der Realisierung zu vielfältig, um detaillierte Unterrichtsschritte anzugeben, vielmehr eröffnet sich eine große Bandbreite für unterrichtliche Kreativität.
Doch kann ein religionsdidaktischer Rahmen, der sich an den formalen Kompetenzen der Lehrpläne orientiert (Kompetenzstrukturmodell), die konkreten jahrgangsstufenbezogenen Lernprozesse zum gewählten Schwerpunkt in einem Dreischritt grundlegen und eine schüleraktivierende Annäherung anbahnen:
- Historische Bedeutung des Erinnerungsortes erarbeiten (wahrnehmen und verstehen)
Die vorbereitende didaktische Aufgabe besteht darin, zusammen mit den Jugendlichen den gewählten Erinnerungsort nach den Ansätzen der Kirchenraumpädagogik zu thematisieren und zu elementarisieren. Auf dieser Basis nähert sich die Unterrichtsgruppe dem jeweiligen Lernort möglichst jugendorientiert, eigentätig und in breit gefächerter Aktivität an.
- Eigene Anfragen formulieren und heutige Bedeutung erschließen (urteilen und gestalten)
Die Lernenden setzen sich vom Erinnerungsort her damit auseinander, in welcher Weise Ulrich (ggf. zusammen mit Zeitgenossen) ein „Hörender“ war: wie er Lebenssituationen, deren Kontexte und die Welt im Lichte der christlichen Botschaft verstand und entsprechend handelte. Dies bietet den einzelnen Lernenden auch die Chance für das Überdenken und die Formulierung eigener Reaktionsweisen, Anfragen und Suchbewegungen.
- In Auseinandersetzung mit anderen treten (kommunizieren und teilhaben)
In variablen Formen ergeben sich unter thematischen, medialen und kreativen Gesichtspunkten viele Möglichkeiten der weiteren unterrichtlichen Kommunikation: Texte, Bilder, Dialoge und Szenen, Mediendateien (Audio, Video) … Zudem bietet sich das schulische Kommunikationsfeld an: Schulhomepage, Ausstellungen, Veranstaltungen.
Beispiel für unterrichtliche Realisierung:
Die folgende Skizzierung einer Exkursion zur Ulrichskrypta der Basilika St. Ulrich und Afra in Augsburg soll – strukturiert nach dem erläuterten Dreischritt – zur eigenen Gestaltung anregen.
Weitere Möglichkeiten, z. B.:
- Augsburg: Dom (u. a. Ulrichsstatue, Bischofsgalerie, Brunnenfiguren), Diözesanmuseum (Ausstellungen: „Das Ulrichskreuz“, 05.10.23-28.01.24, „ULRICH – genial sozial loyal“, 04.04.24-14.07.24), St. Gallus (Grabplatte d. Äbtissin Ellensind, Schwester Ulrichs)
- Wittislingen: Pfarrkirche St. Ulrich u. Martin (u. a. Grabplatte d. Thietburga, Mutter Ulrichs, wöchentliches „Ulrichsläuten“), ergänzend ggf. Dillingen: Ulrichsdenkmal
- Königsbrunn („Infopavillion 955“): Dauerausstellung (Dioramen) zur Lechfeldschlacht
- (ehem.) Klöster: Kempten: St.-Lorenz-Basilika, Benediktinerabtei Ottobeuren; div. Ulrichskirchen, u. a. Seeg/Allgäu: Rokokokirche mit Deckengemälde zur Lechfeldschlacht