Abendveranstaltung des Akademischen Forums am Dienstag, 24. September 2013 im Haus Sankt Ulrich
50 Jahre nach seiner Wahl zum Papst und 35 Jahre nach seinem Tod erinnerte das Akademische Forum mit einem Abendvortrag am Dienstag, 24. September 2013, im Haus Sankt Ulrich an Papst Paul VI., der heute wohl zu Unrecht in Vergessenheit geraten ist.Prof. Dr. Jörg Ernesti von der Phil.-Theol. Hochschule Brixen zeichnete in seinem Vortrag ein realistisches Bild dieses hoch gebildeten und diplomatisch gewandten Papstes.
Das Pontifikat Pauls VI. fällt in eine bewegte Zeit: Zunächst hatte er das unter seinem Vorgänger Johannes XXIII. begonnen Zweite Vatikanische Konzil abzuschließen, was ihm gelang und Anerkennung einbrachte. Er bereiste als erster Papst die Welt, baute Brücken zu Orthodoxie, Judentum und zum kommunistischen Osten und galt rasch durch seinen Einsatz für Evangelisierung, Frieden, Entwicklung und Gerechtigkeit als der erste moderne Papst.
Umso härter traf ihn das weltweit negative Echo auf sein Enzyklika „Humanae vitae“, in der er alle Mittel der künstlichen Empfängnisverhütung verbot. Innerkirchlich galt er in der Zeit des nachkonziliaren Aufbruchs den Konservativen als zu liberal, den Progressiven als zu reaktionär – ein Widerstreit, der ihn zermürbte, umso mehr als an seiner persönlichen Integrität nicht zu zweifeln ist.