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22.07.2013 18:00

Vortrag mit Prof. Hildegard König im Akademischen Forum
am 18. Juli 2013

Prof. Dr. Hildegard König: "Die sehr inhaltsreiche schriftstellerische Tätigkeit von Clemens von Alexandrien ist kaum ohne Bildungseinrichtung im Hintergrund zu denken. Clemens erscheint als Mitglied einer christlichen Schule."

WERBEN FÜR CHRISTUS IN ALEXANDRIEN

Weltmetropole des römischen Reiches, Umschlagplatz für Waren aus Ost und West, explosiver Schmelztiegel verschiedenster Religionen, Philosophien und Mentalitäten: das ist Alexandrien im 2. Jahrhundert. Und mitten drin eine christliche Gemeinde, die am kulturellen Leben dieser antiken Großstadt und ihren geistigen Traditionen regen Anteil nimmt − mit allen vorprogrammierten Spannungen nach innen und außen. Nicht anders als heute.

Hildegard König, Professorin für Kirchengeschichte an der Technischen Universität Dresden, zeigte in ihrem Vortrag auf, wie wir uns kirchliches Leben in einer antiken Großstadt vorstellen müssen. Anhand der antiken Quellen des Clemens von Alexandrien zeichnete sie ein lebendiges und zeitgenössisches Bild der Menschen zu jener Zeit und wie sich das noch junge Christentum den Fragen und dem Suchen der Menschen stellte. So ist Protreptikos eine Werbeschrift für dem Christentum Nahestehende, sich als Taufbewerber anzumelden. Im Pädagogos verfasste Clemens von Alexandrien ein Handbuch für Katecheten und Neugetaufte als Begleiter zu einem christlichen Leben. Stromateis ist eine umfangreiche Darlegung zahlreicher theologischer und philosophischer Themen. Als Missionsschrift richtet sie sich an Christen, Heiden, Juden und Häretiker.

Für Clemens von Alexandrien ist eines entscheidend: Kirche darf sich nicht auf ihrem internen sicheren Terrain bewegen, sonder muss die Öffentlichkeit suchen und auf Menschen zugehen: Unbekanntes entdecken und sich mit neuen Zeitgeistströmungen auseinander setzen. In jedem Fall ein aktueller Ansatz für christliche Gemeinden heute.

Prof. Dr. Adalbert Keller, Historiker und Leiter des Akademischen Forums moderierte das Gespräch mit Prof. Dr. Hildegard König