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Frauenwallfahrt

Den Friedensgeist Jesu in die Welt tragen

Das Wetter war ein Novum seit 13 Jahren und trotzdem trotzten rund 300 Frauen dem Regen, der mit Beginn der Wallfahrt um sechs Uhr vom Himmel prasselte. Mit Schirmen und Regenjacken ausgestattet, nutzten sie die stillen Stunden des Morgens, um Ihre Anliegen vor Gott zu tragen. Im Fußmarsch machten sie sich vom Dom aus zur Ulrichsbasilika, sangen und beteten, während die Ruhe der Stadt langsam der Lebendigkeit wich. Ein Gottesdienst mit Domvikar und Verbändereferent Dominik Zitzler umrahmte die Wallfahrt feierlich.   

Der Regen konnte der wohlgelaunten Stimmung unter den Frauen keinen Abbruch tun. (Fotos: Maria Rösch / pba)

Die Frauenwallfahrt stand heuer unter dem Leitwort „Geistvoll miteinander – für Frieden grenzenlos”. Sie rückte damit nicht nur das diesjährige Motto der Ulrichswoche, sondern auch das traditionelle Herzstück der Frauenwallfahrt, das Thema Frieden, in den Vordergrund.

Auch in der Predigt standen die beiden Worte „Geist“ und Frieden“ ganz im Mittelpunkt und wurden von Domvikar Dominik Zitzler und der geistlichen Beirätin des Frauenbunds, Claudia Chmiel, in ihrer Bedeutung für Kirche, Gesellschaft und die persönliche Lebensgestaltung ausgelegt. „Wir sind heute hier, weil wir uns neu begeistern lassen wollen in unserem Glauben und der Geistkraft Gottes in unserem Leben neu begegnen wollen“, betonte der Domvikar. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass in der Gesellschaft nicht immer ein guter Geist herrsche. Die geistliche Beirätin wies dabei auf die wachsende wirtschaftliche Ungleichheit, eine nachlassende Schöpfungsverantwortung oder den fehlenden Respekt vor dem menschlichen Gegenüber hin.   

„Es geht schnell, dass der gute Geist ausgelöscht wird, weil so viele andere Geister wichtig sind in unserer Welt und in unserem Leben“, sagte Pfarrer Zitzler und gab sogleich seine Definition eines guten Geistes wieder. „Als Christ überzeugt dafür eintreten, dass wir im Anderen Gott selber begegnen. Das ist der Grund und die Wurzel, die der Geist Jesu in unsere Herzen legen möchte.“ Die Kirche, aber auch der Frauenbund sei keine Behörde zum Selbstzweck, sondern der Kern unseres Glaubens sei das, was uns Jesus durch seine Worte und Taten vorgelebt habe. „Diese Geistkraft möchte in uns wirken und tätig werden. Der Geist ist der Beistand, der uns an die Haltung erinnert, die unser Leben prägt.

Für Christen gehe es schließlich darum, diesen Friedensgeist Jesu in die Gesellschaft und Politik zu tragen, führte Claudia Chmiel weiter aus. Mit Stichpunkten aus den Texten der Weltsynode erläuterte sie, wie dies im konkreten Miteinander aussehen könne. In Schlagworten wurden diese vor den Altar gelegt.

Am Ende der Messe segnete Pfarrer Dominik Zitzler die Ulrichsbrote, die in großen Körben vor dem Altar standen. Die „Doppelsemmeln“, die zum Teilen einladen sollen, gehen bereits auf die Ursprünge der Wallfahrt 1947 und ihrem Gebet um Frieden und Versöhnung zurück. Gegen eine Spende werden die Brote am Ende an die Frauen verteilt. Ein gemeinschaftliches Frühstück im Haus Sankt Ulrich schloss die Wallfahrt in geselliger Zusammenkunft ab.