Diözese Augsburg

Finanzen: Doppelhaushalt 2019/2020 beschlossen

10.04.2019 12:10

Der Diözesansteuerausschuss hat gestern Nachmittag den Doppelhaushalt für die Jahre 2019 und 2020 verabschiedet. Der Haushalt des Bistums Augsburg beläuft sich heuer auf 419,0 Mio. Euro, 2020 wird er 426,5 Mio. Euro betragen. „Die günstige konjunkturelle Situation in Deutschland, speziell in Bayerisch-Schwaben, hat in den letzten Jahren dafür gesorgt, dass das Kirchensteueraufkommen deutlich stärker gewachsen ist als geplant. Auf dieser erfreulichen Grundlage rechnen wir in diesem und im nächsten Jahr nochmals mit einer leichten Steigerung um jeweils 2 Prozent“, erläutert Finanzdirektor Dr. Klaus Donaubauer anlässlich der Präsentation des Haushalts. Erläuterungen und Kerndaten Interview mit Finanzdirektor.

Ausdrücklich dankt Finanzdirektor Dr. Donaubauer allen Gläubigen, die „durch ihre Kirchensteuer, durch Spenden sowie ihr ehrenamtliches Engagement auch weiterhin die Aufgabenerfüllung der Kirche von Augsburg im Dienst für Gott und die Menschen gewährleisten“. Es sei aber gerade angesichts eines hohen Personalstands und anspruchsvoller Investitionen ratsam, sich die „nachhaltige Leistungsfähigkeit bewusst zu machen“. Es gelte zu berücksichtigen, dass mangels ernstzunehmender Alternativen im vorliegenden Doppelhaushalt sämtliche Aufwendungen zu 87 Prozent aus den Kirchensteuereinnahmen finanziert werden.

Die Pfarreien werden im Doppelhaushalt besonders im Personal- und Baubereich deutlich gestärkt. So fließen mehr als die Hälfte des Kirchensteueraufkommens zurück in die Seelsorge vor Ort. Deutlich mehr Mittel werden mit jeweils 50 Mio. Euro für die Instandsetzung des umfangreichen Gebäudebestands der Pfarreien bereitgestellt.

Die Personalausgaben steigen stärker als in den Vorjahren, da neben den allgemeinen Tarifsteigerungen insbesondere im Bereich der Verwaltung eine hohe Zahl zusätzlicher Stellen geschaffen werde, erklärt Dr. Donaubauer. So wird die Zahl der Verwaltungsleiter in den Pfarreiengemeinschaften in den kommenden beiden Jahren um jeweils 15 zusätzliche Vollzeitstellen auf dann 52 erweitert. Auch für den Ausbau der IT und der Verwaltungsorganisation werden Stellen geschaffen. Erfreulicherweise soll die Zahl der Ausbildungsstellen bis zum Jahr 2020 schrittweise auf 33 erhöht werden.

Auch in der Seelsorge können zusätzliche Stellen für Gemeinde- und Pastoralreferenten/-innen eingeplant werden. Gemeinsam mit der Erzdiözese München und Freising finanziert das Bistum Augsburg seit 2014 den Bachelor-Studiengang Religionspädagogik und kirchliche Bildungsarbeit in Benediktbeuern, der sich inzwischen eines guten Zulaufs erfreut, so Donaubauer. Die Salesianer Don Boscos erhalten für die Sanierung des Südarkadentrakts des Klosters Benediktbeuern einen Betrag von 4 Mio. Euro zur langfristigen Sicherung und Stärkung des Standorts.

Auch die Caritas als ureigener Bereich kirchlichen Handelns bleibt im Blickfeld. So werden den zahlreichen Einrichtungen in der Mitgliedschaft des Diözesan-Caritasverbands in diesem Jahr 18,5 Mio. Euro (2020: 18,8 Mio. Euro) zur Verfügung gestellt. Dies betrifft neben dem Caritasverband insbesondere die Katholische Jugendfürsorge, den Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) und den Katholischen Verband für soziale Dienste (SKM). So sind für den Umbau und die Sanierung des vom SkF betriebenen Altenheims St. Afra weitere Investitionen in Höhe von 6,0 Mio. Euro vorgesehen; die Gesamtkosten belaufen sich bei dem Projekt auf 12,8 Mio. Euro. Um Männer, deren Leben von Obdachlosigkeit und anderen Schwierigkeiten geprägt ist, Perspektiven zu eröffnen, errichtet die Diözese derzeit in Augsburg-Lechhausen eine Wohnanlage mit 49 Appartements und zwei Wohnungen. Die Investitionskosten belaufen sich auf 7,5 Mio. Euro und werden in voller Höhe von der Diözese getragen.

Als weiteren Schwerpunkt, mit dem die Kirche auch öffentliche Haushalte im Bereich der Daseinsvorsorge entlastet, nennt Dr. Donaubauer die für die nahe Zukunft über den laufenden Betriebszuschuss (2019: 12 Mio. Euro) hinausgehende Förderung von Schulen des Schulwerks der Diözese Augsburg. „An den Standorten Donauwörth, Dillingen, St. Ottilien und Neu-Ulm werden in den nächsten fünf Jahren umfangreiche Neubaumaßnahmen in Höhe von knapp 80 Mio. Euro realisiert. Die Diözese wird hierzu einen Gesamtzuschuss von voraussichtlich rund 32 Mio. Euro leisten.“ Das Schulwerk betreibt als einer der größten privaten Träger in Deutschland 42 katholische Schulen mit etwa 19.000 Schülerinnen, Schülern und Studierenden. Auch für die etwa 430 kirchlichen Kindertageseinrichtungen im Bistumsgebiet würden nicht nur „erhebliche Finanzmittel zur Verfügung gestellt, sondern auch Amtshilfeleistungen durch die Stiftung KiTA-Zentrum St. Simpert gewährt“.

Der Doppelhaushalt umfasst erstmals jeweils ein Volumen von mehr als 400 Mio. Euro (2018: 394,4 Mio. Euro). Dadurch hätten sich laut Finanzdirektor zwar die Spielräume für die Seelsorge erhöht, die wirtschaftliche Situation der Diözese sei gefestigt. Allerdings gebe es neben der für die Kirchen ungünstigen demografischen Entwicklung, sinkenden Taufzahlen und hohen Kirchenaustrittszahlen auch Anzeichen für eine Verlangsamung dieses Wachstums. Hierauf müsse man sich rechtzeitig einstellen.