Monsignore BGR Horst Grimm verstorben
Der Ruhestandsgeistliche und langjährige Pfarrer von Jettingen Horst Grimm ist am Samstag, den 20. Juni, im Alter von 85 Jahren verstorben. Er wurde am 2. August 1940 im sudetendeutschen Ort Bergstatt/Platten geboren und am 20. Juni 1970 zum Priester geweiht. Bischof Bertram würdigt den Verstorbenen als einen Seelsorger, dessen Wirken Kreise gezogen habe.
Die Würdigung im Wortlaut: „Die Nachricht vom Tod des Pfarrers Horst Grimm erfüllt mich mit Schmerz und Trauer. Es war ein längerer Berufungsweg, bis Horst Grimm 1970 im Alter von dreißig Jahren die Priesterweihe empfing. Nach seiner Kaplanszeit hat er 36 Jahre lang in Jettingen als Pfarrer gewirkt, ehe er 2010 emeritiert wurde.“ Generationen habe Horst Grimm ins Glaubensleben eingeführt und sie auf ihrem Weg begleitet, so der Bischof. Auch über die Grenzen Jettingens hinaus habe sein Wirken Kreise gezogen: So habe er wiederholt das Amt des Dekans und die Aufgabe des Regionaldekans wahrgenommen. „Der Herr lohne ihm seinen fleißigen Hirtendienst.“
Ein Rückblick auf sein langes Leben: Horst Grimm wurde 1940, also während des Zweiten Weltkrieges, in Bergstatt/Platten geboren. Der heute in Tschechien gelegene Ort war zwei Jahre zuvor vom nationalsozialistisch regierten Deutschland annektiert worden und trägt heute den Namen Horní Blatná. Nach Flucht und Vertreibung wurden Mutter und Sohn 1946 in Kellmünz (Dekanat Neu-Ulm) sesshaft. Sein Vater war bereits 1941 im Krieg gefallen. In Kellmünz besuchte er die Volksschule und erlernte im Anschluss den Beruf des Handschuhmachers. In dieser Zeit wuchs in ihm der Wunsch, Priester zu werden. Ab 1961 besuchte er daher das Abendgymnasium in Neuss und holte so sein Abitur nach.
Kaplan, Pfarrer, Dekan, Regionaldekan und Monsignore: Grimms Wirken in der Kirche
1965 trat er schließlich ins Dillinger Priesterseminar ein und studierte Theologie und Philosophie an der dortigen Hochschule. Fünf Jahre später erhielt er mit 29 Jahren durch Bischof Dr. Josef Stimpfle das Sakrament der Priesterweihe und wurde Kaplan in der Augsburger Pfarrei St. Elisabeth. 1971 wurde ihm die Kaplanstelle in Oberstaufen anvertraut. Im Herbst 1974 beauftragte ihn der Bischof mit der Leitung der Pfarrei in Jettingen, die heute zur Pfarreiengemeinschaft Jettingen-Scheppach gehört. Es sollte seine Lebensaufgabe werden. Jettingen bekam in dieser Zeit ein Pfarrzentrum sowie ein neues Pfarrhaus, viele Kapellen und Bildstöcke wurden renoviert. Mit unterschiedlichen Gruppen unternahm er regelmäßige Wallfahrten; reiste unter anderem siebenmal ins Heilige Land.
Insgesamt 36 Jahre lang betreute er die Katholiken in Jettingen und Schönenberg, bis er im Jahr 2010 emeritiert wurde. Zwischenzeitlich übte er auch das Amt des Dekans des Dekanats Günzburg aus und war Regionaldekan von Neu-Ulm. Seit 1979 trug er den Titel eines Bischöflich Geistlichen Rates. 2006 erhob ihn der damalige Papst Benedikt XVI. zum päpstlichen Ehrenkaplan.
Aktiver Seelsorger bis ins hohe Alter
Im Ruhestand kehrte er in seine Heimatgemeinde Kellmünz in der PG Altenstadt a.d.I. zurück, der er über all die Jahre hinweg eng verbunden geblieben war. 2022 stiftete er der dortigen Kirche sogar einen neuen Altar, den Bischof Dr. Bertram Meier am 11. September weihte. 13 weitere Jahre brachte er sich dort in die Seelsorge ein, bis ihm gesundheitliche Beschwerden schwer zu schaffen machten. Bald war er auf einen Rollstuhl angewiesen. In dieser Phase war er besonders dankbar für die Unterstützung durch seine langjährige Pfarrhausfrau Elisabeth Weigl. Im Ruhestand konnte er außerdem verschiedene Jubiläen begehen: Im Juni 2020 jährte sich seine Priesterweihe zum 50. Mal. Im selben Jahr wurde er 80 Jahre alt. 2025 blickte er dankbar auf 55, bzw. 85 Jahre zurück.
Abschied von Monsignore Grimm
Am 20. Juni ist er schließlich im Alter von 85 Jahren im Krankenhaus von Weißenhorn verstorben. Für ihn möge sich nun das Wort Jesu erfüllen, das die Kirche tags darauf in der Liturgie des 12. Sonntages im Jahreskreis verkündete: „Jeder, der sich vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen.“ (Mt 10, 32)
Das Requiem für ihn findet am 29. Juni um 14 Uhr in der Pfarrkirche St. Martin in Kellmünz statt. Um 13.30 Uhr beginnt ebendort der Rosenkranz. Im Anschluss wird er im dortigen Priestergrab beigesetzt. Konzelebranten werden gebeten, violette Paramente mitzubringen. Ankleide im Pfarrheim Kellmünz (Kirchstraße 10).
Der Herr vergelte ihm seine treuen Dienste und schenke ihm die ewige Ruhe.
Wir bitten um das Gebet für den Verstorbenen.