Kirche hilft

Ukraine: Hilfe, Unterstützung, Kontakte

04.03.2022 15:34

„Unser caritatives Engagement ist angefragt. Öffnen wir Flüchtlingen unsere Herzen, Hände und Türen!“ Mit diesen Worten erneuert Bischof Bertram seinen Aufruf an alle Menschen guten Willens. Hier finden Sie nähere Informationen, wie und wo Sie den Menschen im Kriegsgebiet sowie den zahlreichen Geflüchteten in Deutschland und andernorts helfen können.

Essensausgabe für Bedürftige im ostukrainischen Rubischne (Fotos: Caritas International)

Bischof Bertram: „Was Papst Franziskus in einem Interview angemahnt hat, rufe ich allen in Erinnerung: ‚Die Kirche ist ein Feldlazarett nach einer Schlacht.‘ Wir müssen erst die Wunden heilen, dann können wir von dogmatischen und moralischen Dingen reden. Auch wir in Augsburg und Umgebung wollen Wunden verbinden helfen: Ich bitte um großzügige Spenden! Bei der Aufnahme von Flüchtlingen sind die kommunalen und staatlichen Stellen Kooperationspartner, auf die wir uns verlassen können.“ Wie kann ich, wie können wir helfen?

 

Der Flüchtlingsbeauftragte der Diözese Augsburg

Diakon Ralf Eger ist der diözesane Flüchtlingsbeauftragte und primäre Ansprechpartner für Fragen der Flüchtlingsunterstützung aller Art. Hier finden Sie Veranstaltungen und Aktuelles der Flüchtlingshilfe.

Diakon Ralf Eger

Diözesaner Flüchtlingsbeauftragter
Anschrift: 
Auf dem Kreuz 41, 86152 Augsburg
Telefon: 
Anschrift: 
Auf dem Kreuz 41, 86152 Augsburg
Telefon: 

  

Diözesaner Arbeitskreis Ukraine

Auf allen Ebenen beschäftigen sich sehr viele Frauen und Männer engagiert mit den Folgen des Krieges in der Ukraine und es läuft in den Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften sehr viel Gutes. Auf diözesaner Ebene arbeitet der AK Ukraine daran, Informationen zu bündeln und Anliegen an die richtigen Stellen weiterzugeben, die uns von staatlicher, diözesaner und territorialer Seite erreichen. Dem AK gehören an: Diakon Ralf Eger (Flüchtlingsbeauftragter), Raphael Gök (Flüchtlingsseelsorger/Caritas), Stefanie Hauke (Referentin für Gemeindecaritas im Seelsorgeamt), Josef Messmer (Seelsorger für Spätaussiedler und Migranten).

Es sind viele Menschen auf dem Weg zu uns und bereits angekommen. Da gibt es sicher den einen oder anderen Berührungspunkt – direkt oder indirekt. Darum hier einige Gedanken und Ideen, die hoffentlich Überlegungen vor Ort unterstützen können:

- Um mit den Menschen in Kontakt zu kommen, müssen wir selbst aktiv werden und nachfragen, wo und wer in unserer Nähe untergekommen ist. Da sind wir als Kirche bei den staatlichen Stellen nicht immer im Blickfeld. Hier ist das jeweilige Landratsamt oder die Kommune der richtige Ansprechpartner, um Auskunft zu geben oder Informationen weiterzugeben. Dennoch geben wir zu bedenken, dass nicht alle Geflüchteten auch registriert sind, aus den verschiedensten Gründen. Vielleicht kann hier Kirche einen Brücke schaffen. Eine gute Möglichkeit ist auch der Weg über die örtlichen Schulen, da die Kinder hier mittlerweile an vielen Orten in den so genannten Willkommensklassen sind. Vielleicht wäre dies eine Chance in Kontakt mit Geflüchteten vor Ort zu kommen. Vor allem, da die Kinder unter Umständen sogar als Gäste am Religionsunterricht teilnehmen könnten.

 - Wo es möglich ist, werden die Geflüchteten nicht in großen Sammelunterkünften untergebracht. Viele haben Verwandte und Bekannte in Deutschland, bei denen sie unterkommen können. Dennoch scheint es wichtig, dass es Räume gibt, in denen Begegnung möglich ist. Ganz ungezwungen, Platz und Zeit zu haben, damit Ukrainer untereinander Kontakte knüpfen und in Kontakt mit Deutschen kommen können. Vielleicht kann ein offener, regelmäßiger Treff in einem Pfarrheim mit oder ohne Verpflegung eine Chance sein, dass die Geflüchteten in Deutschland und in unseren Gemeinden Fuß fassen können.

- Spielenachmittage, Kaffeeklatsch, Teestube möchten wir in diesem Zusammenhang als Stichworte anführen. Hier könnte zwanglos ein Begegnungs- und Vernetzungsraum eröffnet werden, in dem auch der Bedarf an Hilfe und Unterstützung der Geflüchteten vor Ort erfasst werden kann. Daneben hören wir, dass ganz unkomplizierte und spontane gemeinsame Dinge wie ein Ausflug in den Zoo / Freizeitpark oder ein kulturelles Erlebnis, wie etwa ein Konzert, Theater und ähnliches für Geflüchtete wie auch für Helfende wertvolle Zeiten mit Abstand von Nöten und Sorgen sind.

- Viele Menschen beten zusammen in ihren Pfarreien um den Frieden. Ukrainer sind in der Regel orthodoxe Christen. Natürlich gibt es auch katholische und evangelische Christen, die in der Minderheit sind. Aus diesem Grund ist eine allgemeine Einladung zu allen Feiern im katholischen Ritus nicht angemessen, damit religiöse Gefühle nicht verletzt werden oder gar die Angst der Vereinnahmung und Mission aufkommt. Vielleicht gibt es aber die Möglichkeit, Räume für Gebet und Gottesdienst der jeweiligen Konfession zur Verfügung zu stellen. Hier könnten auch Absprachen auf ökumenischer Basis mit den anderen christlichen Gemeinschaften vor Ort angedacht werden.

- Ganz viele Menschen und Geschäfte sind gerne bereit, spontan und unkompliziert zu helfen, sobald sie darum gebeten werden. Wir wissen von Bäckern, Ärzten, Tierärzten und auch Geschäfte für Tierbedarf, die sich auf Nachfrage gerne engagieren – vielleicht ja auch bei Ihnen in der Nähe.

- Wer im Bereich Deutschkurse etwas anbieten kann und möchte, könnte sich Anregungen über diesen Link holen. Das Thannhauser Modell (aus unserer Region) hat sich schon in den letzten Jahren sehr bewährt.

 

Ukraine-Hotline Bayern

Der Landes-Caritasverband hat in Zusammenarbeit mit der bayerischen Staatsregierung und der Freien Wohlfahrtspflege Bayern die Ukraine-Hotline Bayern ins Leben gerufen.

Die Hotline soll erste Anlaufstelle sein für ukrainische Flüchtlinge, Familien und Verwandte von Ukrainerinnen und Ukrainern in Bayern und anderen Engagierten, die selbst helfen und helfen möchten.

Dort bekommen sie etwa Informationen über die richtigen Ansprechpartner und Institutionen in Bayern, z.B.

  • wenn sie Kontakt zu Ihnen nahestehenden Menschen verloren haben und diese suchen,
  • sie Informationen zur aktuellen Situation vor Ort (Ukraine oder Nachbarstaaten) benötigen,
  • sie nahestehenden Personen vor Ort in der Ukraine oder den Nachbarstaaten helfen möchten oder
  • sie vor Ort in Bayern Unterstützung leisten möchten (bspw. beim Erstkontakt mit Flüchtlingen, Dolmetschen, Bereitstellung von Wohnraum, etc.).

Die Ukraine-Hotline Bayern ist Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr und Samstag und Sonntag von 10 bis 14 Uhr zu erreichen:

Telefon: +49 (089) 54497199

E-Mail: kontakt@ukraine-hotline-bayern.de

Internet: www.ukraine-hilfe.bayern.de

 

Geld- und Sachspenden

Für die Menschen in der Ukraine und die Flüchtlinge in den benachbarten Ländern sind meist Geldspenden am sinnvollsten, da diese flexibel für den Bedarf vor Ort eingesetzt werden können. Verschiedene Organisationen sammeln hierfür Spenden, unter anderem:

Caritas International

Renovabis

Apostolische Exarchie für katholische Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien

Bischöflicher Hilfsfonds Eine Welt (für die Kirchen in der Ukraine, bitte Stichwort "Ukraine-Hilfe" als Verwendungszweck angeben)

Auch viele lokale Initiativen bitten um Geldspenden, auch für die Flüchtlinge hier vor Ort.

Bereits heute weisen wir darauf hin, dass die Kollekte am Gründonnerstag als Sonderkollekte für die Menschen in und aus der Ukraine erbeten wird.

Die Menschen, die aus der Ukraine fliehen, können oft kaum das Nötigste mitnehmen – und sind daher auch auf Sachspenden angewiesen. Manche Transporte erreichen auch die Menschen in der Ukraine selbst, wo viele lebensnotwendige Güter knapp geworden sind oder schlicht fehlen.

Am sinnvollsten ist es, sich bei den lokalen Initiativen zu erkundigen, was gerade gebraucht wird und wo diese Güter gesammelt werden. Fragen Sie bei der Caritas, SKM, Maltesern, Kolping, Ukraine-Hilfsverein nach, was benötigt wird.

 

 

Aufnahme von Flüchtlingen

Aktuell kommen noch nicht so viele Flüchtlinge aus der Ukraine im Bistum Augsburg an, aber es werden täglich mehr. So stellt sich die Frage zunehmend dringend, wo diese alle untergebracht und wie sie betreut werden können.

Zunächst sind hierfür die Städte und Gemeinden zuständig. Diese haben aus den „Hoch-Zeiten“ vergangener Flüchtlingswellen in der Regel gewisse freie Kapazitäten, die genutzt werden. Zugleich rufen sie aber auch die Bürger/-innen und weitere Einrichtungen auf, Räume zu melden, die für die Unterbringung von Flüchtlingen genutzt werden können. Leer stehende Räume, die sie für die Unterbringung von Flüchtlingen anbieten können und möchten, melden Sie daher bitte an die zuständigen Stellen in Ihrer Kommune oder Ihrem Landkreis. Bei der Frage, welche kirchliche Immobilie für Flüchtlinge, auch unter rechtlichen Aspekten, zur Verfügung gestellt werden kann, können sich Pfarreien auch an die Bischöfliche Finanzkammer, Stelle Immobilieninfrastruktur wenden.

Ein Dach über dem Kopf ist das eine. Aber es braucht auch Menschen, die Flüchtlingen direkt dabei helfen, die ersten Schritte in Deutschland zu gehen. Wir freuen uns, wenn sich bestehende Helferkreise für Flüchtlinge auch für die Neuankömmlinge aus der Ukraine engagieren – und sich neue Kreise gründen. Selbstverständlich ist auch hier eine Vernetzung mit anderen Initiativen vor Ort sinnvoll.

In einem Schreiben an die besetzten Pfarrämter, die ausländischen Missionen und die Ordensgemeinschaften im Bistum Augsburg hat Generalvikar Dr. Wolfgang Hacker zur Fürsorge für die Flüchtenden aus den ukrainischen Kriegsgebieten aufgerufen. Darin bittet er, die Pfarrgemeinderäte, Kirchenverwaltungen und besonders die in den Unterstützungskreisen ehrenamtlich Tätigen möglichst zeitnah davon in Kenntnis zu setzen.

Um Pfarreien in dieser Situation schnell und unbürokratisch unter die Arme zu greifen, stellt die Diözese deshalb für die notwendige Instandsetzung und den Betrieb von für Flüchtlinge bereitgestellte Häuser und Wohnungen im Eigentum von örtlichen Kirchenstiftungen Sondermittel in Höhe von 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Ein unkompliziertes Antragsverfahren erleichtere das Abrufen der finanziellen Mittel, so Generalvikar Dr. Hacker. Zusätzlich seien aus dem regulären Haushalt für Flüchtlingsprojekte bisher 155.000 EUR an 16 Projektpartner in der Ukraine und Rumänien ausgezahlt worden.

 

Beten für den Frieden

Die Solidarität mit den Menschen in der Ukraine ist gewaltig. Ein wichtiger Ausdruck davon ist eine grenzenüberwindende und konfessionsübergreifende Gebetsgemeinschaft. Der Fachbereich Liturgie stellt daher den Pfarreien, kirchlichen Einrichtungen und Gemeinschaften ab sofort Impulse und Anregungen für das Gebet um Frieden zur Verfügung.

 

Wo bekomme ich Hilfe?

Die Bilder und Nachrichten aus der Ukraine erschüttern uns alle sehr. Für ältere Menschen wecken sie eigene Kriegserinnerungen. Kinder bekommen vieles mit, ohne die Nachrichten wirklich verstehen und einordnen zu können. Andere haben persönliche Beziehungen in die Ukraine oder sind schlicht existenziell von den Nachrichten betroffen. Selbstverständlich ist Kirche für Sie alle da, die Seelsorgerinnen und Seelsorger vor Ort in den Gemeinden. Darüber hinaus können Sie sich auch wenden an:

Ökumenische Telefonseelsorge: 0800 111 0 111 und 0800 111 0 222

Psychologische Beratungsstelle für Ehe-, Familien- und Lebensfragen 

Notfallseelsorge des Bistums Augsburg (hier gibt es auch Broschüren um Thema "Umgang mit der Angst" und "wie soll man mit Kindern über Krieg sprechen?")