Akademisches Forum

Diözesanmuseum St. Afra zeigt Gerhard Richters „Zyklus Birkenau“

09.01.2020 12:04

Die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau jährt sich am 27. Januar zum 75. Mal. Zu diesem Anlass setzt das Akademische Forum im Bistum Augsburg mit der Sonderausstellung „Zyklus Birkenau“ von Gerhard Richter im Diözesanmuseum St. Afra, einem Studiennachmittag mit der Religionsphilosophin Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz und einer Finissage besondere Denkanstöße zur Erinnerung an diese Zeit. Die Ausstellung ist seit heute bis zum 2. Februar zu besichtigen.

In einer Vitrine sind die vier Bilder über den systematischen Massenmord zu sehen, die den Ausgangspunkt für Gerhard Richters Zyklus Birkenau darstellten. (Fotos: Nicolas Schnall / pba)

Prof. Dr. Gerda Riedl, Leiterin der Hauptabteilung VI Grundsatzfragen: Glaube und Lehre – Hochschule – Gottesdienst und Liturgie, und Markus Schütz, Leiter des Akademischen Forums, führten nun vor Medienvertretern in die Ausstellung ein und gaben Einblicke in das Begleitprogramm. Vier im August 1944 von einem unbekannten Häftling in Auschwitz-Birkenau aufgenommene Negative über den systematischen Massenmord bilden den Ausgangspunkt für den 2014 entstandenen Zyklus Birkenau des renommierten zeitgenössischen Künstlers Gerhard Richter. Dank einer Leihgabe aus der Privatsammlung im Gerhard Richter Archiv, Staatliche Kunstsammlungen Dresden, kann dieser Zyklus in der eigens vom Künstler veranlassten Fotofassung auf Alucobond seit heute in Augsburg betrachtet werden.

Der nach sechsjähriger Auseinandersetzung fertig gestellte Zyklus war das Ergebnis eines intensiven Ringens um den angemessenen Umgang mit dem zutiefst Abgründigen: Richter arbeitete unbeirrt am Unausdrücklichen, erstellte Zeichnungen, Studien, Gemälde und verwandelte schließlich Darstellungsräume in Empfindungsräume: Trauer und Trauma, Schmerz und Scham sind ihnen eingegraben. Seine künstlerische Reflexion führt ihn vom Abbild zum Abstraktum. Dabei unterstreicht die ungewohnte Beschränkung auf die zwei Farben Grün und Rot und die beiden Nichtfarben Weiß und Schwarz die Radikalität der Bildwirkung. Bemerkenswerterweise hat Gerhard Richter sich entschieden, die 200 x 260 cm großen Ölgemälde unmittelbar nach ihrer Fertigstellung digital duplizieren zulassen. Das Duplikat wird jedoch auf Wunsch des Künstlers fragmentiert in vier Teilen pro Bild angefertigt.

Folgendes Begleitprogramm soll Möglichkeiten zum kontrovers diskutierten Versuch eröffnen, den Holocaust künstlerisch darzustellen und darüber in angemessener Weise zu sprechen:

Sonntag, 12. Januar 2020, 15 Uhr, Diözesanmuseum St. Afra: Führung mit Ernst Weidl durch die Sonderausstellung zum Birkenau-Zyklus von Gerhard Richter - Hintergründe und Entstehungsumstände

Freitag, 24. Januar 2020, 15.30 Uhr, Haus St. Ulrich, Augsburg:  Studiennachmittag „Verzeihung des Unverzeihlichen?“ Zornige, traurige, nachdenkliche Stimmen zum Holocaust mit Prof. Dr. Dr. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz. Die durch das Akademische Forum organisierte Veranstaltung  steht in engem Zusammenhang mit der Sonderausstellung.

Sonntag, 26. Januar 2020, 15 Uhr, Diözesanmuseum St. Afra: Finissage mit Diözesanadministrator Prälat Dr. Bertram Meier; musikalische Gestaltung durch Nikola David, Kantor der Liberalen Jüdischen Gemeinde Beth Schalom.

Die Sonderausstellung „Birkenau Zyklus“ von Gerhard Richter ist vom 9. Januar bis 2. Februar 2020 im Diözesanmuseum St. Afra zu sehen.

 

 

 

Diözesanmuseum St. Afra

Kornhausgasse 3–5

86152 Augsburg

Telefon 0821 3166–8833

Telefax 0821 3166–8839

www.museum-st-afra.de

museum.st.afra@bistum-augsburg.de

 

Öffnungszeiten

Dienstag – Samstag 10–17 Uhr

Sonntag 12–18 Uhr

 

Eintrittspreise

Erwachsene: 5 Euro

Ermäßigt: 4 Euro

Familienkarte: 8 Euro

 

Vereinbaren Sie Ihre Führung für Gruppen und Schulklassen:

E-Mail: museum.st.afra@bistum-augsburg.de oder telefonisch unter 0821 3166-8831