Interreligiöser Dialog

Bischof Bertram: „Miteinander den Alltag teilen, gemeinsam die Gesellschaft gestalten“

17.11.2020 11:30

Bonn/Augsburg (DBK/pba). Im Rahmen einer virtuellen Dialogwerkstatt ist Bischof Dr. Bertram Meier heute mit Vertretern der Kirchen und Religionsgemeinschaften sowie Praktikern des interreligiösen Dialogs in Deutschland zusammengekommen. Die von der Eugen-Biser-Stiftung in Zusammenarbeit mit der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung organisierte Veranstaltung widmete sich dem „Beitrag von Dialogbeauftragten der Religionsgemeinschaften und Vertretern gemischtkonfessioneller Dialogprojekte für ein gelingendes Zusammenleben“. Seit der Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz im September 2020 ist Bischof Bertram neuer Vorsitzender der Unterkommission für den Interreligiösen Dialog.

Bischof Bertram nahm heute vor seinem Bildschirm an der Videokonferenz der virtuellen Dialogwerkstatt teil. (Screenshot: pba)

Im Zentrum der Online-Veranstaltung stand der Austausch über Best-Practice-Beispiele der interreligiösen Dialogarbeit, darunter das von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) zusammen mit jüdischen und muslimischen Partnern initiierte Projekt „Weißt du, wer ich bin?“ und die Drei-Religionen-Schule im Bistum Osnabrück.

Bischof Bertram betonte bei einer Podiumsdiskussion zum Beitrag des interreligiösen Dialogs für den gesellschaftlichen Zusammenhalt die gemeinsame Verantwortung der Religionsgemeinschaften „für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung“. Dies sei „in Zeiten, in denen Religion für Ausgrenzung und Spaltung, ja sogar für Krieg und Terror instrumentalisiert wird“ wichtiger denn je. Letztlich gehe es um die Sorge für „unser gemeinsames Haus“, wie er in Anlehnung an Papst Franziskus ausführte. Der Bischof hob die Voraussetzungen für ein gelingendes Miteinander hervor: „Ein aufrichtiger Dialog zeichnet sich durch das Selbst-Bewusstsein der Gesprächspartner ebenso aus wie durch die Bereitschaft, auch eigene Schwächen und Lernerfahrungen zu reflektieren und ins Wort zu bringen.“ Er würdigte die gesellschaftliche Relevanz der vielen lokalen Dialog-Initiativen in Deutschland. An ihrem Engagement lasse sich ablesen, dass der interreligiöse Dialog dann erfolgreich verlaufe, „wenn Menschen unterschiedlicher Religionen auf ganz selbstverständliche Weise miteinander sprechen, miteinander den Alltag teilen und gemeinsam die Gesellschaft gestalten“.

An der Podiumsdiskussion nahmen neben Bischof Bertram Meier Staatsministerin Annette Widmann-Mauz MdB (Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration), Bischöfin Kirsten Fehrs (Mitglied des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland), Burhan Kesici (Sprecher des Koordinationsrats der Muslime) und Abraham Lehrer (Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland) teil.

Hinweise:

Das Statement von Bischof Dr. Bertram Meier im Wortlaut

Im Nachgang der Veranstaltung wird die Eugen-Biser-Stiftung eine Broschüre mit den Statements aller Diskutanten veröffentlichen. Weitere Informationen sind verfügbar unter www.eugen-biser-stiftung.de.