Öffentliche Kunst

Matinee zur Vorstellung der Glasarche

05.07.2021 15:43

In einer Veranstaltung am Domvorplatz haben Bischof Dr. Bertram Meier und die Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber das Kunstwerk der „Glasarche“ vorgestellt. Bischof Bertram deutete das Objekt im Sinne einer ambivalenten Beziehung zwischen Mensch und Natur.

Die Wertacher Alphornbläser neben der Glasarche am Domvorplatz (Fotos: Julian Schmidt / pba)

Fast täglich komme er an der Glasarche vorbei, und beinahe jedes Mal sehe er „Menschen sinnend daran vorübergehen oder still davor verharren“, so der Bischof in seiner Ansprache zur Matinee. Die Kombination aus dem Naturwerkstoff Eichenholz und dem unter hohen Temperaturen herzustellenden Kulturprodukt Glas deute auf die ambivalente Rolle des Menschen hin: „Teil der Natur zu sein und ihr zugleich entwachsen.“ Die Glasarche könne dabei Anregungen liefern zu Gedanken darüber, wie diese Doppelrolle überbrückt werden könne, sagte er und zitierte Adalbert Stifter. „Wir wollen das sanfte Gesetz zu erblicken suchen, wodurch das menschliche Geschlecht geleitet wird.“ Als Christ deute er dies als das sanfte Gesetz des Heiligen Geistes: „füreinander immer, miteinander immer öfter, nebeneinander immer seltener und gegeneinander nie mehr.“

Bischof Bertram mit der Augsburger Oberbürgermeisterin Eva Weber

Auch Oberbürgermeisterin Weber sah in der Glasarche ein besonders eindrückliches Beispiel zeitgenössischer Kunst im öffentlichen Raum. Unwillkürlich stelle man sich bei ihrem Anblick die Frage, was das sei, was es bedeute und zuletzt: „Hat das was mit mir zu tun?“ Das gläserne Boot könne als Symbol für die Fragilität, aber auch Diversität der Schöpfung gedeutet werden. Auch in der Augsburger Region mache sich der Klimawandel immer mehr bemerkbar – insofern könne die Hand der Glasarche als die Hand der öffentlichen Verwaltung gesehen werden, die Verantwortung für die Schöpfung trage. Sie sei aber auch die Hand aller Menschen: „Wir alle können eine ganze Menge tun!“

Die Matinee wurde musikalisch begleitet von den Wertacher Alphornbläsern sowie den Augsburger Domsingknaben. Zudem las der Schauspieler am Augsburger Staatstheater Klaus Müller aus dem Werkfragment „Klima“ des Schweizer Schriftstellers Max Frisch vor. Die Glasarche steht seit 23. Juni auf dem Domvorplatz und wird dort bis zum Hohen Friedensfest Anfang August verbleiben.