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Konversion/Rekonziliation

Kann mein Kind einfach in die römisch-katholische Kirche konvertieren, wenn ich das will?

Es kommt immer wieder vor, dass Eltern, die selbst nicht römisch-katholisch sind, darum bitten, dass ihr Kind in die römisch-katholische Kirche konvertieren darf. Hierzu ist zu sagen, dass eine Konversion, auch wenn beide Elternteile nicht römisch-katholisch sind, möglich ist, vorausgesetzt, dass die katholische Erziehung des Kindes gesichert wird. Dies kann bzw. muss geschehen durch einen katholischen Paten oder eine andere Person, die fest im Familienverband des Kindes verwurzelt ist oder lebt und bereit und in der Lage ist, diese Aufgabe der Erziehung im katholischen Glauben zu übernehmen (z.B. Pflegeeltern, im Haus wohnende Großeltern).

Natürlich sind in einem solchen Fall auch die Motive der Bitte um Konversion zu hinterfragen. Warum wollen beispielsweise Eltern, bei denen ein Teil evangelisch-freikirchlich, der andere Mormone ist, dass ihr Kind Glied der katholischen Kirche wird? In den katechetischen Gesprächen, die vor einer Konversion mit einem Verantwortlichen stattfinden, soll das auf jeden Fall angesprochen werden.

Sind die Eltern des Kindes getrennt und möchte ein Elternteil nicht, dass das Kind konvertiert, dann darf die Konversion nicht vorgenommen werden, bzw. benötigt der andere Elternteil einen positiven Beschluss des Familiengerichtes bezüglich des Religionsbestimmungsrechts des Kindes (§§ 1626a, 1628 BGB). 

 

Kann ein orthodoxer bzw. orientalischer Christ einfach in die römisch-katholische Kirche konvertieren?

Die orthodoxen bzw. orientalischen Kirchen sind Kirchen, deren Struktur äußerst komplex und eng mit dem Land ihrer jeweiligen Entstehung verbunden sind. Aus diesem Grund haben sich im Laufe der Zeit viele unterschiedliche orthodoxe bzw. orientalische "Rituskirchen" herausgebildet (z.B. syrisch-orthodox, rumänisch-orthodox, georgisch-orthodox, russisch-orthodox usw.). Will ein orthodoxer bzw. orientalischer Christ in die römisch-katholische Kirche konvertieren, dann bestünden hierzu zwei Möglichkeiten:

 

  1. Konvertiert der orthodoxe bzw. orientalische Christ "einfach", wird er automatisch dem katholischen Pendant seiner Rituskirche zugeschrieben (z.B. syrisch-orthodox --> syrisch-katholisch)
  2. Der orthodoxe bzw. orientalische Christ kann ein Gesuch an den Bischof von Augsburg formulieren, in dem er darum bittet, in die römisch-katholische Kirche (= Lateinische Ritusfamilie) aufgenommen zu werden und seine Gründe darlegen, warum er dies will (z.B. weil er eine neue geistige Heimat in seiner römisch-katholischen Ortskirche gefunden hat). Das Gesuch, ein entsprechender Taufnachweis des Betreffenden sowie ein gesondertes Votum des Bischofs werden anschließend nach Rom an das Dikasterium für die orientalischen Kirchen gesandt, die für die Konversion eine entsprechende Erlaubnis geben kann.

 

Diese Unterscheidung und die Anfrage an das Dikasterium für die orientalischen Kirchen trägt der Würde und dem Respekt der römisch-katholischen Kirche vor den orthodoxen bzw. orientalischen Kirchen Rechnung. Häufig sind die orthodoxen bzw. orientalischen Kirchen um vieles kleiner als die römisch-katholische Kirche. Ihnen sollen nicht einfach die Gläubigen abspenstig gemacht werden.