„In Gott ist meine Stärke“
Liebe Ministrantinnen und Ministranten, liebe Schwestern und Brüder, mancano solo cinque settimane a partire da oggi. Poi siamo partiti insieme verso la città eterna, Roma, per celebrare una grande festa insieme a Papa Francesco e migliaia di chierichetti provenienti da tutto il mondo.
Wer errät, was das für eine Sprache war? [Minis fragen] Natürlich: Italienisch! Gibt es jemanden unter euch, der womöglich sogar etwas verstanden hat von dem, was ich gerade gesagt habe? [evtl. Minis fragen] Voller Freude habe ich verkündet: „Von heute an sind es nur noch fünf Wochen. Dann brechen wir gemeinsam auf in die Ewige Stadt, nach Rom, um zusammen mit Papst Franziskus und Tausenden von Ministranten aus der ganzen Welt ein großes Fest zu feiern.” Ich freue mich riesig, dass so viele von euch mitfahren; über 3000 Ministrantinnen und Ministranten allein aus dem Bistum Augsburg. Die Internationale Ministrantenwallfahrt ist eines der ganz großen „Highlights“ in diesem Jahr, bei dem ihr mit vielen Jugendlichen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern zusammenkommt, miteinander feiern und Verbundenheit erleben könnt. Zugleich ist es, wie ihr wisst, eine Wallfahrt, also eine Reise, die wir aus dem christlichen Glauben heraus unternehmen, und die das Grab des heiligen Petrus, des ersten Papstes, zum Ziel hat. Dadurch wird auch unsere Verbindung mit Rom und der Weltkirche deutlich. Ihr habt ja sicher schon das offizielle Logo der Wallfahrt gesehen: Zwei Schlüssel, als traditionelles Symbol für das Papsttum, und als Anhänger der Petersdom sowie das Wallfahrtsmotto „Mit dir“.
Das ist das Stichwort, denn Papst Franziskus freut sich bereits sehr auf unseren Besuch. Der Heilige Vater betont immer wieder, dass ihr als Ministrantinnen und Ministranten nicht nur einen wertvollen Dienst in der Liturgie verrichtet, sondern auch Vorbilder für andere seid. Deshalb meine Bitte: Habt keine Angst, euch hinzustellen und zu sagen: Ja, ich mache mit! Ministrieren ist etwas Schönes, weil ich Gott bei jeder Andacht und besonders in der heiligen Messe ganz nahe sein kann. Darüber hinaus ist Kirche aber nicht nur Gottesdienst. So hoffe ich, dass ihr euch als Ministrantinnen und Ministranten auch sonst immer mal wieder in der Gemeinde trefft, um miteinander zu spielen und etwas zu unternehmen.
Wenn ich euch heute als Pilgerinnen und Pilger zu dieser Mini-Wallfahrt nach Rom aussende, wünsche ich euch genau das: Freude am Glauben und an der Gemeinschaft. Bis es soweit ist, dass wir aufbrechen, möchte ich euch für die kommenden Wochen noch einen Gedanken mitgeben, der mir beim Lesen der heutigen Tagestexte kam, und über den ihr in einer der nächsten Ministranten-Stunden oder einfach mal im Freundeskreis miteinander sprechen könnt. Es geht um die Frage: Was ist Stärke?
Ich könnte euch ja einfach mal spontan fragen. Wie würdet ihr denn antworten auf diese Frage: Was ist Stärke? [Antworten der Minis]
Vielleicht fühlen sich einige von euch stark, weil sie viel Sport machen und Muskeln haben. Andere haben womöglich gute Noten in der Schule, sind clever und sehen ihre Stärke darin, Dinge mit dem Kopf lösen zu können. Was aber ist nach unserem christlichen Glauben die entscheidende und wahre Stärke eines Menschen?
Wir haben vorhin zwei Lesungen gehört, eine aus dem Alten Testament und eine aus dem Neuen. Bei beiden Texten spielt das Thema „Stärke“ eine Rolle. Zunächst schreibt der Prophet Jesaja von einem Gottesknecht, der eines Tages zum „Licht der Nationen“ wird, dessen „Heil bis an das Ende der Erde“ (Jes 49,6) reicht. Wir deuten dies heute so, dass damit das Kommen von Jesus Christus als dem Retter der Welt vorhergesagt wird. Bei der zweiten Lesung aus dem Lukas-Evangelium haben wir von Johannes dem Täufer und seiner Geburt gehört. Er war ein Verwandter von Jesus, der später als Erwachsener in der Wüste lebte. Mit lauter Stimme rief er die Menschen auf, ihr Leben zu ändern und sich auf die Ankunft des Messias vorzubereiten. Dieser Johannes wird es sein, dem Jesus eines Tages den Auftrag gibt, ihn zu taufen, und von dem er sagen wird, dass es keinen größeren unter den Menschen gibt (vgl. Lk 7,28). Beide Lesungen verbindet etwas, nämlich, dass sie an einer bestimmten Stelle eine Antwort auf die Frage geben, worin wahre Stärke liegt. Wer hat aufgepasst und kann sich erinnern? [Minis fragen]
Die Antwortet lautet: In Gott! „Mein Gott war meine Stärke“ (Jes 49,5), heißt es bei Jesaja. Und über Johannes wird gesagt, dass die „Hand des Herrn mit ihm“ (Lk 1,66) war und er „stark im Geist“ (Lk 1,80), also in seiner Beziehung zu Gott, wurde.
Für uns heißt das: Wirklich stark sind wir nicht durch unsere Fähigkeiten oder etwas, das wir lernen oder trainieren können. Die größte Stärke kommt von Gott und wir können sie in uns spüren, wenn wir uns IHM öffnen! Es ist demnach nicht entscheidend, wie wir aussehen oder was wir zu leisten imstande sind. Gott liebt jeden von uns und will uns innerlich stark machen. Denkt an Jesus und an Johannes: Beide mussten in ihrem Leben vieles erleiden, doch konnten sie alles ertragen, weil sie in ihrem Inneren wussten, dass Gott bei ihnen ist. Also brauchen auch wir vor nichts und niemandem Angst zu haben, wenn wir uns immer wieder bewusstmachen und daran glauben, dass Gott mit seinem Geist in uns wohn. „Mit dir“ ist darum ein gut gewähltes Motto dieser Mini-Wallfahrt. Denn Gott will uns allen sagen, dass er mit uns durchs Leben geht und gerade in schwierigen Phasen an unserer Seite ist. Erinnert euch daran, wenn ihr das nächste Mal Furcht vor etwas habt.
„Mit dir“ können wir aber auch mit Blick auf unsere Kirche sagen. Vielleicht habt ihr als Ministrantinnen und Ministranten manchmal das Gefühl, ihr seid unter den Jugendlichen eine Minderheit und einige eurer Mitschüler können gar nicht verstehen, warum ihr das eigentlich macht. Spätestens in Rom werdet ihr sehen: Ihr seid bei weitem nicht allein! Es gibt weltweit viele Tausende junge Menschen, die - genau wie ihr - Freude an diesem Dienst haben und einen Sinn darin sehen, einen Teil ihrer Freizeit dafür zu nutzen, ganz bei Gott zu sein und sich in der Gemeinde zu engagieren.
Darum will ich euch am Ende meiner Predigt bestärken: Bleibt dabei! Ich kenne etliche Erwachsene, die sagen, dass sie als Ministrantinnen und Ministranten vieles für ihr Leben mitgenommen und gute Erfahrungen gemacht haben. Manche haben dadurch sogar ihre Berufung gefunden und arbeiten heute an verschiedenen Stellen innerhalb der Kirche. Andere haben etwas über unseren Glauben und christliche Werte gelernt, die wir so dringend brauchen in unserer Gesellschaft. Wieder andere hatten einfach nur Spaß; es sind Freundschaften gewachsen, die noch heute bestehen. Was auch immer aus dieser Zeit bleibt, ich wünsche euch, dass ihr Gott ein Stück näherkommt und SEINE Stärke in euch spüren könnt. Nicht zuletzt möchte ich euch von ganzem Herzen für euren Dienst danken und zum Schluss zurufen: Freuen wir uns alle auf eine wunderbare Mini-Wallfahrt in wenigen Wochen! Mögen die heiligen Engel, die wir hier in Landsberg in besonderer Weise verehren, uns auf unserer Reise mit ihrem Schutz begleiten und sicher ans Ziel bringen! Wir sehen uns in Rom!
Oder wie es auf Italienisch heißt: Aspettiamo tutti con ansia un meraviglioso pellegrinaggio dei chierichetti tra poche settimane! Possano i santi angeli, che veneriamo in modo speciale qui a Landsberg, accompagnarci durante il nostro viaggio con la loro protezione e portarci sani e salvi alla nostra meta! Ci vediamo a Roma!