KI – die Kehrseite
Spätestens seit der Veröffentlichung von Chat GPT 3.5 im November 2022 ist künstliche Intelligenz einer breiten Nutzendengruppe zugänglich aus dem Alltag bereits nicht mehr wegzudenken
Generative Trainingsmodelle sind sehr leistungsfähig und steigern sich stetig. Sie werden genutzt um Daten Auszuwerten´, Bilder und Musik zu kreieren, Informationen zu beschaffen und zu sortieren, um (neue) Texte zu erstellen oder bestehende zusammenzufassen und unzählige Dinge mehr.
Wie so oft hat aber alles seinen Preis und an dieser Stelle soll ein kritischer Blick auf die Entwicklung und Nutzung künstlicher Intelligenz geworfen werden.
Datenmodelle, die jeder KI zugrunde liegen, müssen trainiert werden, Datensätze vorbereitet und z.B. „verstörende“ Inhalte aussortiert werden. Aller KI zum trotz ist dabei, zumindest am Anfang, der Mensch gefordert. Er oder sie kontrolliert die Daten und filtert aus, was nicht gewünscht ist. Dabei geht es unter anderem um auch um Kindesmissbrauch, Vergewaltigungen, Mord und Enthauptungen. Will man ein AI-Modell haben, das derartige Dinge nicht reproduziert, muss vorher entsprechend die Datengrundlage davon bereinigt werden. Das ist grundsätzlich gut und richtig – es kommt nur darauf an, wo und unter welchen Umständen Beschäftigte dieser Arbeit der Datenbereinigung nachgehen.
In nicht unerheblichen Umfang werden diese Tätigkeiten an Arbeitende im globalen Süden, z. B. Kenia ausgelagert. Das Lohnniveau ist sehr niedrig, es gibt viele Menschen, die Arbeit brauchen und die Rechte der Arbeitenden sind weniger stark ausgeprägt als z. B. in Westeuropa.
Wird der Fortschritt durch generative KI also auf dem Rücken derer ermöglicht, die sich nicht gut wehren können? Nicht nur – aber wieder einmal sicher auch.
Bei aller Begeisterung für die Möglichkeiten, die KJ-Systeme in vielfältiger und positiver Weise mit sich bringen, sollte doch jeder und jede auch über die Voraussetzungen nachdenken, unter der dieser Fortschritt erreicht.
Wieder einmal kommt die Diskussion über etwaige ethische Probleme aber erst hinterher.
Texte/Quellen/Links:
FRANKFURTER RUNDSCHAU: Traumata für einen Hungerlohn
DER SPIEGEL: Remote Work statt Migration?
TAGESSCHAU: Wie Klickarbeiter in Kenia ausgebeutet werden
Norbert Harner, Referent f. Medienpädagogik