Mastodon

Diakonentag im Begegnungszentrum Ottmaring

20.04.2016 15:50

100 Diakone und ihre Ehefrauen haben sich am vergangenen Samstag im Ökumenischen Begegnungszentrum in Ottmaring zum jährlichen Diakonentag getroffen. Nach der Begrüßung durch Diözesansprecher Diakon Christian Wild gab Dr. Arno Zahlauer, Direktor des Geistlichen Zentrums St. Peter (Erzdiözese Freiburg), unter dem Thema „Freiheit zum Dienst“ Impulse zu einer diakonalen Spiritualität. Domkapitular Peter C. Manz, Bischöflicher Beauftragter für den Ständigen Diakonat, plädierte dafür, das Profil des Diakons genau unter die Lupe zu nehmen. Seit Jahren veränderten sich die Berufsbilder der pastoralen Dienste, deshalb müsse auch das Profil des Diakons neu akzentuiert werden.

Bei einem österlichen Abendlob in der Kapelle des Begegnungszentrums endete der Diakonentag. (Fotos: Stefan Reichhart)

Dr. Zahlauer stellte anhand der Eröffnung der Liturgie heraus, was sich verändert, wenn der Mensch zu glauben beginnt:

„Herr, erbarme dich“ - Es gehe um eine existentielle Ehrlichkeit, ohne die Glauben nicht gehen kann, die Konfrontation mit dem eigenen Leben, mit der eigenen Erbärmlichkeit. Weil ich an Gott glaube, muss ich die Wirklichkeit nicht schön reden. Diakone gäbe es nur, weil sich die frühen christlichen gemeinden der Erbärmlichkeit gestellt haben und sie zu Anwälten der Erbärmlichkeit wurden. Der Diakon sei also nicht „Vize-Gemeindeleiter“, sondern er müsse stören! Weil ich an Gott glaube, bin ich frei für den Dienst.

„Kyrie eleison“ - Christsein geht nicht ohne Entschiedenheit, ohne Eindeutigkeit. Wer ist für mich der Kyrios, der Herr? Vieles kommt auf uns zu, das Macht ausübt. Wem geben die Menschen, wem die Diakone Macht? Oft ist es ein Erschrecken, wem ich Macht über mich gebe!

„Adonai rachem“ - es erinnert an das hebräische Wort „rahamin “ für Mutterschoß, Erbarmen, Zärtlichkeit. Diakone müssten Anwälte des Konkreten sein! Das Charisma des Diakons: Den Charme des zärtlichen Gottes darzustellen und zu vermitteln.

Nach dem Mittagessen, das ganz im Zeichen der Begegnung stand, stellen Mitglieder des Ökumenischen Begegnungszentrum Ottmaring die Idee der Lebensgemeinschaft und ihr geistliches Leben vor. Anschließend besprachen die Diakone mit Personalreferent Karl Wolf verschiedene Standes- und Berufsfragen. Zudem wurden einige Neuordnungen vorgestellt. Auch die Ehefrauen tauschten sich in einer eigenen Begegnungsrunde aus.

Nach der Einladung zum nächsten Diakonentag in Mindelheim am Samstag, 1. April 2017, schloss der Diakonentag mit einem österlichen Abendlob in der Kapelle des Begegnungszentrums.