KLOSTERLEBEN UND TRADITION – KLOSTERKULTUR UND INNOVATION
Wie ein neues Museum ein altes Kloster zum Erlebnis macht - Tagung in Zusammenarbeit mit der „Ottobeurer Studienwoche“ in der Benediktinerabtei Ottobeuren vom 26. bis 29. Mai 2022
Für Ende des Jahres 2022 plant die Abtei Ottobeuren die Neueröffnung eines Klostermuseums. Hier stellen sich grundlegende Fragen, wie eine Benediktinerabtei, die seit 1258 Jahren besteht, an eine moderne Neukonzeption seines Museums herangeht. Wie kann man das Leben im Kloster und den Reichtum eines großen Erbes der Öffentlichkeit heute präsentieren? Wie kann ein benediktinischer Konvent auf den modernden Kulturtourismus eingehen? Wie kann er seine Lebensweise anschaulich vermitteln? Wie kann ein Museumsbesuch zum Erlebnis werden?
Dr. Holger Kempkens (Erzbischöfliches Diözesanmuseum Paderborn) stellte in seinem Vortrag grundsätzliche Überlegungen an, wie eine Klosterkultur in kirchlichen Museen präsentiert werden kann. Hierzu führte er mehr oder weniger gut gelungene Beispiele im deutschsprachigen Raum an.
Der Historiker Dr. Georg Schrott (Sprockhövel) berichtete in seinem Vortrag von der Vorgeschichte des Klostermuseums und stellte in diesem Rahmen die klösterliche Sammelpraxis im 17. und 18. Jahrhundert vor.
Zwei Vertreter aus der österreichischen Benediktinerabtei Stift Melk, P. Ludwig Wenzl OSB und Mag. Bernadette Kalteis befassten sich in ihren Ausführungen damit, welche Ansprüche und Erlebniserwartungen an ein Klostermuseum heute gestellt werden: Zwischen Stundengebet und Disneyfizierung! Wie mache ich wen glücklich?
Zum Abschluss der 56. Ottobeurer Studienwoche berichtete Tom Duncan, Büro für Museumsgestaltung in Berlin, vom neu ausgearbeiteten Erlebniskonzept zur Neugestaltung des Ottobeurer Klostermuseums – am Vormittag virtuell, am Nachmittag mit einem Rundgang durch die renovierten aber noch nicht fertigen Ausstellungsräume.