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DER SONNTAG ALS RUHETAG. Eine Initiative Kaiser Konstantins im Meinungsstreit heute

29.03.2022 21:29

Online-Veranstaltung des Akademischen Forums mit dem KAB-Diözesanverband Augsburg e.V. am Dienstag, 29. März 2022

Die Referenten: Prof. Dr. Elisabeth Jünemann und Erwin Helmer

Was ist uns der Sonntag wert?

In zwei Vorträgen wurde das Thema „Sonntagsruhe“ aus kulturgeschichtlich-theologischer Sicht und gegenwärtiger politisch-gesellschaftlicher Position beleuchtet.

Prof. Dr. Elisabeth Jünemann, Dozentin für Theologische Anthropologie und Theologische Ethik an der Hochschule NRW, reflektiert in ihrem Vortrag die Geschichte der Sonntagsruhe, die mit Kaiser Konstantin der Große ihren Anfang nahm.

So erteilte er u.a. im Jahr 321 den Erlass zur Sonntagsruhe: "Alle Richter, die Stadtbevölkerung und die Betriebe aller Gewerbe sollen am verehrungswürdigen Tag der Sonne ruhen." Zunächst mit der heidnisch paganen Titulatur dies solis eingeführt, wird mit der Erhebung des Christentums als Staatsreligion im Jahr 389 der Tag zum allgemeinen christlichen Sonntag. Im Laufe der Jahrhunderte wurde diese Sonntagsgebot unterschiedlich angewendet und praktiziert.

Auch heute ist der Sonntag als „Tag der Arbeitsruhe und der seelischen Erhebung“ (Art. 140 GG) gesetzlich geschützt. Dennoch steht gerade dieser arbeitsfreie Tag zunehmend in der Kritik: Spannungen entstehen zwischen dem Recht auf freien Sonntag und dem Recht auf Freiheit, selbst zu bestimmen, wann jemand arbeitet und frei nimmt. Zunehmend werden auch ökonomische Interessen dem Sonntag vorgeordnet. Auf diese Aspekte machte Diakon und Betriebsseelsorger Erwin Helmer, Diözese Augsburg, aufmerksam. Zunehmend wird die Sonntagsruhe heute z. B. mit verkaufsoffenen Sonntagen ausgehöhlt und ökonomischen Interessen geopfert.