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BISCHOFSBILD UND BISCHOFSINSIGNIEN

Vom Hl. Ulrich bis zu Bischof Bertram

20.06.2024 18:30

Abendvorträge und Silberschmiedevorführung mit Dr. Thomas Kieslinger und Silberschmied David Wöhrl vom Donnerstag, 20. Juni 2024

In einem einführenden Vortrag veranschaulichte Frederic-Joachim Kaminski an Hand eines Berichts aus dem Leben Josyf Slipyj, Großerzbischof von Lemberg der griechisch-katholischen Kirche aus der UKraine, die das besondere Verhältnis eines Bischofs zu seinen Amtsinsignien  nachvollziehbar machte. In Bezug auf den Hirtenstab zog er das Resumée:

"Das Schöne ist, der Bischof trägt den Hirtenstab auch stellvertretend für seine Gläubigen. Der Hirtenstab ist ein großartiges Symbol für unsere Identität als Christen: Gott wird in seinem Sohn zum guten Hirten mitten unter uns und für uns."

 

Was macht einen Bischof aus?

Dieser scheinbar einfachen Frage ging Dr. Thomas Kieslinger äußerst kundig und unterhaltsam und reich bebildert nach. Dahinter verbergen sich mannigfaltige Aspekte, die im Laufe der Jahrhunderte bis heute immer wieder Anstoß zu teils hitzigen Diskussionen gaben. Denn nicht nur dogmatische und kanonische Bestimmungen geben Antwort darauf, was ein Bischof ist. Die kirchliche und gesellschaftliche Rezeption des Bischofamtes hat darauf ebenso Einfluss, wie das Selbstverständnis der Person, welche dieses Amt bekleidet. Geradezu bildlich formulieren sich Antworten auf diese Frage aus, wenn man die Bedeutung, Verwendung und Darstellung der bischöflichen Insignien im Laufe der Zeit betrachtet.

Diese Analyse erlaubte einen faszinierenden Blick in die Geschichte eines der komplexesten Ämter der europäischen Geschichte und Gegenwart.

Die vorhergehende Reflexion veranschaulichte Silberschmied David Wöhrl. Er berichtete sehr gewinnend von der Entstehung der Amtsattribute Bischof Dr. Bertram Meiers und aus seinem vielfältigen Arbeitsalltag in den Werkstätten Dochtermann, die er aus Berufung in die Zukunft führt.

Augsburg hat bei Kennern von Silberarbeiten den denkbar besten Ruf. Die Amtsabzeichen der langen Reihe Augsburger Bischöfe, Hirtenstab, Ring und Pektorale, sind oft herausragende Unikate von Augsburger Silberschmieden. Die Pontifikalien Bischof Bertrams reihen sich in diese Tradition ein. Im Austausch mit dem Auftraggeber entstanden gleichzeitig Arbeiten, die in ihrer Gestaltung offensichtlich die gegenwärtige Situation von Kirche, Gesellschaft und Kunsthandwerk reflektieren. David Wöhrl führte zudem einzelne Techniken des Silberschmiedekunsthandwerks vor, was die Teilnehmenden hochinteressiert verfolgten.

Die Veranstaltung wurde großzügig vom Diözesasnmuseum St. Afra unterstützt, das exklusiv Ausstellungsstücke zugänglich machte und fand in Kooperation mit der Goerresgesellschaft statt als deren Vertreter Dr. Thomas Kieslinger anwesend war.

Bischof Dr. Bertram Meier gilt ein besonderer Dank für die Überlassung seiner Amtsinsignien für diesen besonderen Abend im Kreuzgang des Doms, der mit Führungen im Diözesanmuseum zu Ende ging. Die NAchfragen und der Austausch bei einer gereichten ERfrischung waren so lebendig und begeistert, dass die Verabschiedung rund 45 Minuten nach geplantem Schluß stattfand.