„Rom studieren“
Liebe Schwestern und Brüder in Christus! Das Team, das diesen Gottesdienst vorbereitet hat, hat uns schon viele wertvolle Gedanken für diese Momente des Abschieds von unserer gemeinsamen Woche in Rom mitgegeben. Was nehmen wir mit von dieser Reise in unseren Alltag?
[Kurze Kinderpredigt:]
Habt Ihr etwas besonders Schönes auf dieser Reise erlebt? Immer, wenn wir Menschen etwas Schönes erleben, dann wissen wir das hinterher nicht nur im Kopf, sondern auch im Herzen. Wenn wir später daran denken, merken wir, dass wir uns immer noch freuen. Aber nicht nur unsere Erinnerungen und Gefühle wohnen in unserem Herzen. Unser Herz ist auch ein kleines Haus für Gott. Deswegen können wir manchmal Gottes Liebe, seinen Frieden oder seine Kraft in unserem Herzen spüren. Wenn wir das spüren, dann entsteht noch mehr Freude in unserem Herz. Wir sind in einer Kirche, in der der Apostel Paulus liegt. Er hat vielen Menschen von Jesus erzählt. Bald sind wir wieder zu Hause: dort dürfen wir dann erzählen, was wir in Rom alles Tolles erlebt haben, und so wird die Freude nochmal ein Stück größer.
1. Stärkung
Wir alle waren diese Woche auf Entdeckertour; Rom hat uns eine Menge geboten: Sehenswürdigkeiten, belebte Plätze, gutes Essen, das Treffen mit Papst Leo XIV., Weltkirche erleben, Gemeinschaft untereinander. Jede und jeder hier, von den ganz Kleinen bis zu den Großen, hat sicher sein ganz persönliches Highlight. Wenn wir an diese Woche zurückdenken, dann gilt unsere Erinnerung nicht nur Steinen und Kunstwerken, sondern uns fällt ein, was wir gemeinsam erlebt haben! Diese Woche war eine Gelegenheit, Rom zu studieren. Das stärkt uns über diese Tage hinaus. Fotos, Telefonate mit anderen aus der Reisegruppe und das ein oder andere Souvenir können uns dabei helfen. Am wichtigsten scheint mir zu sein, dass wir die positiven Begegnungen und Erfahrungen wie einen Schatz in unseren Herzen dankbar aufnehmen, damit die Bilder dieser Reise nicht verfliegen wie ein Spielfilm, den wir im Halbschlaf schauen. Lassen wir die Bilder dieser Reise bewusst hineinsinken in uns, damit wir noch länger davon zehren können.
2. Christus geht mit
Mit einer Pilgerreise ist meist das Anliegen verknüpft, dem Himmel etwas näher zu rücken. Wenn der Galaterbrief davon spricht, dass wir Christus wie ein Gewand tragen sollen, dann dürfen wir darunter nichts Äußerliches verstehen! Durch unsere Taufe gehören wir zu Christus, zu seiner Familie. Weil wir eine Familie mit Christus sind, teilt er mit uns alles, was zum Himmel gehört: Frieden, Gerechtigkeit, Versöhnung, Liebe, Treue und Kraft. Der Himmel ist ein Ort ohne Lüge, Gewalt und Habsucht. Jesus Christus will uns innerlich verwandeln, damit wir auf der Erde lernen so zu leben, wie es dem Himmel entspricht. Wir beten es in jedem Vater Unser! Auch wenn unser Leben oft anders ausschaut - Christus lässt uns nicht im Stich! Vergessen Sie diese Zusage nicht, sobald der nächste Alltagssturm über Sie hereinfällt! Vielleicht hatten Sie auf dieser Reise sogar so etwas wie einen Christus-Moment – ein Augenblick, in dem Sie wieder neu gespürt haben: unser Glaube ist nicht eine Theorie, sondern diesen Gott kann ich in meinem Leben wirklich erfahren.
3. Sendung
Wir haben heute das Ende des Matthäusevangeliums gehört. Jesus, der Auferstandene, sendet seine Jünger aus in die ganze Welt. Alle sind eingeladen, Teil der Familie Gottes zu werden. Wir sind am Grab eines Mannes versammelt, der diesem Aufruf – zwar etwas verspätet, aber dann umso intensiver – gefolgt ist: der Apostel Paulus. Ohne ihn wäre das neue Testament sehr viel kürzer. Denn Paulus hat den ersten christlichen Gemeinden nach seinen Besuchen dort viele Briefe geschrieben. Und er hat sich vor allem den Heiden zugewandt. Manches ähnelt heute wieder der Welt von damals: es gab eine Vielzahl verschiedener Weltanschauungen und religiöser Praktiken, es gab Machtstreben, Unterdrückung, Krisen und Nöte. In diesem Klima hat sich die christliche Botschaft verbreitet, das kann uns wirklich Mut machen.
Den eigenen Glauben stärken und mit Christus verbunden bleiben: das sind gute Voraussetzungen dafür, um die Frohe Botschaft an andere weiterzugeben. Dabei brauchen wir keine langen Lehrschreiben zitieren. Wir selbst sind der Brief, den Christus in die Welt verschicken möchte. Unser Leben soll Zeugnis vom christlichen Glauben geben, dort, wo wir uns ohnehin jeden Tag aufhalten: in unseren Familien, Vereinen und Arbeitsstätten – jeder mit den Fähigkeiten, die Gott ihm oder ihr mitgegeben hat. Die Liebe Christi soll sichtbar werden in dem, was wir tun, reden und denken. Bitten wir den Völkerapostel in dieser Heiligen Messe darum, dass uns das gelingen möge.