Die Wies: Dominicus Zimmermanns Wallfahrtskirche "auf der Wies" bei Steingaden
Arthur Maximilian Miller: Die Wies. – Lindenberg i. Allgäu : Fink, 2017. – 80 S., 40 Abb.; 14,80 €.
Der früher viel gelesene Volksschriftsteller Arthur Maximilian Miller (1901-1992) besuchte im Sommer 1934 die damals vom Tourismus noch kaum berührte Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland bei Steingaden. Der damals entstandene Essay in Tagebuch-Form wurde nun in einem ansprechenden Band von Kreisheimatpfleger Helmut Schmidbauer herausgegeben und reich illustriert im Kunstverlag Ludwig Fink veröffentlicht.
Miller berichtet voller Begeisterung von seinem persönlichen Erlebnis der „Wies“: „Auch zu mir war das Lob der Kirche aus vielen Lippen gedrungen.“ Als damaliger Junglehrer fährt er mit seinem Bruder mit dem Fahrrad zur Wallfahrtskirche, die in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts von Wanderern und ersten Auto- und Bustouristen wieder besucht wurde. Bewegt von dem Zauber der Kirche und von der Pracht der Rokoko-Architektur entstand in wenigen Tagen eine Abhandlung voller expressiver Sprachgewalt. Miller schreibt darüber: „Hätte ich es damals nicht in einem Sturm der Eingebung und Entzückung niedergeschrieben, es könnte heute nicht mehr aufs Papier kommen.“ Damals nicht veröffentlicht, ruhte das Typoskript über Jahrzehnte im Archiv der Wallfahrtskirche und wurde dort erst im Jahre 2014 wiederentdeckt. Zum 250. Todestag des Baumeisters Dominikus Zimmermann im November 2016 wurde nun der Text von Arthur Maximilian Miller, versehen mit einem aufschlussreichen Nachwort des Herausgebers Helmut Schmidbauer und ausgestattet mit zahlreichen, zumeist aus dem Archiv der Wieskirche stammenden Bildern, herausgegeben.