Religiöses Buch des Monats

Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.

25.07.2019 11:40 Den Zugang freilegen. Schaut man von außen auf den christlichen Glauben, kann einem dieser schon vorkommen wie ein Grundstück, das von einer hohen Hecke umgeben ist. Der Betrachter kann nicht einschätzen, was sich hinter der Hecke verbirgt: ein verfallener Schuppen– oder ein gepflegter Garten? Und wo wäre überhaupt das Gartentor? Der tschechische Theologe Tomáš Halík nimmt in diesem Buch die Heckenschere zur Hand und schneidet denen, die auf der Suche nach einem tragfähigen Glauben sind, einen Weg in diesen Garten frei.
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25.06.2019 13:03 Nur jeder fünfte Deutsche betet regelmäßig. Fast die Hälfte der Deutschen betet nie. So geben es jedenfalls die von Meinungsforschern Befragten selbst an. Der italienische Ordensmann Ermes Ronchi würde diese Aussagen aber wohl anzweifeln. „Beten ist menschlich“ heißt sein neues Buch, und tatsächlich hält er das Beten nicht nur für einen bewussten Akt religiöser Menschen, sondern für einen Grundvollzug des Menschseins überhaupt: „Beten ist der mehr oder weniger ‚ausdrückliche‘ Wunsch, jemand möge das Verlangen, das dem Leben innewohnt, stillen“.
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27.05.2019 14:00 Der Titel von Thomas Frings‘ Buch ist auf den ersten Blick missverständlich. Doch bei näherem Hinsehen stellt man fest, dass diese Doppeldeutigkeit durchaus gewollt ist und den Nerv der Zeit trifft. Wenn man z.B. auf die Umfrage schaut, mit der das Nachrichtenmagazin Der Spiegel seine Leser*innen zu Ostern beglückte, könnte man den Titel „Gott funktioniert nicht“ so verstehen, dass Gott keine überzeugende Idee ist, denn nur 55 Prozent der Befragten glauben überhaupt an (irgendeinen) Gott.
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25.04.2019 12:04 Ein Jesuit schildert, wie sich seine Krebserkrankung auf sein Leben und seinen Glauben auswirkt. Wir kennen das eigentlich alle: Da machen wir ausgefeilte Pläne für die nächsten Wochen, Monate und Jahre, doch dann durchkreuzt irgendein ein unerwartetes Ereignis unsere schönen Vorstellungen! Wenn das Unvorhergesehene allerdings in einer schweren, ja lebensbedrohlichen Krankheit besteht, bekommt das Wort "durchkreuzen" für religiöse Menschen einen tieferen Sinn - der typografisch zweifarbig gestaltete Titel des Buches von Andreas Batlogg weist bereits unmissverständlich darauf hin. Nach anstrengenden 17 Jahren in der Redaktion der Zeitschrift "Stimmen der Zeit" steht für den 54-jährigen Jesuiten ein Sabbatjahr in Israel kurz bevor, als ihn aus heiterem Himmel die Diagnose Darmkrebs ereilt - ein bösartiger Tumor und bereits ziemlich groß. Auf einen Schlag platzen alle Vorhaben, eine sofortige Behandlung ist unerlässlich, die Krankheit beansprucht alle Kräfte und alle Gedanken - bis hin zur bohrenden Frage, ob vielleicht der baldige Tod bevorsteht.    
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28.03.2019 13:45 Christian Nürnberger: Das Christentum - Für Einsteiger und Insider Das Christentum und der Mensch als Saboteur Kann man das machen? Ein Buch empfehlen, dass das Christentum mit sehr deutlichen Worten in den Senkel stellt? „Die Geschichte des Christentums ist eine große Geschichte des Scheiterns, des Verrats und des Herumtrampelns auf der eigenen Botschaft. Es ist eine Geschichte der ewigen Vermischung menschlicher Interessen mit denen Gottes, und es ist eine Geschichte der Instrumentalisierung des Glaubens für Macht, Herrschaft und Besitz.“ Ja, man kann so eine Empfehlung aussprechen. Vielleicht muss man das sogar, um zu verstehen, wie das Christentum wurde, was es heute ist - und wie es in Zukunft damit weitergehen könnte. Das Wesentliche und die Notwendigkeit des Christentums
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27.02.2019 13:34 Christoph Kardinal Schönborn Zeit der liebenden Aufmerksamkeit, PATMOS Verlag, 2019 ISBN/EAN: 9783843611206 Ein Begleiter für die Fasten- und Osterzeit  Die vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern hat in den letzten Jahren wieder ein positiveres Image gewonnen. Dass ein gewisser Verzicht nicht nur der Gesundheit und der Selbstdisziplinierung förderlich ist, sondern obendrein auch der Umwelt guttut, leuchtet eigentlich jedem ein. Auch ohne religiöse Motivation unterziehen sich darum viele im Frühjahr einer Fastenkur. Allerdings geht es bei der Fastenzeit, die von der Kirche „österliche Bußzeit“ genannt wird, eigentlich um viel mehr als bloß um einen – wie auch immer motivierten – zeitweisen Verzicht auf bestimmte Genüsse. Der Titel, den der Wiener Erzbischof, Christoph Kardinal Schönborn, seinem neuen „Begleiter für die Fasten- und Osterzeit“ gegeben hat, bringt das in einer sehr schönen Formulierung zum Ausdruck: Die Fastenzeit soll vor allem zu einer „Zeit der liebenden Aufmerksamkeit“ werden.        
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30.01.2019 10:52 Franz Kamphaus Wenn der Glaube konkret wird
   
Gedankenanstöße zum Umgang mit Forderungen der Bergpredigt "Ihr seid das Salz der Erde", sagt Jesus in der Bergpredigt. Und im gleichen Atemzug: "Ihr seid das Licht der Welt". Doch könnte man angesichts anhaltender Diskussionen um Macht und deren Missbrauch, um Priestermangel und dessen Verwaltung, um Reformen oder weiter so durchaus den Eindruck bekommen, dass es mit Licht und Salz in der katholischen Kirche in Deutschland im Moment nicht weit her zu sein scheint. Genau deshalb erinnert Franz Kamphaus, bis 2007 Bischof von Limburg, an die Bergpredigt als Grundgesetz des Christentums. Warum, fragt er, steht sie nicht im Mittelpunkt allen kirchlichen Wirkens, wenn sie doch den Dreh- und Angelpunkt der Botschaft Jesu vom Reich Gottes bildet? Müsste die Reich-Gottes-Botschaft, für die Jesus den Tod in Kauf genommen hat, nicht im Mittelpunkt des jetzt fälligen Neuaufbruchs stehen?    
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26.11.2018 12:01 Wilde Weihnachten: Das andere Lesebuch für die Advents- und Weihnachtszeit / Andrea Schwarz
PATMOS VERLAG, 2018   ISBN/EAN: 9783843610735  15,00 € „Geschenke besorgen, Plätzchen backen, Kinder zu Adventsfeiern fahren – und selbst an Adventsfeiern teilnehmen, Wohnung putzen und weihnachtlich dekorieren, auf den Weihnachtsmarkt gehen – für viele Menschen ist die Adventszeit mit viel Stress verbunden. Dabei ist gerade in dieser Zeit die Sehnsucht nach Ruhe und Besinnung groß, Trainingslager für Weihnachten sozusagen. Und das wäre ja eigentlich auch der Sinn dieser Zeit. „Advent will uns lehren, achtsam zu sein, neu hineinzuschauen, sich auf das Kommen des Herrn vorzubereiten“, schreibt Andrea Schwarz in ihrem Lesebuch. Sie ermutigt ihre Leser/innen, ihre Gewohnheiten in der Adventszeit zu ändern, den Advent nicht mit Geschenkestress, Weihnachtsfeiern und –märkten und was sonst so üblich ist vergehen zu lassen. „Habt Mut, Advent und Weihnachten anders sein zu lassen. Seid wachsam, haltet Ausschau nach den Zeichen, bereitet euch vor auf Gott. Zündet eine Kerze an und nicht gleich den ganzen Weihnachtsbaum! Gebt Gott eine Chance!“
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12.11.2018 12:11 Yvonne Willicks: Glaube ganz einfach: Eine persönliche Spurensuche. Wie Gott uns überall begegnet. Adeo Verlag 2018, 192 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-86334-212-8.  „Glaube – ganz einfach.“ Eine Einführung in den christlichen Glauben, die wirklich gar nichts voraussetzt und ganz ohne theologische Fachbegriffe die wichtigsten Grundlagen und vor allem lebenspraktischen Auswirkungen des Glaubens gut verständlich erklärt, dazu noch die Traditionen, Bräuche und Feste des Kirchenjahres – so etwas können heute viele Menschen gut gebrauchen. Und wenn die Autorin dieser Einführung eben gerade keine Theologin, sondern eine „normale“ Christin ist: umso besser! Dass Yvonne Willicks obendrein eine Fernsehmoderatorin ist, bekannt durch mehrere Sendungen mit praktischen Ratschlägen zu Hauswirtschaft und Verbraucherschutz, ist natürlich ein besonderer Glücksfall: Ihr Name ist gewissermaßen ein Garant für die anschauliche Vermittlung von konkreter Lebenshilfe im Alltag, und außerdem hilft ein prominentes Gesicht auf dem Buchumschlag allemal, Interesse an dem Buch zu wecken.
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24.09.2018 14:52 Johannes Röser (Hg.): Gott? Die religiöse Frage heute. Herder Verlag 2018, 416 Seiten, 28 Euro, ISBN: 978-3-451-38297-0. „Die Frage nach Gott ist nicht erledigt. Ganz im Gegenteil!“, schreibt Norbert Scholl in diesem Sammelband zum siebzigjährigen Bestehen der Zeitschrift ‚Christ in der Gegenwart‘. Sein Rückblick auf ein halbes Jahrhundert Theologiegeschichte zeigt ihm, dass die Gottesfrage gerade anfängt, interessant zu werden. Das zeigen die 135 kurzen (3 – 10 Seiten) Beiträge dieses Lesebuchs, das Johannes Röser, Chefredakteur der Zeitschrift, zusammengestellt hat. Ein üppiges, intelligentes, forderndes und vor allem höchst lesenswertes Werk, in dem die Gottesfrage von Zeitgenossen – u.a. den Schriftstellern Ulla Hahn und Patrick Roth, den Politikern Winfried Kretschmann und Sebastian Kurz, den Bischöfen Gerhard Kardinal Müller und Manfred Scheuer, dem Theologen Thomas Ruster und dem Philosophen Volker Gerhardt ... – nein, nicht beantwortet, aber aus ganz unterschiedlichen Perspektiven, theologischen und philosophischen Vorannahmen, Lebens- und Glaubenserfahrungen diskutiert wird.  
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