Religiöses Buch des Monats

Als „Religiöses Buch des Monats“ benennen der Borromäusverein, Bonn, und der Sankt Michaelsbund, München, monatlich eine religiöse Literaturempfehlung, die inhaltlich-literarisch orientiert ist und auf den wachsenden Sinnhunger unserer Zeit antwortet.

25.04.2019 10:04 Ein Jesuit schildert, wie sich seine Krebserkrankung auf sein Leben und seinen Glauben auswirkt. Wir kennen das eigentlich alle: Da machen wir ausgefeilte Pläne für die nächsten Wochen, Monate und Jahre, doch dann durchkreuzt irgendein ein unerwartetes Ereignis unsere schönen Vorstellungen! Wenn das Unvorhergesehene allerdings in einer schweren, ja lebensbedrohlichen Krankheit besteht, bekommt das Wort "durchkreuzen" für religiöse Menschen einen tieferen Sinn - der typografisch zweifarbig gestaltete Titel des Buches von Andreas Batlogg weist bereits unmissverständlich darauf hin. Nach anstrengenden 17 Jahren in der Redaktion der Zeitschrift "Stimmen der Zeit" steht für den 54-jährigen Jesuiten ein Sabbatjahr in Israel kurz bevor, als ihn aus heiterem Himmel die Diagnose Darmkrebs ereilt - ein bösartiger Tumor und bereits ziemlich groß. Auf einen Schlag platzen alle Vorhaben, eine sofortige Behandlung ist unerlässlich, die Krankheit beansprucht alle Kräfte und alle Gedanken - bis hin zur bohrenden Frage, ob vielleicht der baldige Tod bevorsteht.    
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28.03.2019 12:45 Christian Nürnberger: Das Christentum - Für Einsteiger und Insider Das Christentum und der Mensch als Saboteur Kann man das machen? Ein Buch empfehlen, dass das Christentum mit sehr deutlichen Worten in den Senkel stellt? „Die Geschichte des Christentums ist eine große Geschichte des Scheiterns, des Verrats und des Herumtrampelns auf der eigenen Botschaft. Es ist eine Geschichte der ewigen Vermischung menschlicher Interessen mit denen Gottes, und es ist eine Geschichte der Instrumentalisierung des Glaubens für Macht, Herrschaft und Besitz.“ Ja, man kann so eine Empfehlung aussprechen. Vielleicht muss man das sogar, um zu verstehen, wie das Christentum wurde, was es heute ist - und wie es in Zukunft damit weitergehen könnte. Das Wesentliche und die Notwendigkeit des Christentums
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27.02.2019 12:34 Christoph Kardinal Schönborn Zeit der liebenden Aufmerksamkeit, PATMOS Verlag, 2019 ISBN/EAN: 9783843611206 Ein Begleiter für die Fasten- und Osterzeit  Die vierzigtägige Fastenzeit vor Ostern hat in den letzten Jahren wieder ein positiveres Image gewonnen. Dass ein gewisser Verzicht nicht nur der Gesundheit und der Selbstdisziplinierung förderlich ist, sondern obendrein auch der Umwelt guttut, leuchtet eigentlich jedem ein. Auch ohne religiöse Motivation unterziehen sich darum viele im Frühjahr einer Fastenkur. Allerdings geht es bei der Fastenzeit, die von der Kirche „österliche Bußzeit“ genannt wird, eigentlich um viel mehr als bloß um einen – wie auch immer motivierten – zeitweisen Verzicht auf bestimmte Genüsse. Der Titel, den der Wiener Erzbischof, Christoph Kardinal Schönborn, seinem neuen „Begleiter für die Fasten- und Osterzeit“ gegeben hat, bringt das in einer sehr schönen Formulierung zum Ausdruck: Die Fastenzeit soll vor allem zu einer „Zeit der liebenden Aufmerksamkeit“ werden.        
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30.01.2019 09:52 Franz Kamphaus Wenn der Glaube konkret wird        Gedankenanstöße zum Umgang mit Forderungen der Bergpredigt "Ihr seid das Salz der Erde", sagt Jesus in der Bergpredigt. Und im gleichen Atemzug: "Ihr seid das Licht der Welt". Doch könnte man angesichts anhaltender Diskussionen um Macht und deren Missbrauch, um Priestermangel und dessen Verwaltung, um Reformen oder weiter so durchaus den Eindruck bekommen, dass es mit Licht und Salz in der katholischen Kirche in Deutschland im Moment nicht weit her zu sein scheint. Genau deshalb erinnert Franz Kamphaus, bis 2007 Bischof von Limburg, an die Bergpredigt als Grundgesetz des Christentums. Warum, fragt er, steht sie nicht im Mittelpunkt allen kirchlichen Wirkens, wenn sie doch den Dreh- und Angelpunkt der Botschaft Jesu vom Reich Gottes bildet? Müsste die Reich-Gottes-Botschaft, für die Jesus den Tod in Kauf genommen hat, nicht im Mittelpunkt des jetzt fälligen Neuaufbruchs stehen?    
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26.11.2018 11:01 Wilde Weihnachten: Das andere Lesebuch für die Advents- und Weihnachtszeit / Andrea Schwarz
PATMOS VERLAG, 2018   ISBN/EAN: 9783843610735  15,00 € „Geschenke besorgen, Plätzchen backen, Kinder zu Adventsfeiern fahren – und selbst an Adventsfeiern teilnehmen, Wohnung putzen und weihnachtlich dekorieren, auf den Weihnachtsmarkt gehen – für viele Menschen ist die Adventszeit mit viel Stress verbunden. Dabei ist gerade in dieser Zeit die Sehnsucht nach Ruhe und Besinnung groß, Trainingslager für Weihnachten sozusagen. Und das wäre ja eigentlich auch der Sinn dieser Zeit. „Advent will uns lehren, achtsam zu sein, neu hineinzuschauen, sich auf das Kommen des Herrn vorzubereiten“, schreibt Andrea Schwarz in ihrem Lesebuch. Sie ermutigt ihre Leser/innen, ihre Gewohnheiten in der Adventszeit zu ändern, den Advent nicht mit Geschenkestress, Weihnachtsfeiern und –märkten und was sonst so üblich ist vergehen zu lassen. „Habt Mut, Advent und Weihnachten anders sein zu lassen. Seid wachsam, haltet Ausschau nach den Zeichen, bereitet euch vor auf Gott. Zündet eine Kerze an und nicht gleich den ganzen Weihnachtsbaum! Gebt Gott eine Chance!“
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12.11.2018 11:11 Yvonne Willicks: Glaube ganz einfach: Eine persönliche Spurensuche. Wie Gott uns überall begegnet. Adeo Verlag 2018, 192 Seiten, 16 Euro, ISBN 978-3-86334-212-8.  „Glaube – ganz einfach.“ Eine Einführung in den christlichen Glauben, die wirklich gar nichts voraussetzt und ganz ohne theologische Fachbegriffe die wichtigsten Grundlagen und vor allem lebenspraktischen Auswirkungen des Glaubens gut verständlich erklärt, dazu noch die Traditionen, Bräuche und Feste des Kirchenjahres – so etwas können heute viele Menschen gut gebrauchen. Und wenn die Autorin dieser Einführung eben gerade keine Theologin, sondern eine „normale“ Christin ist: umso besser! Dass Yvonne Willicks obendrein eine Fernsehmoderatorin ist, bekannt durch mehrere Sendungen mit praktischen Ratschlägen zu Hauswirtschaft und Verbraucherschutz, ist natürlich ein besonderer Glücksfall: Ihr Name ist gewissermaßen ein Garant für die anschauliche Vermittlung von konkreter Lebenshilfe im Alltag, und außerdem hilft ein prominentes Gesicht auf dem Buchumschlag allemal, Interesse an dem Buch zu wecken.
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24.09.2018 12:52 Johannes Röser (Hg.): Gott? Die religiöse Frage heute. Herder Verlag 2018, 416 Seiten, 28 Euro, ISBN: 978-3-451-38297-0. „Die Frage nach Gott ist nicht erledigt. Ganz im Gegenteil!“, schreibt Norbert Scholl in diesem Sammelband zum siebzigjährigen Bestehen der Zeitschrift ‚Christ in der Gegenwart‘. Sein Rückblick auf ein halbes Jahrhundert Theologiegeschichte zeigt ihm, dass die Gottesfrage gerade anfängt, interessant zu werden. Das zeigen die 135 kurzen (3 – 10 Seiten) Beiträge dieses Lesebuchs, das Johannes Röser, Chefredakteur der Zeitschrift, zusammengestellt hat. Ein üppiges, intelligentes, forderndes und vor allem höchst lesenswertes Werk, in dem die Gottesfrage von Zeitgenossen – u.a. den Schriftstellern Ulla Hahn und Patrick Roth, den Politikern Winfried Kretschmann und Sebastian Kurz, den Bischöfen Gerhard Kardinal Müller und Manfred Scheuer, dem Theologen Thomas Ruster und dem Philosophen Volker Gerhardt ... – nein, nicht beantwortet, aber aus ganz unterschiedlichen Perspektiven, theologischen und philosophischen Vorannahmen, Lebens- und Glaubenserfahrungen diskutiert wird.  
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28.08.2018 10:03 Carlo Maria Martini: Gott spricht durch sein Handeln: Warum wir von einem anderen Leben träumen dürfen, 160 Seiten gebunden, Patmos Verlag, ISBN: 978-3-8436-1026-1.  Haben wir nicht alle irgendwie den Traum von einem besseren Leben? Oder ist das unreif und sentimental – müssen wir uns nicht vielmehr mit diesem Leben so, wie es nun einmal ist, abfinden und anfreunden? Man könnte wohl lange über diese Frage streiten, für Carlo Maria Martini ist aber klar: Gott selbst hat den Traum von einer anderen Welt, so dass auch wir „von einem anderen Leben träumen dürfen“. Zu dieser Gewissheit gelangt der frühere Erzbischof von Mailand, indem er die
Tätigkeitswörter untersucht, durch welche Gott in der Bibel charakterisiert wird. Dann sieht man: Es gibt einen Traum Gottes von einer anderen Welt, dem „Reich Gottes“, dafür stehen die Handlungen Gottes und die Wunder Jesu. Kardinal Martini, der 2012 starb, hatte nach seiner Zeit als Erzbischof von Mailand lange in Jerusalem gelebt, hier hielt er im Jahr 2007 auch diese Exerzitien über die „Verben Gottes“, die nun erstmals veröffentlicht werden.
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31.07.2018 10:28 Wolfgang Sauer: Die Mitte des Lebens finden. Herder Verlag  2018, 16,00 €,   ISBN: 9783451380709 Bestellung über den Online-Shop des Sankt Michaelsbundes möglich Im Guten wie im Schlechten ist die Heilige Messe den meisten Katholiken zur Routine geworden. Wolfgang Sauer stellt diese Routine in seinem Buch in Frage – nicht, um es besser zu wissen, sondern um den Leserinnen und Lesern zu einem tieferen Verständnis des Geschehens zu verhelfen. Auf persönliche, konkrete und durchaus auch emotionale Weise teilt er mit ihnen die Einsichten, die ihm im Laufe seiner inzwischen 45 Dienstjahre als Priester zugewachsen sind, u.a. als Seelsorger für Priesteramtskandidaten, Hochschulseelsorger in Heidelberg und Direktor der katholischen Journalistenschule ifp in München. Seine Gedanken ordnet er unter Überschriften wie „Unser tägliches Brot“, „Herr, ich bin nicht würdig“, „Zu seinem Gedächtnis“. Christsein bedeutet in Sauers Augen, sein Leben in der Grundhaltung der Dankbarkeit zu führen. Diese „eucharistische Existenz“ wurzelt im Staunen über das Leben selbst und in der Dankbarkeit für die liebende Zuwendung Gottes zu allen Menschen – mit ihren Fehlern und Schwächen.
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02.07.2018 09:33 Anders Arborelius: Mit heiliger Ungeduld: Nichts ist unmöglich für Gottes Geist. 128 Seiten, Benno Verlag, 14,95 €, ISBN 978-3-7462-5144-8. Als Papst Franziskus im letzten Jahr den Erzbischof von Stockholm, Anders Arborelius, zum Kardinal ernannte, war die Überraschung weltweit groß – und noch größer die Begeisterung in Schweden. Nie zuvor gab es einen schwedischen Kardinal. Allerdings ist die Situation der katholischen Kirche in Schweden auch außergewöhnlich: es gibt dort nur 1,5 % Katholiken, zudem ist Schweden eines der säkularisiertesten Länder überhaupt. So steht Kardinal Arborelius immer wieder vor der Situation, erklären zu müssen, worum es im christlichen Glauben ganz grundsätzlich geht. Man merkt dies seinem ersten in Deutschland erschienenen Buch „Mit heiliger Ungeduld“ auch an – in einer sehr positiven Weise. Es geht hier einmal nicht um die bei uns so sattsam bekannten Streitpunkte innerhalb der Kirche, nicht um irgendwelche Macht- oder Strukturfragen, es geht vor allem darum, was es für jeden Einzelnen in seinem Leben bedeutet, an Jesus Christus zu glauben.
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