Gottesdienst zum Passionssonntag

Bischof Bertram: "Mächtig stolz auf Euch!"

29.03.2020 12:24

Auch heute wurde der Sonntagsgottesdienst mit unserem ernannten Bischof und Apostolischem Administrator Dr. Bertram Meier wieder aus der Kapelle des Bischofshauses übertragen. Es gehe, wie er mit Bezug auf das heutige Evangelium über die Erweckung des Lazarus von den Toten sagte, um Leben und Tod. Besonders erschüttert zeigte sich Bischof Bertram dabei von zwei Todesfällen aus den vergangenen Tagen. Zugleich erinnerte er an die Kollekte des heutigen Tages, die für Misereor bestimmt gewesen wäre.

Der ernannte Bischof Dr. Bertram Meier bei der Predigt zum Passionssonntag. (Foto: Livestream katholisch1.tv)

Ein Mitbruder aus dem Domkapitel, Monsignore Perego, habe ihn davon informiert, dass seine Mutter in Norditalien, in der Lombardei, an Corona verstorben sei und dass sich sein Vater in kritischem Zustand befinde. Zugleich erinnerte Bischof Bertram zu Beginn der Eucharistiefeier auch an den, wie er sagte, „sehr geschätzten und auch mit großem Engagement tätigen“ Dekan Robert Walter, der in dieser Woche viel zu früh von uns gegangen und im Alter von nur 56 Jahren einer Krebserkrankung erlegen sei. Er kenne aber auch Menschen in unserem Bistum, die an Corona infiziert seien und sich in einer schwierigen Lage befänden. 

Er sei in diesen Tagen persönlich nicht nur nachdenklich, sagte der ernannte Bischof in seiner Predigt. Er sei auch „überwältigt, was wir Christen auf die Beine stellen an Hilfen und Angeboten. Vieles komme jetzt erst heraus. Lasst die Menschen nicht allein!“, rief der den Gläubigen aus der Hauskapelle zu. „Als Euer ernannter Bischof bin ich mächtig stolz auf Euch!“ Er danke allen, die bis an ihre Belastungsgrenzen und darüber hinaus kranken und sterbenden Menschen beistehen und die Not lindern. Dies gelte auch allen, die in Politik und Wirtschaft delikate Entscheidungen von großer Tragweite treffen müssten. 

An die Gläubigen gerichtet warb Bischof Bertram zudem um Verständnis, wenn dies mit Einschränkungen der Freiheit der Religionsausübung verbunden sei. Aber es sei die Pflicht des Staates, die körperliche Unversehrtheit seiner Bürger zu schützen. Dabei gelte jedoch, dass „wir als  katholische Kirche nicht nur systemrelevant, sondern auch und vor allem heilsrelevant“ seien. Die Eucharistie bleibe für uns, wie er mit Bezug auf Ignatius von Antiochien sagte, eine „Arznei der Unsterblichkeit“, sie stehe damit auf der Liste der Medikamente ganz oben. 

Wenn es nun wegen Corona nicht mehr möglich sei, die heilige Euchariste in den Gottesdiensten zu empfangen, so gehe es darum, in dieser „Fastenzeit im Ernstfall“ die geistige Kommunion zu vollziehen und diese Notlösung auch im Herzen anzunehmen. Vor allem hoffe er, „dass wir nach der Krise nicht wieder zur Tagesordnung übergehen, sondern die Sehnsucht wach bleibt nach der leibhaftigen Gemeinschaft im Gottesdienst und nach dem Brot des Lebens in der heiligen Eucharistie.“

Am Ende der Eucharistiefeier erinnerte Bischof Bertram an die Kollekte, die am heutigen Passionssonntag für das Bischöfliche Hilfswerk Misereor hätte stattfinden sollen. Es fördere Projekte zur ganzheitlichen Entwicklung. „Schade, dass diese Kollekte in unseren Kirchen in diesem Jahr ausfallen muss.“ Damit sei deutschlandweit ein Verlust in Höhe von über 10 Millionen Euro verbunden. Bischof Bertram lud deshalb dazu ein, eine Spende direkt an Misereor zu überweisen und sich so an der Kollekte zu beteiligen. „Helfen wir mit, dass die globale Solidarität, die Hilfsbereitschaft mit den Menschen in Not auch durch Misereor gestärkt werden kann.“

 

Die Eucharistiefeier wurde wieder im regionalen Fernsehen übertragen sowie auf den Internetseiten von katholisch1.tv und des Bistums Augsburg live gestreamt. Auf der Facebook-Seite des Bistums kann sie auch jetzt noch gesehen werden sowie die Predigt auf YouTube bei katholisch1.tv.

Der ernannte Bischof lädt dazu ein, auch während der Woche die Gottesdienste mit ihm zu feiern. Sie werden von Montag bis Samstag um 19.00 Uhr live bei katholisch1.tv, auf der Bistums-Homepage sowie auf der Facebook-Seite des Bistum übertragen. Am kommenden Sonntag, dem Palmsonntag, gibt es den Gottedienst im 10.00 Uhr auch wieder bei a.tv und Allgäu-TV.