Weiheliturgie

"Diakone können Stütze der Kirche sein"

Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger mit den neugeweihten Diakonen Frank Schnarrenberger, Michael Gastl, Bernd Skuras, Martin Linder, Dr. Marc André Selig und Bernhard Beigel (von links, Fotos: Annette Zoepf/pba).
05.10.2019 13:03

Augsburg (pba). Weihbischof Dr. Dr. Anton Losinger hat heute im Hohen Dom zu Augsburg sechs Männer zu Ständigen Diakonen geweiht. Ihr Dienst könne „gerade in unseren Tagen im Zeitalter der Vertrauenskrise der Kirche eine Stütze sein“, betonte er. Zu dem Pontifikalamt waren zahlreiche Gläubige, Priester und Diakone in den Dom gekommen.

Weihbischof Losinger nannte in seiner Predigt drei Adressaten, denen die Kirche von Augsburg heute dankbar sein könne: Zum einen Jesus dem Herrn, der die Diakone in seinen Dienst gerufen habe. Dann den Diakonen selbst, „dass sie diesen Ruf frei und offen und couragiert annahmen“. Schließlich gelte ein großer Dank den Ehefrauen und Familien. Darum sei in der Weiheliturgie die Befragung und Zustimmung der Ehefrauen vorgesehen. „Ohne sie geht offensichtlich nichts“, unterstrich Weihbischof Anton deshalb. Ihre Unterstützung und das Umfeld der Familie seien eine Bereicherung des geistlichen Dienstes der neugeweihten Diakone.

„Zutiefst beeindruckt“ zeigte er sich vom breiten beruflichen Spektrum und von der hohen Kompetenz der Weltverantwortung, die die Diakone in ihren Dienst mitbrächten. „Ja, das ist ein breites und anspruchsvolles Berufs- und Erfahrungsfeld, in dem wohl bei keinem von Ihnen Langeweile aufkommen dürfte.“ Aber da sei noch etwas Größeres, Jesus Christus, dessen Ruf die sechs neuen Diakone gefolgt seien. Er stellte deshalb die Frage, wie denn der Dienst des Diakons gerade in unseren Tagen im Zeitalter der Vertrauenskrise der Kirche eine Stütze sein könne. Bei seiner Antwort darauf ging sein Blick zurück in die Geschichte. Diakone hätten der alten Kirche durch ihren vorbildlichen Dienst am Nächsten und durch ihre tatkräftige Unterstützung der Armen einen historischen Stempel aufgedrückt. Er verdeutlichte dies am Beispiel des heiligen Diakons Laurentius.

Auch die Ehefrauen sagten mit ihrem „Ich bin bereit“ zu, ihre Männer im Dienst des Diakons zu unterstützen.

Auf diesen Gedanken ging Weihbischof Losinger auch am Ende des Pontifikalamts nochmal ein. Beim Dienst des Diakons gehe es darum, das humane Antlitz unserer Gesellschaft und die Sichtbarkeit des Reiches Gottes zu verwirklichen. Wir alle könnten uns dies zu Herzen nehmen.

Musikalisch gestaltet wurde die gut zweistündige Liturgie von einem Gemeinschaftschor aus den Pfarreien der neu geweihten Diakone, Michael Lachenmayr an der Orgel sowie dem Solisten Johannes Steber (Trompete). Die Chorleitung hatte Dr. Stefan Wolitz, der selbst vor zwei Jahren ebenfalls zum Diakon geweiht wurde.

Das Amt des Ständigen Diakons wurde im Bistum Augsburg vor fünfzig Jahren eingeführt. Am 20. Juli 1969 wurden damals von Bischof Dr. Josef Stimpfle die ersten drei Diakone geweiht. Seitdem waren es bis heute 228, von denen noch rund 180 am Leben sind. Dieses Jubiläum wurde im Frühjahr mit einem Festakt begangen.

Hier gibt es Porträts zu den neu geweihten Diakonen. Mehr Bilder der Weiheliturgie finden Sie hier.