Brauchtum

Palmbuschenverkauf

 

 

 

 

Mariä Lichtmess

2. Februar: Mariä Lichtmess (Darstellung des Herrn)

Mariä Lichtmess ist ein katholisches Kirchenfest am 40. Tag nach der Geburt des Herrn.

Seit dem 5. Jahrhundert gedenkt man der "kultischen Reinigung Mariens", die nach dem israelitischen Gesetz vollzogen wurde.
Heute feiert die katholische Kirche an diesem Tag die Darstellung des Herrn im
Tempel von Jerusalem (Lk2).

Der Begriff "Lichtmess" kommt daher, dass an diesem Tag alle Kerzen geweiht werden, die im Laufe des Jahres in der Kirche und Familie angezündet werden.
Diese Kerzen sollen vor Gefahren wie Blitzschlag, Feuer und Krankheiten schützen.

Die Kerzen symbolisieren das Licht Christi.

In manchen Gegenden finden Laternenumzüge statt.

In der Alpenregion kauft die Familie für jeden Mann eine weiße Kerze und für jede Frau eine rote Kerze.

Mariä Lichtmess war in Süd-Deutschland der Tag des Dienstbotenwechsels.
Die Mägde bekamen beim Wechsel oft vom Bauern einen geweihten Wachsstock geschenkt.

Bauernregel:

Wenn's an Lichtmess stürmt und schneit,
ist der Frühling nicht mehr weit.
Ist es aber klar und hell,
kommt der Frühling nicht so schnell.

 

Blasiussegen

3. Februar: Fest des heiligen Blasius (Blasiussegen)

Der hl. Blasius war Arzt und Bischof von Sebaste (Armenien in der Türkei).

Er starb im Jahre 316 unter der Christenverfolgung den Märtyrertod.

St. Blasius gehört zu den 14 Nothelfern (Vierzehnheiligen) und somit zu den Heiligen, denen man mit besonderem Vertrauen seine Anliegen vorbringt.

Der hl. Blasius ist Schutzpatron der Ärzte, Bäcker, Maurer, Musikanten, Schuster, Schneider, Gerber, Weber und Müller.

In der Volksfrömmigkeit ist der Blasiussegen bekannt, der am 2. Februar (Darstellung des Herrn) und 3. Februar erteilt wird:

Der Priester hält zwei gekreuzte brennende Kerzen an den Hals der KirchenbesucherInnen und spricht folgende Segensworte:

"Durch die Fürsprache des heiligen Bischofs
und Märtyrers Blasius wolle dich Gott bewahren
vor Halskrankheiten und vor allem Bösen
im Namen des Vaters,
des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen"

Der Segen geht zurück auf zwei Legenden aus dem Leben des Heiligen:

  • Zum einen soll Blasius im Gefängnis durch seinen Segen einem Jungen geholfen haben, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte.
  • Zum anderen ist überliefert, dass eine arme Frau Blasius um Hilfe gebeten habe, weil ein Wolf ihr ein Schwein geraubt habe. Daraufhin habe der Wolf das Schwein zurückgebracht. Nachdem sie das Schwein geschlachtet hatte, brachte sie Blasius Kopf und Füße zusammen mit einer Kerze ins Gefängnis. Blasius trug der Frau auf, jedes Jahr in einer Kirche eine Kerze zu opfern, um seinen Segen zu erhalten.

 

Aschermittwoch

Beginn der 40 tägigen Fastenzeit, die an das Fasten Jesu in der Wüste erinnert.

Für die Christen sind die Tage der Fastenzeit eine Vorbereitung auf Ostern.
Neben Schriftlesung, Fasten, Beten gehört aber auch der Verzicht auf Bälle, Partys und Tanzveranstaltungen.
Der Aschermittwoch will Gelegenheit geben, sich von Zerstreuung und Unterhaltung zurück zu ziehen und den Blick auf das Wesentliche zu richten, das unser Leben ausmacht.

Der Aschermittwoch ist strenger Fast- und Abstinenztag.Es wird strenges Fasten empfohlen: nur einmal satt essen und auf das Fleisch verzichten.

In der Kirche Galliens wurden – in Anlehnung an die Vertreibung aus dem Paradies - Menschen, die sich einer schweren Sünde schuldig gemacht hatten, am Anfang der Bußzeit dramatisch gestaltet aus der Kirche vertrieben. Dafür zogen sie ein Bußgewand an und wurden mit Asche bestreut.
Während dieser Brauch um das Ende des 10. Jahrhunderts verloren geht, setzt sich die allgemeine Aschenbestreuung durch, nachdem zunächst einzelne aus Solidarität mit den Büßern die Aschenbestreuung
auf sich genommen hatten.

Der Name Aschermittwoch kommt vom Brauch, die Asche von Palmzweigen des Palmsonntags des Vorjahres zu segnen. Den Gläubigen wird auf der Stirn ein Kreuz aus dieser Asche aufgezeichnet.

Der Priester bzw. Diakon spricht beim Aufzeichnen des Aschenkreuzes die Worte:
„Bedenke, Mensch, dass Du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst”

Mit dem Aschenkreuz auf der Stirn werden die Gläubigen an ihre Vergänglichkeit erinnert und bringen ihre Bereitschaft zur Buße zum Ausdruck, aber auch ihre Hoffnung, gereinigt aus der Asche aufzuerstehen.

Der so genannte „politische Aschermittwoch“ stammt aus Bayern und hat seine Wurzeln im 16. Jahrhundert in Vilshofen.
Dabei trafen sich die Bauern am Aschermittwoch zum Vieh- und Rossmarkt und feilschten nicht nur über die Preise, sondern ließen sich auch über die bayerische Politik aus.

 

40stündiges Gebet

Beitrag von Ursula Buchfelder:

Das 40stündige Gebet geht zurück in die Zeit, als die Jesuiten in Neuburg waren. Mit diesen Gebetsstunden setzten sie bewusst einen Gegensatz zur Fröhlichkeit und Ausgelassenheit des Faschings. Stille zu finden, sich auf das Wesentliche besinnen und daraus Kraft für die Anforderungen des Alltags schöpfen, ist ein Grundgedanke des Betens. Auch der Gedanke des Betens füreinander gehört dazu.

Zu den Gebetsstunden unter dem Thema „Zeit nehmen – Atem holen – verweilen“ sind wir eingeladen, in der Gegenwart des Allerheiligsten uns zu besinnen und unser Leben zu überdenken.

„Dasein bei dir Christus
dich er-warten
das sich sehnende Herz dir hinhalten
niederknien, sich öffnen
schweigen bei dir
verzichten auf mich selbst
in deiner Brotgestalt dich schauen
dich an-beten
nichts leisten
dich an mit geschehen lassen
still sein
an-schauen
die Monstranz dienender Liebe
da-bleiben“
(Theo Schmidkonz)

Dann können wir gestärkt und bewusst in den Alltag gehen.

Guter Gott, schenke uns deinem Segen.
Wir wollen ihn in unsere Familien tragen
Wir wollen ihn zu unseren Freunden tragen.
Wir wollen Freude heim tragen.
Wir wollen Liebe heim tragen.
Wir wollen Frieden heim tragen.
Guter Gott, fülle uns mit deinem Segen.

 

St. Valentin - Valentinstag

Die katholischen Kirchen laden am 14. Februar "alte" und "junge" Paare zu Gottesdiensten für "Verheiratete, Verlobte, Verliebte oder Verbandelte" ein. Dazu wird der Gottesdienst besonders gestaltet, um das ewige Thema "Liebe" besonders zu feiern.

Patron der Liebenden, Verlobten und Bienenzüchter

Die Katholische Kirche verehrt den heiligen Märtyrer und Bischof von Terni, Valentinus. Er wurde zu Beginn des dritten Jahrhunderts geboren und unter dem römischen Kaiser Caudius Goticus am 14. Februar 268
hingerichtet.

  • Trotz des Verbotes des Kaisers soll er Liebespaare nach christlichen Zeremoniell getraut haben.
  • Außerdem stand er Ehepaaren in Partnerschaftkrisen bei.

Legende:
Der Kaiser fragte den Priester Valentin, warum er Jesus und nicht Ihm und den alten Göttern Roms diene. Valentin antwortete : Wenn der Kaiser wüsste, dass Jesus Gottes Sohn ist und niemand so mächtig wie er, würde er diese Frage gar nicht erst stellen. Die Berater des Kaisers warnten diesen vor Valentin. Er will dem Kaiser die Macht stehlen. Ein Richter verlangte einen Beweis für Gott : Kannst du meine blinde Tochter heilen? Valentin betete zu Jesus und das Mädchen wurde geheilt. Valentin schenkte dem Mädchen eine Blume und als diese den Krokus erkennen konnte, wusste sie, dass ihr Augenleiden behoben war. Der Richter und seine Familie ließen sich daraufhin taufen. Als der Kaiser davon erfuhr, lies er Valentin enthaupten.

kolorierter Holzschnitt aus dem Elsass, um 1475, in der National Gallery of Art in Washington

Brauchtum:
Den Valentinstag als Tag der Liebenden zu begehen, geht zurück auf den Festtag für die römische Göttin Juno, weil Mitte Februar die Paarungszeit der Vögel beginnt. Juno, der Schützerin von Ehe und Familie, wurden an diesem Tag Blumen geopfert; den Frauen schenkte man an diesem Tag Blumen.

Im Mittelalter kam der Brauch zunächst in Frankreich, Belgien und England auf, nachgewiesen erstmals im 14. Jahrhundert mit "Valentine greetings". Die Volksüberlieferung sagt, ein Mädchen werde den heiraten, den es am Valentinstag als ersten Mann erblickt; heiratswillige Männer überbringen deshalb möglichst früh am Morgen einen Blumenstrauß.

In England schickt man sich am Valentinstag anonyme Liebesbriefe, in Frankreich bestimmt man durch Los Valentin und Valentine, die dann ein Jahr lang eine Art Verlöbnis leben.

Valentinsbrot galt als Heilmittel, das Beifußkraut ("Herba S. Valentini") ist ihm geweiht.

Der Valentinstag galt als Unglückstag für das Vieh, deshalb durfte es an diesem Tag nicht arbeiten.

In den Hansestädten trafen sich am Valentinstag die Zünfte zum Freundschaftsmahl.

Im deutschsprachigen Raum verbreitete sich der Brauch der Blumengeschenke nach dem 2. Weltkrieg durch den Einfluss aus den USA - die Blumenhändler erklärten diesen Tag 1950 als "Tag der offenen Herzen".

 

Bauernregeln:
 "Kalter Valentin - früher Lenzbeginn."

"Ist's am Valentin noch weiß,/ blüht zu Ostern schon das Reis."

"Hat's zu St.Valentin gefroren, ist das Wetter lang verloren."

"St. Valentin friert`s Rad mitsamt der Mühle ein."

"Regnet es an Valentin, ist die halbe Ernte hin."

"Liegt an Valentin die Katz in der Sonne,/ kriecht sie im März hintern Ofen voll Wonne."

französische Briefmarke des Cartoonisten Raymond Peynet, 1985
Jacopo Bassano: Valentin tauft Lucilla, um 1575, im Museo Civico in Bassano del Grappa

 

 

Auszüge mit freundlicher Genehmigung: Ökumenisches Heiligenlexikon - www.heiligenlexikon.de

 

Emmausgang

Text und Fotos: Gabi Wimmer

Ein nahezu in Vergessenheit geratener Brauch am Ostermontag ist der sogenannte "Emmausgang" zur Erinnerung an den Gang der beiden Jünger Christi von Jerusalem nach Emmaus.
Meist beginnt er bei der Pfarrkirche und endet bei einer Kapelle. Während des Spaziergangs können Stationen festgelegt werden, an denen gesungen und gebetet wird.
Diese Tradition geht auf die Erzählung aus dem Lukas-Evangelium zurück. Nachdem das Grab Jesu leer aufgefunden wurde, machten sich zwei seiner Jünger auf den Weg nach Emmaus, auf dem sie Jesus trafen, ihn aber nicht erkannten. Erst als sie an ihrem Zielort angelangt waren und Jesus mit ihnen beim Abendmahl das Brot brach, erkannten sie ihn.
Gläubige der Pfarreingemeinschaft St. Ulrich - St. Luzia treffen sich am Ostermontag um 5:00 Uhr bei der Pfarrkirche St. Ulrich oder am Parkplatz beim Schloss Grünau. Von dort laufen sie zur Kapelle Gut Rohrenfeld und feiern dort gemeinsam die Heilige Messe. Anschließend wartet auf alle ein großes Osterfrühstück im Pfarrsaal St. Ulrich.

Der Tisch fürs Emmausfrühstück 2008 ist gedeckt
Emmausfrühstück 2008
Emmausfrühstück 2008

 

Fronleichnam

Beitrag in der Neuburger Rundschau vom 21. Mai 2008 mit freundlicher Genehmigung der Neuburger Rundschau

Der Herrgott zieht durch die Straßen- Bräuche zu Fronleichnam
von Ludwig Wagner

Am zweiten Donnerstag nach Pfingsten wird das Fest Fronleichnam begangen, so sieht es der katholische Kirchenkalender vor. Das Fest fällt frühestens auf den 21. Mai und spätestens auf den 24. Juni. Die österliche Zeit neigt sich damit dem Ende entgegen.

Der Bildstock in Zell mit den 14 Nothelfern zählt zu den kirchlichen Prachtstücken des Ortes. (Foto: Ludwig Wagner)

Das Neuburger Wochenblatt aus dem Jahre 1907 gibt uns einen kurzen Einblick, wie damals Fronleichnam begangen wurde. Da ist die Rede von Schülern und Schülerinnen der Volksschulen und höheren Lehranstalten sowie von deren Lehrern und Professoren, den Beamten, den Vertretern der städtischen Kollegien und einer großen Menge Andächtiger. Aber auch das Militär wurde mit eingebunden und stand Spalier, die militärische Musikkapelle war ausgerückt und gab durch ihre musikalischeBegleitung der Prozession einen feierlichen Akzent.

Eine andere Besonderheit finden wir in Zell. Hier dienen vier schmucke Bildstöcke in verschiedenen Größen als Fronleichnamsaltar. Seit 1988 stehen diese Zeugen christlicher Frömmigkeit auf den ehemaligen Haus- und Hofgrundstücken und bereichern die sonst so kahlen Flächen. Durch die Absiedlung und Verlegung der Gebäude war es immer schwieriger geworden, Fronleichnamsaltäre aufzustellen. Auf einem Bildstock finden wir die Bistumspatrone Ulrich, Afra und Simpert, auf einem anderen Maria als Schutzpatronin und des Weiteren die Auferstehung Christi. Der größte Bildstock ist den 14 Nothelfern gewidmet. Heimische Handwerker leisteten damals rund tausend freiwillige Arbeitsstunden zur Erstellung dieser Denkmäler. Unter der Regie des Zeller Gartenbauvereins und der Zuchtstiergenossenschaft wurde das Werk in einer sechsmonatigen Bauzeit vollendet. Die Gesamtkosten beliefen sich auf 34 000 Mark. Spenden von verschiedenen Seiten gab die finanzielle Basis. Den kirchlichen Weiheakt der Bildstöcke übernahm der gebürtige Brucker Pater Ferdinand Raba.