Kirche St. Ulrich

Im Laufe der Jahre, nach dem 2. Weltkrieg bildete sich im Osten Neuburgs ein eigener Stadtteil, das "Ostend". Deshalb wurde es immer dringlicher, ein neues Gotteshaus zu bauen. Am 12. September 1964 wurde die Kirche "St. Ulrich" eingeweiht.

Der erste Seelsorger war Herr Stadtpfarrer Eugen Häußler.

Die Kirche gleicht einem großen Zelt wie es in dem Lied "Ein Haus voll Glorie schauet" besungen wird: "Seht Gottes Zelt auf Erden".

Betritt man die Kirche durch das Hauptportal oder eine der beiden Seitentüren wird der Blick auf den Altar mit dem dahinter stehenden Kreuz gelenkt. Der Altar ist ein massiver Steinblock aus "Blaubank" Stein.

Besonders deutlich hervorgehoben, entsprechend der nachkonziliaren Liturgie, sind der Tabernakel (Tisch des Brotes) und der Ambo (Tisch des Wortes). Beide sind eine Schöpfung des bekannten Neuburger Bildhauers Max Faller. Eine vom kath. Frauenbund gestiftete Muttergottesstatue schmückt zusätzlich den Altarraum

Altarwand

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Von dem Münchener Bildhauer Elmar Dietz aus Sandstein gestaltet, zeigt die Majestas Domini, Christus als Allherrscher; unter seinen Füßen die Weltkugel, mit der Linken das Evangelienbuch auf das Knie stützend, umgeben von den Symbolen der vier Evangelisten.

Gemäß den Evangelien-Anfängen steht für

Markus der Löwe (Stimme des Rufers Johannes d. T.),

für Matthäus der Engel/Mensch (nach dem Geschlechtsregister),

für Lukas der Stier (Opfer des Zacharias)

und für Johannes der Adler (nach dem Gedankenflug des Prologs).

Bruder Benedikt OSFS hat die Gestaltung der Fenster hinter dem Altar entworfen. Er selbst beschreibt die Fenster so:

Die vier Evangelisten berichten von einer zeichenhaften Erscheinung beim Sterben Jesu: der Vorhang des Tempels riss mitten entzwei.

Die Mosaiken

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Der Salesianerbruder Benedikt Schmitz aus Ingolstadt hat, wie schon für die Fenster hinter der Altarwand, die Entwürfe für die farbigen Naturstein-Mosaiken gefertigt, die dann in der Franz Mayer'schen Hofkunstanstalt in München ausgeführt wurden.

Das linke Mosaik zeigt das Gleichnis vom Sämann, der das Wort Gottes als Samen ausstreut. Das weit geöffnete Buch im oberen Bereich soll ein Hinweis sein, dass Gott sich allen mitteilen will.

Das auf der Tabernakelseite angebrachte Mosaik stellt das Gleichnis vom Weinstock dar.

Der vom Bildhauer Max Faller gefertigte Kreuzweg wurde auf der Tabernakelseite angeordnet, um als Wegweiser zum Weinstock - also letztlich zum Auferstandenen und im Tabernakel gegenwärtigen Herrn zu führen.

Die einzelnen Stationen sind durch ein Band von Mosaiksteinchen verbunden; ebenso die nun auf der gegenüberliegenden Seite angebrachten zwölf Apostelleuchter.

Die Reihe der Apostel führt hin zur Mosaikdarstellung des Hl. Ulrich, des Patrons dieser Kirche.

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Die Orgel

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Der Organist Herr Stutz musste sich in den Anfangsjahren mit dem Provisorium einer kleinen, geliehenen Orgel behelfen. Am 3. Dezember 1972 wurde diese Orgel eingeweiht.

Die Marienkapelle

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In der Marienkapelle brennen fast ununterbrochen von Gläubigen gestiftete Kerzen vor der aus Holz geschnitzten Marienstatue von Elmar Dietz.

Hier wird oft der Rosenkranz gebetet.

Die Kapelle bietet kleineren Gruppen Gelegenheit Gottesdienste zu feiern. Vom Abend des Gründonnerstag bis zum Karsamstag wird das Allerheiligste in der Marienkapelle auf dem Altar in einem besonderen Tabernakel zur Anbetung aufbewahrt.

Die Taufkapelle

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In der Taufkapelle steht der Taufbrunnen aus Keramik, über dem eine schwebende Taube den Heiligen Geist versinnbildlicht.

Die Bilder hat Frau Mary Anne Strobel gemalt.

Das rechte Bild stellt die Taufe Jesu am Jordan dar.
Frau Strobel hat den Menschen keine Gesichter gegeben, dafür bunte Kleider. Dies soll die verschiedenen Völker symbolisieren.
Auf dem linken Bild ist eine Familie dargestellt - die Heilige Familie oder Eltern mit ihrem Kind, das sie zur Taufe bringen.

Die Glocken

Im Glockenstuhl befinden sich 4 Glocken. Sie wiegen insgesamt 3 Tonnen.

Die größte davon ist Gott gewidmet, sie wiegt 1800 kg. Die kleinste mit 350 kg ist dem Hl. Ulrich geweiht; ihre Inschrift lautet: "Streiter in Not, Helfer bei Gott - bitt für uns St. Ulrich".

Die Texte stammen überwiegend aus der Festschrift "25 Jahre Pfarrei St. Ulrich", erschienen im September 1989. (Redakteure: Ludwig Meiershofer, Wolfgang Budek, Werner Jadasch)

Bilder: Martin Winter