Das Sakrament der Eucharistie - die Erstkommunion

Der Tag der Erstkommunion - welche Erinnerung ist ihnen geblieben? Der "Weiße Sonntag" war sicher ein schöner Tag! Das weiße Einheitsgewand, die schöne kleine Kommunionkerze... Von meiner Erstkommunion ist mir noch gut im Gedächtnis, dass meine Kerze am Kommuniontag gebrochen war. Das gab Tränen. Mein Vater hatte die Kerze mit Wachs notdürftig repariert, dass sie wenigstens für die Kirche hält. Dann war noch die Aufregung mit der Nüchternheit! Halte ich es durch bis nach der Kommunionfeier? Damals galt noch die Vorschrift, vor Empfang der Hl. Kommunion muss man ab Mitternacht nüchtern bleiben. Und die Geschenke? Ich bekam keine Geschenke.

Inzwischen hat sich vieles geändert bei der Erstkommunion; auch bei der Feier der Hl.Messe. Doch gleich ist geblieben: In der Erstkommunionsfeier emfängt der Gläubige zum ersten Mal Jesus Christus im Zeichen von Brot und Wein. Dabei handelt es sich um Jesu Abschiedsgeschenk: Vor seinem Leiden und Sterben hat Jesus mit seinen Jüngern das letzte Abendmahl gehalten. Er nahm Brot und Wein, reichte es mit den Worten "Dies ist mein Leib, dies ist mein Blut" und fügte hinzu: "Tut dies zu meinem Gedächtnis" Die Eucharistiefeier ist somit nicht nur ein Gedächtnismahl, sondern in ihr bleibt Christus gegenwärtig. Sie bildet das Zentrum der Gemeinschaft der Kirche und ist zugleich ihre Kraftquelle.

Noch ein kurzer Blick in die Geschichte: Seit dem 12.Jahrhundert wird zumeist nur noch das heilige Brot, die Hostie, ausgeteilt aus Sorge, dass der Wein verunreinigt oder verschüttet werden könnte. Auch die Form des Kommunionempfangs hat sich über die Jahre verändert. Zu Beginn reichten die Gläubigen Brot und Wein untereinander weiter, während später ein Priester die Hostien an die Kommunikanten austeilte. Bis zum 9.Jahrhundert wurde den Christen die Hostie in die Hand gelegt. Anschließend setzte sich sich der Brauch durch, sie direkt in den Mund zu geben. Mittlerweile sind beide Formen des Kommunionempfangs nebeneinander getreten. Seit dem 2.Vatikanischen Konzil dürfen auch vom Bischof beauftragte Laien die Hl. Kommunion austeilen.

Was wir als Eucharistie oder Messe bezeichnen, ist das Herzstück der ganzen Liturgie. Die Geburtsstunde der eucharistischen Feier ist das letzte Abendmahl Jesu unmittelbar vor seinem Leiden und Sterben. Jesus feierte mit seinen Jüngern das Paschamahl der Juden, dessen Ursprung bis in die Zeit des Mose zurückreicht. Am Gründonnerstag und am Fronleichnamsfest wird dieses Ereignis in besonderer Weise gefeiert.

Die Feier der Eucharistie gehört zum zentralen Leben der Kirche, im Leben einer Gemeinde. In ihr verdichtet sich all das, was wir glauben, worauf wir hoffen und vertrauen. Sie ist ein Gedächtnismahl: Wir erinnern uns in der Feier an Jesus Christus, an seine Person, an sein Wirken und Tun, an sein Leben, an seinen Tod und seine Auferstehung.

Eucharistie ist jedoch nicht nur Erinnerungs- ud Gedächtnismahl, das von vergangenen, historisch längs abgeschlossenen Dingen handelt. In Feier und Nachvollzug dieses Geschehens wird für uns das Heil, das uns geschenkt ist, schon zur Gegenwart, allerdings noch nicht in seiner Vollendung. In den Zeichen Brot und Wein ist Jesus Christus selbst gegenwärtig. Indem wir von seinem Brot essen und von dem  Wein trinken, erhalten wir in der Gemeinschaft mit Jesus Christus Anteil am ewigen Leben.

Grundstimmung der Gedächtnisfeier des Todes und der Auferstehung des Herrn ist die Freude und die Dankbarkeit. Sie ist es so sehr, dass die Feier von ihr den Namen bekommen hat: Eucharistie.

Das Wort "Eucharistie" stammt aus dem Griechischen und bedeutet "Danksagung". Alle Gebete, Lieder, Worte sind geprägt von der Grundhaltung des Dankens. Das kommt besonders im eucharistischen Hochgebet zum Ausdruck: "Lasset uns danken dem Herrn, unserem Gott...!"

Geheimnis des Glaubens: Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir bis du kommst in Herrlichkeit!