Igel - Gott wirbt um unsere Liebe
Samstag der 2. Adventswoche, 10.12.2022
Igel
Vor wenigen Jahren war ich bei einem guten Bekannten während der Weihnachtszeit eingeladen. Er zeigte mir seine Krippe und was entdeckte ich dort: Einen Igel. Ich schaute ihn etwas fragend an: Warum er ausgerechnet einen Igel in seine Krippenlandschaft stellte? Seine Antwort war: Der Igel ist für mich ein Sinnbild für das unendliche Werben Gottes um uns Menschen.
Hierzu muss man wissen: Igel sind normalerweise Einzelgänger, nur in der Paarungszeit gehen sie in die Zweisamkeit. Das Männchen legt dazu mit seinen kleinen Füßen nachts oft mehrere 1000 Meter zurück. Beim Weibchen angekommen, umkreist es dieses immer wieder, nähert er sich diesem, wird er von ihm des öfteren mit den Kopfstacheln zurückgestoßen, bis das Weibchen irgendwann nachgibt und sich auf seine Liebe einlässt.
Menschen denken immer wieder sie können sich die Liebe Gottes verdienen: durch Gebete, durch Mitfeier der Gottesdienste, durch Bibellesen, durch gute Taten. Nach dem Motto: Ich muss Gott zeigen, dass ich ihn liebe, dann wird er auch mich lieben. Gottes Liebe kann ich mir aber durch nichts, durch gar nichts erwerben. Und ich brauche es auch nicht: Denn er liebt mich vom ersten Augenblick meines Lebens an.
Es ist also gerade anders herum: Gott wirbt um meine Liebe. Er unterlässt nichts, um den Menschen seine Liebe zu zeigen: Er offenbart sich Mose am brennenden Dornbusch, er spricht durch die Propheten zu den Menschen und als alles nichts hilft, sendet er seinen Sohn. Die ganze Bibel ist ein Werben Gottes um uns Menschen. Er sucht die Beziehung zu uns Menschen. Und was strecken wir Gott oft entgegen? Unsere Stacheln der Sünde, der Gleichgültigkeit, der Ablehnung, der Bequemlichkeit, der Ignoranz. Auch in diesem Advent wirbt Gott neu um meine Liebe? Erwidere ich sie? Lasse ich mich auf ihn neu ein und gebe ich ihm Antwort durch mein Gebet, durch meine Liebe zu meinen Mitmenschen?
Einen gesegneten Tag!