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Erklärung der Frühjahrsvollversammlung des Diözesanrats

Appell zur Bundestagswahl am 24. September 2017

18.03.2017

Christen sind aufgerufen, ihren Glauben nicht nur privat zu leben, sondern ihn auch öffentlich in die Diskussionen einzubringen.

Die Entwicklungen in verschiedenen Ländern, aber auch bei uns in Deutschland zeigen, dass bisherige Selbstverständlichkeiten der Werteordnung wie der Zusammenarbeit auf demokratischer Grundlage nicht mehr in jedem Fall gewährleistet sind.

Wir treten als Christen für universale Werte wie Menschenwürde, Lebensschutz, Gleichheit, Freiheit und Solidarität, Subsidiarität und soziale Gerechtigkeit, Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit, Schutz von Ehe und Familie, Friede und Bewahrung der Schöpfung sowie Anstand und Respekt im Umgang miteinander ein. Dabei gilt es auch der Verrohung der Sprache im Internet entgegenzuwirken. Unsere freiheitliche demokratische Ordnung bedarf zur Sicherung ihrer Unantastbarkeit eines eindeutigen und starken Votums der Bürger. Es bedeutet Mut, die Folgen der Freiheit in der Komplexität der modernen Gesellschaften auszuhalten und sie gegen Demagogen und Vereinfacher zu verteidigen. Der Propaganda mit Freund-Feind-Denken muss ebenso entgegengewirkt werden wie der Versuchung des Nationalismus.

Als Christen treten wir ein für die Vielfalt und den Pluralismus innerhalb des demokratischen Spektrums und lehnen Links- wie Rechtsextremismus ab. Wir befürworten Rechtsstaatlichkeit und Gewaltenteilung und stehen für die Botschaft von Verständigung und Gemeinschaft anstelle von Abschottung und Angst. Maß und Mitte, Dialog und Kompromiss sind wesentliche Elemente eines vernünftigen politischen Verhaltens. Es geht um Abwägung im Interesse des Gemeinwohls und nicht um absolut gesetzte Individualinteressen.

Wir appellieren an alle Räte, Verbände, Gruppen und Organisationen in der Diözese, sich in diesem Sinne im kommenden Wahlkampf zu engagieren, Kandidaten zu prüfen und schließlich alle Mitglieder zur Beteiligung an der Bundestagswahl zu motivieren.

Insbesondere gilt es die Jungwähler auf die Bedeutung der Bundestagwahlen hinzuweisen. Es geht schließlich auch um die Zukunft der jungen Generation.

Wer nicht zur Wahl geht, stärkt genau jene Kräfte, die man nicht in der Verantwortung haben will.

 

Beschluss der Vollversammlung des Diözesanrates der Katholiken in der Diözese Augsburg am 18.03.2017 unter dem Thema „Christlicher Glaube – eine Aufforderung zu politischem Handeln“