„Die Tür wird aufgestoßen“

07.03.2020 15:59

Das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidbeihilfe vom 26. Februar 2020 hat kontroverse Reaktionen hervorgerufen. Unter der Rubrik „Thema der Woche“ äußerst sich Weihbischof Losinger in einem Interview mit der Katholischen SonntagsZeitung besorgt angesichts dieses Urteils aus Karlsruhe. Die Aufhebung des Verbots der geschäftsmäßigen Sterbehilfe ist ein Einschnitt in unsere Kultur, die auf die Bejahung des Lebens ausgerichtet sei und befürchtet, dass alte Menschen und Menschen in prekären Lebenssituationen zum Suizid gedrängt werden. Er gehört somit zu den deutlichen Kritikern einer Abschaffung des Paragrafen 217.

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

Der Augsburger Weihbischof und Ethik-Experte Anton Losinger bedauert das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Suizidbeihilfe. Im Interview spricht er über die Gefahr, dass nun auf Menschen in prekären Lebenssituationen der Druck ausgeübt werden könnte, organisierte Suizidbeihilfe in Anspruch zu nehmen.

Herr Weihbischof, was halten Sie von dem Urteil?

Die Aufhebung des Verbots der geschäftsmäßigen Suizidassistenz durch das Bundesverfassungsgericht bedauere ich sehr, auch wenn die Richter ihr Urteil mit einer Reihe von Umsetzungsbestimmungen flankieren. Ich habe den bisherigen, mit breiter überparteilicher Mehrheit gefundenen politischen Kompromiss des Strafgesetzbuch-Paragrafen 217 zum „Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung“ am Ende einer langen und sehr differenzierten politischen und gesellschaftlichen Debatte …….

 

Das Interview ist erschienen in der Katholischen SonntagsZeitung, Ausgabe Nr. 10 vom 7./8.03.2020 und wurde geführt von Victoria Fels.

Das vollständige Interview lesen Sie hier: