„Gott“ – von Ferdinand von Schirach - Das elektrisierende Thema "Sterbehilfe"

07.12.2020 09:46

Augsburger Weihbischof und Ethik-Experte Anton Losinger nimmt in zwei Interviews mit dem „Donaukurier“ und der „Katholischen SonntagsZeitung“ Stellung zum ARD-Film „Gott“ und zur Diskussion zum assistierten Suizid.

Bild von Lolame auf Pixabay

Augsburg - Neun Monate nach dem Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichts zur Sterbehilfe macht der ARD-Film "Gott" nach dem Buch von Ferdinand von Schirach den assistierten Suizid wieder zum Diskussionsthema.

In Schirachs Text werden viele Fragen um das selbstbestimmte Sterben angesprochen. Im Film waren die Zuschauer aufgefordert, abzustimmen. 70,8 Prozent waren am Ende dafür, dass die Hauptfigur, der fiktive 78-jährige Richard Gärtner, sterben darf. Der Augsburger Weihbischof Anton Losinger (63), ausgewiesener Ethik-Experte und von 2005 bis 2016 Mitglied des deutschen Ethikrates, nimmt im Interview Stellung zum Film und zur Diskussion.

Herr Losinger, die Zuschauer haben mehrheitlich entschieden, dass Richard Gärtner sterben dürfe.

Anton Losinger: Für mich persönlich war das dramatisch hohe Abstimmungsergebnis zur Suiziderlaubnis nicht überraschend. Ich hätte persönlich sogar mit einem noch höheren Ergebnis gerechnet. Denn die Debatte um die Fragen des Lebensendes, die Fragen von Palliativmedizin und Selbstbestimmung im Sterben sind ein elektrisierendes Thema unserer Gesellschaft geworden. Die Gesellschaft wird älter. Krankheiten und altersbedingte Pflegesituationen häufen sich, Demenzerkrankungen machen ratlos. Deshalb ist dieses Thema Schirachs unweigerlich im Zentrum des Interesses.

Das Interview führte Marco Schneider und wurde veröffentlicht im „Donaukurier“ am 25.11.2020.

Lesen Sie hier das komplette Interview als PDF-Dokument: 

Das Gespräch mit der „Katholischen SonntagsZeitung“ führte Viktoria Fels und ist erschienen am 28./29.11.2020, Ausgabe Nr. 48.