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Angesehen: Perspektiven auf den Blick Gottes

25.02.2022 08:46

Von anderen angesehen zu werden und somit ein Ansehen zu gewinnen, diese menschliche Grunderfahrung bringt Papst Franziskus mit Gott in Verbindung: „Wir alle wurden mit göttlichem Erbarmen angeschaut“ (Apostolisches Schreiben Gaudete et Exsultate). Zum sechzigsten Geburtstag von Georg Langenhorst, Professor für Didaktik des Katholischen Religionsunterrichts/Religionspädagogik an der Universität Augsburg, erscheint zum Motiv des „von Gott angeblickt Werdens“ eine Festschrift und nähert sich den unterschiedlichen Dimensionen in der Bibel, in der zeitgenössischen populären Kultur und in der Literatur an.

 

Angesehen : interdisziplinäre Perspektiven auf den Blick Gottes /hrsg. von Matthias Werner, Eva Willebrand und Michael Winklmann. – Freiburg : Herder Verl., 2022. – 264 S.; 28,00 €, ISBN 978-3-451-39129-3. - Geleitwort zur Festschrift für Professor Georg Langenhorst, Dr. Bertram Meier, Bischof von Augsburg.

 

An den gütigen Blick Gottes zu glauben und Gottesbeziehung glaubwürdig und vertrauensvoll vorzuleben, macht heutige Religionspädagogik überzeugend und ist ein zentraler Aspekt im Wirken von Professor Georg Langenhorst. Die Vorstellung eines Aufpassergottes, der über alles wacht,  wurde lange Zeit missbraucht, um Menschen einzuschüchtern und ihnen zu drohen. In der modernen Literatur und Kunst gibt es das Motiv des Angeschautwerdens durch Gott. Er erscheint nicht mehr als der strafende Gott, sondern als  „ein Gott, der liebevoll den Mensch wahr- und annimmt“ (Georg Langenhorst). In 17 Beiträgen, verfasst von Wegbegleitern von Georg Langenhorst,  wird deutlich, welche vielfältigen Impulse das Motiv des Angeschautwerdens durch Gott für Theologie, Pastorale und Religionspädagogik bietet. Beispielhaft sei auf den Beitrag von Ulrich Kropac über die Bedeutung des liebenden Blickes Gottes für den Menschen aus Sicht der Offenbarungstheologie hingewiesen. Karl-Josef Kuschel weitet den Blick auf das Leben über den Tod hinaus unter dem Titel „Vom Erkennen und Erkanntsein“. Michaela Neumann sieht das Augsburger Andachtsbild „Maria Knotenlöserin“ im Hinblick auf den gütigen Blick Marias. Im Zentrum aller Beiträge steht der menschenfreundliche Gott, der jeden Menschen liebevoll und wert-schätzend ansieht.  Der anregende und den Blick weitende Band sei allen in der Seelsorge Tätigen, Lehrer*innen und Erzieher*innen sehr empfohlen. (Peter Hart)