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Heilige und Selige des Bistums Augsburg

Heiliger Ulrich (4. Juli) – 1. Bistumspatron - DK
890 als Sohn einer in Wittislingen ansässigen Adelsfamilie geboren, erhielt Udalrich (= reich an väterlichem Erbe) seine Ausbildung in St. Gallen. 923 zum Bischof bestellt, leitete er 50 Jahre lang vorbildlich das Bistum Augsburg. Seine Hauptsorge galt dem Welt- und Ordensklerus, der Gestaltung der Liturgie und den Armen. Untrennbar ist sein Name durch die Verteidigung Augsburgs gegen die Ungarn (955) mit der Reichsgeschichte verbunden. Er zählt zu den führenden deutschen Bischofsgestalten des 10. Jahrhunderts. 993 wurde Ulrich, dessen Verehrung unmittelbar nach seinem Tod am 4. Juli 973 einsetzte, als erster in förmlicher Kanonisation heilig gesprochen. Das Andenken an den großen Patron des Bistums ist bis heute lebendig und im Volk verwurzelt.

Heilige Afra (7. August) – 2. Bistumspatronin - DK
Afra starb als Jungfrau in der diokletianischen Christenverfolgung um 304 in Augsburg. Ihr Name ist mit den ersten Nachrichten über christliches Leben in dieser Stadt verknüpft. Legendär ist die Bekehrungs- und Leidensgeschichte aus dem 8. Jahrhundert, die Afra als Venusdienerin darstellt. Ihre letzte Ruhestätte befindet sich in der heutigen Basilika St. Ulrich und Afra. Sie wird als 2. Stadt- und Bistumspatronin von Augsburg verehrt.

Heiliger Simpert (13. Oktober) – 3. Bistumspatron - DK
Simpert entstammte möglicherweise einer alamannisch baierischen Adelssippe. Er leitete von 778 bis 807 das Bistum Augsburg. Unter ihm erfolgte die Vereinigung des im altbayerischen Gebiet liegenden Bistums Neuburg-Staffelsee mit Augsburg. Simpert konsekrierte auch an einem 28. September (807?) einen Vorgängerbau des Domes. Seine letzte Ruhestätte fand Simpert in St. Ulrich und Afra, wo er als Helfer in vielerlei Nöten und Gebrechen hoch verehrt wurde. In jüngster Zeit erinnert man sich wieder stärker dieses großen Bischofs.

Heiliger Johannes Nepomuk Neumann (5. Januar) - DK
Der in die Diözesankalender der bayerischen Bistümer aufgenommene, 1811 in Tschechien geborene Redemptorist und Bischof von Philadelphia hielt sich vor allem an die einfachen und armen Leute; ihnen fühlte er sich verwandt, mit ihnen aß er Kartoffelsuppe, spülte selbst in der Küche, brachte in einem Tuch verpackt seinen Ministranten Ostereier. In einer guten Schulausbildung sah er den entscheidenden Schlüssel für eine Verbesserung der sozial schwachen Schichten. Über hundert Schulen richtete er in seinem Bistum ein und legte so den Grundstein für das kirchliche Pfarrschul-System im heutigen Amerika. Gleichzeitig ging es ihm immer um den einzelnen Menschen; kein Priester in seiner Diözese soll mehr Stunden im Beichtstuhl verbracht haben als er. Völlig ausgezehrt brach er nach achtjähriger Amtszeit auf der Straße zusammen und starb 1860 in den USA.

Heiliger Vinzenz Pallotti (22. Januar) - DK
Der Gründer der Pallottiner wurde vor einigen Jahren in den Diözesankalender aufgenommen, weil sich in Friedberg bei Augsburg das Provinzialat der Süddeutschen Pallottiner befindet. Vinzenz war Seelsorger der Jugend, der Kranken und Gefangenen, Volksmissionar. Er erkannte, dass angesichts der heraufziehenden Umbrüche in Europa Laien und Priester gemeinsam den Verkündigungsdienst leisten müssten, deshalb gründete er 1835 die Gemeinschaft der Pallottiner und 1843 der Pallottinerinnen, deren besonderes Kennzeichen der Verkündigungsdienst der Laien ist. Er starb an Lungenentzündung, als er einem Bettler seinen Mantel geschenkt hatte und sich ohne Mantel im Beichtstuhl erkältete.

Heilige Kreszentia Höß von Kaufbeuren (5. April) - DK
Die 1682 in Kaufbeuren geborene Kreszentia Höß trat in das Franziskanerinnenkloster ihrer Heimatstadt ein. Jahrelang ertrug sie Krankheiten und Demütigungen. Ihre Kraft schöpfte sie aus der Verehrung des Leidens Christi und aus dem Vertrauen auf den Heiligen Geist. Zur Oberin berufen, wurde sie als Ratgeberin von höchsten Zeitgenossen geschätzt. Sie starb in der Osternacht am 5. April 1744 und wurde im Jahr 1900 selig gesprochen und am 25. November 2001 heilig gesprochen.

Heiliger Petrus Kanisius (27. April) - DK
Geboren 1521 in Nymwegen, gestorben 1597 in Fribourg, heilig gesprochen 1925. Kanisius gehörte dem Jesuitenorden an, leitete von 1556 bis 1569 die oberdeutsche Provinz, war Augsburger Domprediger (1559-1566) und maßgeblich am Aufbau der Dillinger Universität beteiligt. Er verfasste zahlreiche Schriften zur Stärkung und Verteidigung des Glaubens und erhielt mehrfach den Beinamen „2. Apostel Deutschlands“.

Heilige Maria, Schutzfrau von Bayern (1. Mai) - DK
In Zeiten großer Not und schwerer Gefahr, während des Dreißigjährigen Krieges, hat Kurfürst Maximilian I. Bayern dem besonderen Schutz Mariens anempfohlen. Seitdem wurde sie als die Patrona Bavariae, die Schutzfrau von Bayern, betrachtet. Während des Ersten Weltkrieges erbat sich König Ludwig III. von Papst Benedikt XV. die feierliche Bestätigung dieses Ehrentitels und die Einführung des Festes.

Selige Maria Theresia von Jesu Gerhardinger (9. Mai) - DK
Maria Theresia (1797-1879) gründete 1833 die Kongregation der Armen Schulschwestern von Unserer Lieben Frau. Als Erzieherin errichtete sie christliche Bildungsstätten für das einfache Volk und erstrebte die ganzheitliche Formung der jungen Menschen. In Augsburg eröffnete sie 1852 ein Waisen-, Armen und Kinderhaus.

Selige Margareta Ebner (20. Juni) - DK
Um 1291 in Donauwörth geboren, trat sie frühzeitig in das Dominikanerinnenkloster Maria Medingen ein. Sie ist eine Vertreterin der ausklingenden mittelalterlichen deutschen Frauenmystik und wurde sehr bald nach ihrem Tod 1351 im Kloster hoch verehrt. Ihre Seligsprechung erfolgte 1979.

Heilige Radegundis von Wellenburg (1. Juli) - DK
Möglicherweise aus Wulfertshausen gebürtig, soll Radegundis um 1300 gelebt haben. Der Legende nach war sie eine Magd der Herren von Wellenburg und opferte ihr Leben im Dienst der Nächstenliebe auf. Ihre Gebeine wurden über Jahrhunderte hinweg in der Kapelle von Wellenburg verehrt, 1812 aber in die Kirche von Waldberg übertragen, wo noch heute das Radegundisfest begangen wird.

Selige Mechthild von Dießen (6. Juli)
Tochter des Grafen Berthold IV. von Andechs, Meisterin des Augustiner-Chorfrauenstifts St. Stephan zu Dießen. 1153/54 wurde sie als Reformäbtissin in das Kanonissenstift Edelstetten berufen. Sie starb am 31. Mai 1160. Heute ruhen ihre Gebeine in der Pfarrkirche zu Dießen.

Heilige Theresia Benedicta v. Kreuz (Edith Stein) (9. August) - DK
Edith Stein wurde am 12. Oktober 1891 als Kind jüdischer Eltern in Breslau geboren. Lange Zeit war sie in philosophischen Studien auf der Suche nach der Wahrheit, bis sie schließlich den Glauben an Gott fand und sich zur katholischen Kirche bekehrte. Am 1. Januar 1922 wurde sie getauft. Von dieser Zeit an diente sie Gott als Lehrerin und durch die Herausgabe von Schriften. 1933 wurde sie in Köln in den Orden der Karmelitinnen aufgenommen. Unter dem von ihr erbetenen Namen Theresia Benedicta vom Kreuz weihte sie ihr Leben für das jüdische und das deutsche Volk. Wegen der Judenverfolgung verließ sie Deutschland und wurde am 31. Dezember 1938 in den Karmel Echt (Niederlande) aufgenommen. Am 2. August 1942 wurde sie von den Nationalsozialisten gefangen genommen und in das zur Ausrottung des jüdischen Volkes bestimmte Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau verschleppt. Dort wurde sie wahrscheinlich am 9. August 1942 in der Gaskammer grausam getötet. Papst Johannes Paul II. hat sie am 1. Mai 1981 in Köln selig gesprochen. Die Heiligsprechung erfolgte am 11. Oktober 1998. Papst Johannes Paul II. hat sie (zusammen mit Birgitta von Schweden und Katharina von Siena) am 1. Oktober 1999 durch das Apostolische Schreiben „Spes aedificandi“ zur Schutzpatronin Europas ernannt.

Seliger Abt Rupert I. von Ottobeuren (16. August)
Zunächst Mönche in St. Georgen im Schwarzwald. Von 1102 bis zum Tod am 15. August 1145 Abt des Benediktinerklosters Ottobeuren. Schon bald nach seinem Heimgang wurde er vom Volk als Seliger verehrt. 1963 gestattete Papst Paul VI. für Ottobeuren die Benützung eines eigenen Offiziums und Messformulars zu Ehren des Seligen.

Heiliger Magnus (6. September) - DK
Er wird als Apostel des Allgäus verehrt, da er um 750 im Auftrag des Augsburger Bischofs Wikterp die Gegend am oberen Lech missionierte. Er gründete eine Zelle in Füssen, aus der das Benediktinerkloster Sankt Mang erwuchs. Magnus starb an einem 6. September, möglicherweise im Jahr 772.

Seliger Franz Xaver Seelos (5. Oktober) - DK (nur in der Stadt Füssen)
Der selige Franz Xaver Seelos wurde am 11. Januar 1819 in Füssen geboren. Als Sohn des Mesners der Pfarrkirche St. Mang verspürte der junge Franz Xaver schon früh den Wunsch, Priester zu werden. Nach der Grundschule in Füssen besuchte er das Gymnasium bei St. Stephan in Augsburg, die Universität München und das Priesterseminar in Dillingen a.d. Donau. Er trat dann in die Kongregation des Heiligsten Erlösers (Redemptoristen) ein, ging 1843 als Missionar nach Nordamerika und wurde 1844 dort zum Priester geweiht. 1857 wurde er Pfarrer in Cumberland (Maryland), wo er täglich mehrere Stunden die heilige Beichte abnahm. 1862 arbeitete er in Annapolis als Pfarreiseelsorger und Studentenpräfekt. Er starb am 4. Oktober 1867 als treuer Seelsorger im Rufe der Heiligkeit im Alter von 48 Jahren an Gelbfieber. Am 9. April 2000 wurde er von Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. In der Füssener Stadtpfarrkirche St. Mang erinnert ein Gedenkschrein an den Füssener Seligen.

Heilige Hedwig (16. Oktober) - DK
Sie wurde 1174 auf Burg Andechs am Ammersee geboren. Ihre Vermählung mit Herzog Heinrich I. von Schlesien erfolgte 1189/90. Schon zu Lebzeiten erfuhr Hedwig wegen ihrer Frömmigkeit und karitativen Einstellung die Hochachtung der schlesischen Untertanen. Sie starb am 14. Oktober 1243 und erhielt ihre letzte Ruhestätte im Kloster Trebnitz/Schlesien. Die Heiligsprechung erfolgte 1267. Hedwig gilt heute als die „Patronin der Versöhnung zwischen dem deutschen und dem polnischen Volk“.

Heiliger Gallus (16. Oktober) - DK
Geboren um 550 in Irland, gestorben um 640 in Arbon/Schweiz, Glaubensbote am Bodensee. Von dem nach ihm benannten Kloster St. Gallen zogen im 8. Jahrhundert Missionare ins Allgäu. Die Gallus-Verehrung ist im Bistum Augsburg bereits um 1000 bezeugt.

Heiliger Kaspar del Bufalo (21. Oktober) - DK (neu, seit 2015)

Der hl. Kaspar del Bufalo wurde am 6. Januar 1786 in Rom geboren. Noch sehr jung, zeigte er großen apostolischen Eifer und verkündete Jugendlichen, Bauern, Armen und Kranken die Frohe Botschaft. Seine besondere Liebe galt den Leidenden in Heimen und Krankenhäusern. Am 31. Juli 1808 wurde er zum Priester der Diözese Rom geweiht. Begeistert vom Geheimnis des Blutes Christi, wollte er die Früchte der Erlösung den Menschen wirksamer vermitteln. Dazu gründete er 1815 die Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut.

Heiliger Wolfhard (Gualfardus) von Augsburg (27. Oktober) - DK

Der in der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts in Augsburg geborene Wolfhard kam als Sattlergeselle nach Verona, Zwanzig Jahre lang lebte er als Einsiedler in den Wäldern der Etsch, anschließend in Verona, wo er am 30. April 1127 starb. 1602 gelangten Reliquien nach Augsburg, wo sie noch heute in der Sebastians-Kirche verehrt werden.

Heiliger Wolfgang (31. Oktober) - DK
Wolfgang, geboren um 924 in Schwaben, wurde von Ulrich, dem er zeitlebens freundschaftlich verbunden war, zum Priester geweiht. 972 zum Bischof von Regensburg bestellt, leitete Wolfgang dieses Bistum bis 994 mit Tatkraft und Umsicht. Er bestattete 973 Bischof Ulrich in Augsburg zur letzten Ruhe.

Seliger Rupert Mayer (3. November) - DK
Rupert Mayer wuchs in Stuttgart auf, wurde 1899 zum Priester geweiht und trat dem Jesuitenorden bei. Ab 1906 zog er als Volksmissionar durch die Schweiz, Deutschland und die Niederlande. 1912 kam er nach München, 1914 ging er als Soldatenseelsorger an die Fronten des 1. Weltkrieges und wurde als erster Feldgeistlicher mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet: er hatte sich eine lebensgefährliche Verletzung zugezogen, weil er sich schützend über einen schwer verletzten Soldaten gebeugt hatte; ein Bein musste ihm amputiert werden. In den restlichen Kriegsjahren predigte er wieder in München, 1921 wurde er Präses der "Marianischen Männerkongregation". Schon früh erkannte er die Gefahren des heraufziehenden Nationalsozialismus und erhob warnend seine Stimme. Im Januar 1937 wurde er dann von den Nazis erstmals verhaftet, schließlich wegen einer Predigt für sechs Monate eingesperrt, dann mehrfach verurteilt, sieben Monate im Konzentrationslager Sachsenhausen in Isolationshaft gehalten und danach nur freigelassen mit der Auflage eines Predigtverbotes. Die fünf Jahre bis zum Ende des Krieges verbrachte er isoliert im Kloster Ettal, dann war zwar der Krieg zu Ende, aber auch er am Ende seiner Lebenskräfte. Am Allerheiligentag starb er während der Messe vor dem Altar der Münchner Michaelskirche.

Heiliger Stanislaus Kostka (13. November) - DK
Als Sohn einer polnischen Adelsfamilie um 1550 geboren, kam er 1564 nach Wien. Da die Eltern den Eintritt in den Jesuitenorden verweigerten, begab er sich 1567 zu Petrus Kanisius, der in Dillingen weilte. Nach dreiwöchigem Aufenthalt zog Stanislaus nach Rom, um dort in das Noviziat einzutreten. Bereits im August 1568 starb er im Alter von 18 Jahren. Seine Heiligsprechung erfolgte 1726. Der große Marienverehrer wird besonders von der studierenden Jugend verehrt.

Heiliger Albertus Magnus (15. November) - DK
Er wurde um 1193 in Lauingen a.d. Donau geboren und trat später in den Dominikanerorden ein. Albert, zeitweilig Bischof von Regensburg, dozierte u.a. in Paris und Köln. Er gilt als einer der größten Universalgelehrten des Mittelalters und erhielt den Beinamen „Der Große“. Albert, der ein großes wissenschaftliches Erbe hinterließ, starb am 15. November 1280 in Köln und wurde 1932 heilig gesprochen.

Heilige Konrad und Gebhard (26. November) - DK
Zwei Bischöfe des Bistums Konstanz, zu dem das westlich der Iller gelegene heutige Augsburger Diözesangebiet bis zum 19. Jahrhundert gehörte. Konrad (934-975), nach alter Tradition mit dem Grafengeschlecht von Andechs verwandt, war ein Freund Ulrichs. Bischof Gebhard II. leitete das Bistum Konstanz von 979 bis 995.

Heilige Adelheid (16. Dezember) - DK
Gemahlin des Kaisers Otto I., sie bemühte sich um die geistliche Erneuerung der Benediktinerklöster und unterstützte tatkräftig den Wiederaufbau des 994 eingestürzten Westteils des Augsburger Domes. Deshalb erfreute sie sich nach ihrem Tod am 16. Dezember 999 und ihrer Heiligsprechung im Jahr 1097 besonderer Verehrung in der Stadt Augsburg.

(DK =- Aufnahme in den Diözesankalender)


Quelle u.a.: Gotteslob. Katholisches Gebet- und Gesangbuch mit dem erweiterten Diözesanteil Augsburg, Donauwörth 1987, Nr. 1007, S. 1100-1104.