Heilige und Selige des Bistums Augsburg

Die Bistumspatrone

4. Juli – Heiliger Ulrich (Hochfest)
(um 890 in Augsburg, Dillingen, Wittislingen oder Sulmetingen – 973 in Augsburg)
Alemannischer Adeliger, Ausbildung im Kloster St. Gallen, 923 Bischof von Augsburg, Förderer des religiösen Lebens, Idealbild eines ottonischen Reichsbischofs, großer Einsatz in Reichsangelegenheiten, 955 Verteidiger Augsburgs gegen die Ungarn, 993 Heiligsprechung.

7. August – Heilige Afra (Hochfest)
(gestorben um 304 in Augsburg)
Märtyrin in der diokletianischen Christenverfolgung, legendäre Bekehrungs- und Leidensgeschichte aus dem achten Jahrhundert, Verehrung des Grabes in der heutigen Basilika St. Ulrich und Afra.

13. Oktober – Heiliger Simpert (gebotener Gedenktag)
(um 750– 807)
778 Bischof von Augsburg, Vereinigung des bayerischen Bistums Neuburg-Staffelsee mit dem Bistum Augsburg, wohl am 28. September 807 Weihe des neuerbauten Domes, Grab in St. Ulrich und Afra in Augsburg, Patron der Kinder und Jugendlichen.

       

Weitere Heilige und Selige
    
5. Januar – Heiliger Johann Nepomuk Neumann (nichtgebotener Gedenktag)
(1811 in Prachatitz/Böhmen – 1860 in Philadelphia/USA)
1836 Priesterweihe in New York, Wirken als Missionar in Williamsville, 1840 Eintritt in den Redemptoristenorden, 1852 Bischof von Philadelphia, Aufbau der Diözese, Verfasser zweier Katechismen, Förderer der Armen Schulschwestern, 1977 Heiligsprechung. Aufgrund der besonderen Verehrung durch die in der Diözese heimisch gewordenen Sudetendeutschen wurde er in den Diözesankalender aufgenommen.

22. Januar – Heiliger Vinzenz Pallotti (nichtgebotener Gedenktag)
(1795 in Rom – 1850 in Rom)
1818 Priesterweihe in Rom, Seelsorger, Volksmissionar und Beichtvater, 1835 Gründung der Gemeinschaft der Pallottiner, 1843 der Pallottinerinnen, Förderer des Laienapostolats und der Mission, 1963 Heiligsprechung. Die Pallottiner wirken in der Diözese in Friedberg bei Augsburg, wo auch der Sitz ihres Provinzialates ist.

5. April – Heilige Krescentia Höß von Kaufbeuren (gebotener Gedenktag)
(1682 in Kaufbeuren – 1744 in Kaufbeuren)
1703 Eintritt in das Franziskanerinnenkloster in Kaufbeuren, Krankheiten und Demütigungen ertragend, seit 1710 als Pförtnerin, seit 1741 als Oberin Ratgeberin auch höchster Persönlichkeiten, Verehrerin der Leiden Christi und des Heiligen Geistes, 2001 Heiligsprechung.

27. April – Heiliger Petrus Kanisius (gebotener Gedenktag)
(1521 in Nimwegen/Niederlande – 1597 in Freiburg/Schweiz)
1543 Eintritt in den Jesuitenorden und Priesterweihe in Köln, 1547 Gesandter des Augsburger Bischofs auf dem Konzil von Trient, 1549 Doktor der Theologie in Bologna, anschließend Professor der Theologie an der Universität Ingolstadt, 1552 Aufenthalt in Wien, 1554 Administrator der Diözese Wien, 1556–1569 Leiter der oberdeutschen Provinz, 1559 Domprediger in Augsburg, 1566 Wechsel nach Dillingen (dort am Aufbau der Universität beteiligt), 1580 in Freiburg/Schweiz, Verfasser von Katechismen, als zweiter Apostel Deutschlands verehrt (nach Bonifatius), 1925 Heiligsprechung, zugleich Ernennung zum Kirchenlehrer.

9. Mai – Selige Maria Theresia von Jesu Gerhardinger (nichtgebotener Gedenktag)
(1797 in Stadtamhof bei Regensburg – 1879 in München)
1833 Gründerin der Gemeinschaft der Armen Schulschwestern in Neunburg vorm Wald, 1843 Umzug in das ehemalige Angerkloster nach München, 1852 Eröffnung eines Waisen-, Armen- und Kinderhauses in Augsburg, 1854 päpstliche Approbation des Ordens, 1985 Seligsprechung. Die Armen Schulschwestern wirken bis heute an verschiedenen Orten in der Diözese.

20. Juni – Margarete Ebner (nichtgebotener Gedenktag)
(um 1291 in Donauwörth – 1351 in Mödingen)
Um 1306 Eintritt in das Dominikanerinnenkloster Maria Medingen, Vertreterin der ausklingenden mittelalterlichen Frauenmystik, Briefwechsel mit ihrem Seelenführer Heinrich von Nördlingen (älteste erhaltene Briefsammlung in deutscher Sprache), seit 1344 Aufzeichnung ihrer Offenbarungen, Grab im Kloster Maria Medingen, 1979 Erlaubnis zur kultischen Verehrung.

1. Juli – Heilige Radegundis von Wellenburg (nichtgebotener Gedenktag)
(um 1300, geboren wohl in Wulfertshausen)
Dienstmagd der Herren von Wellenburg, nach der Legende im Dienst der Nächstenliebe ihr Leben in der Krankenpflege aufopfernd, von einem Wolf angefallen und tödlich verletzt, Errichtung einer Kapelle über ihrem Grab schon bald nach ihrem Tod, 1812/18 Übertragung der Gebeine aus der Kapelle von Wellenburg in die Kirche von Waldberg.

9. August – Heilige Theresia Benedicta vom Kreuz – Edith Stein (Fest)
(1891 in Breslau – 1942 im Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau)
Jüdischer Abstammung, 1916 Doktor der Philosophie in Freiburg (Schülerin Edmund Husserls), 1922 Taufe, 1923 Lehrerin an einer Mädchenschule der Dominikanerinnen in Speyer, 1932 Dozentin am Deutschen Institut für wissenschaftliche Pädagogik in Münster/Westfalen, 1933 Lehrverbot durch die Nationalsozialisten, 1933 Eintritt in den Kölner Karmel, 1938 Wechsel nach Echt/Niederlande, 1942 Verhaftung, Deportation und Vergasung, 1998 Heiligsprechung, 1999 Patronin Europas (zusammen mit Birgitta von Schweden und Katharina von Siena). Namensgeberin für mehrere Schulen im Bistum und das Haus der Katholischen Hochschulgemeinde in Augsburg.

16. August – Seliger Abt Rupert I. von Ottobeuren
(um 1050–1145 in Ottobeuren)
Prior im Benediktinerkloster St. Georgen im Schwarzwald, 1102 Abt des Benediktinerklosters Ottobeuren, großer Reformer, bald im Kloster und vom Volk als Seliger verehrt, 1270 Gebeine in die Klosterkirche überführt, lokale Verehrung in Ottobeuren (eigenes Offizium und Messformular).

6. September – Heiliger Magnus (gebotener Gedenktag)
(um 700 – um 750 in Füssen)
Mönch, Glaubensbote im Allgäu („Apostel des Allgäus“), Gründer der Zelle in Füssen als Vorläufer des Benediktinerklosters St. Mang, Lebensbeschreibung aus dem achten Jahrhundert mit legendären Zügen, um 840/50 Erhebung der Gebeine, Reliquien seit den Ungarneinfällen verschollen (Kelch und Stab aus dem Hochgrab erhalten).

5. Oktober – Seliger Franz Xaver Seelos (nichtgebotener Gedenktag in der Stadt Füssen)
(1819 in Füssen – 1867 in New Orleans/USA)
Studium der Philosophie an der Universität München, 1842 Ordenseintritt bei den Redemptoristen, 1843 Übersiedlung in die USA, 1844 Ewige Profess und Priesterweihe, Wirken als Pfarrseelsorger und Volksmissionar, bald auch als Oberer und Novizenmeister, Sorge besonders um Arme, Kranke und Verlassene, zudem ein gefragter Beichtvater und geistlicher Begleiter, bei der Betreuung von Gelbfieberpatienten Erkrankung und Tod, 2000 Seligsprechung.

16. Oktober – Heilige Hedwig von Andechs (nichtgebotener Gedenktag)
(um 1174 in Andechs – 1243 in Trebnitz/Schlesien)
Tochter Graf Bertholds IV. von Andechs-Meranien, 1189/90 Herzogin von Schlesien, schon zu Lebzeiten wegen ihrer Frömmigkeit und Nächstenliebe verehrt, 1203 Gründerin des Zisterzienserinnenklosters Trebnitz zusammen mit ihrem Gemahl, 1238 als Witwe Rückzug ins Kloster, 1267 Heiligsprechung, gilt als Patronin der Versöhnung zwischen Deutschland und Polen.

16. Oktober – Heiliger Gallus (nichtgebotener Gedenktag)
(um 550 wohl in Irland – um 640/45 in Arbon/Schweiz)
Nach der Lebensbeschreibung aus dem achten/neunten Jahrhundert als Mönch in Begleitung des heiligen Columban Missionar bei den Alemannen, Glaubensbote am Bodensee, nach der Trennung von Columban Einsiedler in einer Zelle an der Steinach, dort Ursprung des Klosters St. Gallen.

21. Oktober – Heiliger Kaspar del Bufalo (nichtgebotener Gedenktag)
(1786 in Rom – 1837 in Rom)
1808 Priesterweihe in Rom, Seelsorger im verwahrlosten Kirchenstaat zwischen Rom und Neapel, 1815 Gründung der Kongregation der Missionare vom Kostbaren Blut zur Volksmission, 1954 Heiligsprechung. Im Bistum Augsburg leben die Missionare vom Kostbaren Blut im Kloster Baumgärtle in Breitenbrunn bei Mindelheim.

27. Oktober – Heiliger Wolfhard (Gualfardus) von Augsburg (nichtgebotener Gedenktag)
(um 1070/75 in Augsburg – 1117/1127 in Verona)
Sattlergeselle auf Wanderschaft, 1096/97 Arbeit in Verona, Einsiedler in den Wäldern der Etsch bei Verona, 1117 Eintritt in das Kamaldulenserkloster in Verona als Rekluse, dort begraben, 1602 Überführung von Reliquien in die neuerbaute Kapuzinerkirche St. Sebastian in Augsburg.

31. Oktober – Heiliger Wolfgang (nichtgebotener Gedenktag)
(um 920/24 in Schwaben, evtl. Pfullingen – 994 in Pupping)
964 Rückzug ins Kloster Einsiedeln, 968 Priesterweihe durch Bischof Ulrich, 971 Missionar in Ungarn, 972 Bischof von Regensburg, 973 Einwilligung in die Abtretung Böhmens, 973 Bestattung von Bischof Ulrich in Augsburg, Förderer der Klosterreformen, 1052 Heiligsprechung, Patron des Bistums Regensburg.

3. November – Seliger Rupert Mayer (nichtgebotener Gedenktag)
(1876 in Stuttgart – 1945 in München)
1899 Priesterweihe für das Bistum Rottenburg, 1900 Eintritt in den Jesuitenorden in Tisis/Feldkirch, 1906 Volksmissionen im deutschsprachigen Raum, 1912 Seelsorger für die Zuwanderer in München, 1915 Divisionspfarrer im Ersten Weltkrieg (1916 Amputation des linken Beins), 1921 Präses der Marianischen Männerkongregation, 1925 Einführung der sonntäglichen Bahnhofsgottesdienste, entschiedener Gegner des Nationalsozialismus, 1937 Rede- und Predigtverbot, mehrmalige Verhaftung, 1939 Einweisung in das Konzentrationslager Sachsenhausen-Oranienburg, 1940 Isolation im Kloster Ettal, 1945 Rückkehr nach München und baldiger Tod, 1948 Überführung seiner Gebeine in die Unterkirche der Münchener Bürgersaalkirche, 1987 Seligsprechung. Er predigte wiederholt im Gebiet des Bistums Augsburg.

13. November – Heiliger Stanislaus Kostka (nichtgebotener Gedenktag)
(um 1550 in Polen – 1568 in Rom)
Seit 1564 in Wien, 1567 in Kontakt mit Petrus Kanisius in Dillingen, anschließend Noviziat in Rom, dort im Alter von 18 Jahren verstorben, 1726 Heiligsprechung, Patron der studierenden Jugend.

15. November – Heiliger Albertus Magnus (gebotener Gedenktag)
(um 1200 in Lauingen an der Donau – 1280 in Köln)
Studium an der Universität Padua, 1223 Ordenseintritt bei den Dominikanern, 1227/28 Ordenslehrer in Köln, seit 1233 in Freiburg im Breisgau, Regensburg und Hildesheim, 1243/44 an der Universität Paris (1246 Doktor der Theologie), Lehrer des Thomas von Aquin, 1260–1262 Bischof von Regensburg, 1263 Kreuzzugsprediger und Nuntius der deutschsprachigen Länder, einer der größten Universalgelehrten des Mittelalters, 1622 Seligsprechung, 1931 Heiligsprechung, zugleich zum Kirchenlehrer erhoben.

26. November – Heilige Konrad und Gebhard (nichtgebotener Gedenktag)
(um 900 auf dem Martinsberg bei Weingarten – 975 in Konstanz)
Erziehung in der Klosterschule St. Gallen, 934 Bischof von Konstanz, mit Ulrich von Augsburg befreundet, 1123 Heiligsprechung. Gebhard II. (vor 979 in Bregenz – 995 in Konstanz) 979 Bischof von Konstanz, 992 Gründung des Klosters Petershausen, 1134 Heiligsprechung. Das westlich der Iller gelegene Augsburger Diözesangebiet gehörte bis 1821 zur Diözese Konstanz.

16. Dezember – Heilige Adelheid von Burgund (nichtgebotener Gedenktag)
(931 in Burgund – 999 im Kloster Selz/Elsass)
Tochter des Königs Rudolf II. von Burgund, 950 Tod ihres ersten Gatten Lothar von Italien, 951 Heirat mit König Otto I., 962 Kaiserkrönung, Klostergründerin, um die geistliche Erneuerung der Benediktinerklöster bemüht, unterstützte den Wiederaufbau des 994 eingestürzten Westteils des Augsburger Domes, 1097 Heiligsprechung.

   

Aus: Gotteslob. Katholisches Gebet- und Gesangbuch. Ausgabe für die Diözese Augsburg, Augsburg 2013, Nr. 701.