Tansania im Fokus

Missionaretreffen der Augsburger „Heimaturlauber“

10.07.2019 13:56

Zwei Missionarinnen und zwei Missionare waren kürzlich zum „Heimaturlauber“-treffen der Diözese nach Augsburg gekommen. Alle vier stammen sie aus dem Bistum, leben und arbeiten aber schon zum Teil viele Jahre im Ausland. Beginn war am Mittwoch, 3. Juli, im Besprechungsraum der Abteilung Weltkirche in der Peutingerstraße. Da dieses Mal alle vier Missionskräfte aus Tansania kamen, war gleich ein gemeinsames Thema gefunden.

Zum Gruppenfoto stellten sich die Heimaturlauber-Missionare während ihres Treffens zusammen mit Bischof Dr. Konrad Zdarsa und Anton Stegmair (vordere Reihe) auf. Hinten von links: Silvia Woidschützke, Inge Pecher. Mittlere Reihe: Bruder Coelestin Rapp OSB, Andrea Decke, Domdekan Prälat Dr. Bertram Meier. Vordere Reihe: Schwester Maria Goretti Gast, Schwester Sigirada Dopfer, Bruder Jesaja Sienz (alle OSB).

Wie geht es weiter in Tansania? Welche Entwicklungen sind wahrnehmbar und wie ist die Rolle der katholischen Kirche dabei? Noch gemeinsam hatten die vier, dass sie alle der benediktinischen Familie mit den Heimatklöstern St. Ottilien und Tutzing angehören. Zusammen mit dem Leiter der Abteilung Weltkirche, Anton Stegmair, den Projektsachbearbeiterinnen Andrea Decke und Inge Pecher und mit Silvia Woidschützke vom Sekretariat gab es einen spannenden Austausch über die oft langjährigen Erfahrungen der Frauen und Männer im sozialen oder pastoralen Dienst der Kirche von Tansania.

Während Bruder Jesaja Sienz erst seit fünf Jahren als Arzt in Ndanda tätig ist, war Bruder Coelestin Rapp schon im Jahre 1989 nach Tanzania aufgebrochen, um in verschiedenen Orten vor allem im Bereich der Landwirtschaft zu arbeiten. Zuletzt lebte er in der Gemeinschaft Sakarani in den Usambara-Bergen in einer kleinen Niederlassung der Benediktiner. Schwester Maria Goretti Gast arbeitete über 50 Jahre lang als Zahnärztin in Peramiho. Als sie angefangen hatte, war ihr Arbeitsgerät ein mit dem Fuß angetriebener Bohrer. Im Umkreis von 500 km war sie die einzige Zahnärztin. Heute hat sie eine kleine Zahnklinik, in der inzwischen einheimische Fachkräfte arbeiten, so dass sie sich mit 87  Jahren weitgehend aus dem aktiven Geschäft zurückziehen konnte. Schwester Sigirada Dopfer bildete ein ganzes Missionarsleben in Ndanda Küchenfachkräfte aus und sorgte für das leibliche Wohl von zwei Klostergemeinschaften. Jetzt lebt sie in Lindi in einer kleinen Gemeinschaft in der Nähe des großen Mutterklosters, unweit des Indischen Ozeans.

Die Mitfeier der feierlichen Pontifikalvesper zur Erhebung des Ulrichsschreines war ein weiterer Programmpunkt, bevor es dann zum Sommerfest der Mitarbeiter und Gäste des Hauses Sankt Ulrich ging. Sehr erfreut waren alle, dass sich an ihren Tisch auch Bischof em. Viktor Josef Dammertz gesellte, der kürzlich seinen 90. Geburtstag feiern durfte. So manche Geschichte und Episode aus einem teils über 40-jährigen Missionarsleben konnte in froher Runde bei angenehmen Abendtemperaturen unter freiem Himmel ausgetauscht werden, bevor es dann zur Übernachtung ins Ulrichshaus ging.

Am Gedenktag des heiligen Ulrich am 4. Juli bestand dann für alle die Möglichkeit, am Festgottesdienst in der Ulrichsbasilika teilzunehmen. Feierlich umrahmt wurde er von den Domsingknaben und einem großen Orchester.

Nach dem Mittagessen im Haus Sankt Ulrich kam auch Bischof Konrad Zdarsa zu einem kurzen Besuch zu den Missionarinnen und Missionaren, um ihnen seinen Dank für das großartige Engagement „in der Mission“ auszudrücken. Während es für einen der Gäste schon nach wenigen Tagen zurück nach Tanzania ging, konnten sich die anderen noch auf freie Tage „in der Heimat“ freuen.