St. Anna strahlt in neuem Glanz

Liest man die Bestandsaufnahme der Restaurierungswerkstätte Peter Niederhauser aus Prittriching zu unserer St. Anna Kirche in Schöffau, dann wird einem schnell ganz klar, was dieses Kleinod schon alles erlebt haben muss.

Ein gotischer Chor, ein barock verändertes Langhaus, frühklassizistische Seitenaltäre und ein spätromanischer Turm sind stille Zeugen der steten Veränderung in diesem Gotteshaus, das als Saalkirche Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut wurde.

Angesichts ihres Alters von nahezu einem halben Jahrtausend mag unserer Kirche die in unseren Augen mit 4 Monaten schier unendlich andauernde Renovierung nur ein Wimpernschlag vorgekommen sein.

Ein Wimpernschlag allerdings, der alles reinigte, was sich seit der letzten Gesamtrenovierung 1971 so angesammelt hatte: Starke Verschmutzung von Wänden, Stuck und Deckengemälden, poröse Oberflächen und Wasserschäden, Fehlstellen und Risse am Stuck sowie den marmorierten Oberflächen von Haupt- und Seitenaltären, abgeriebene Matallauflagen auf dem Rahmen der Kreuzwegbilder und nicht zuletzt eine von Holzwürmern traktierte 100-jährige Orgel, der regelrecht die Luft ausging.

Die handwerklich hervorragende Arbeit der Restaurierungsfirma Niederhauser, der Malerfirma Diem sowie des Orgelbauers Dieter Schingnitz sind die eine Sache, die andere ist die viele Arbeit drum herum, die auch getan werden musste. Hier soll noch mal all den freiwilligen Helfern und Helferinnen gedankt werden, die unentgeldlich ihre Zeit und Arbeitskraft zur Verfügung gestellt haben. So wurden beim Aus- und Einbau der Kirchenstühle als auch bei den groben Reparaturabeiten am Putz, bei der Elektroinstallation und den schließlich bitter notwendigen Endreinigungen hohe Kosten gespart.

Trotzdem belaufen sich die gesamten Renovierungskosten auf 70.000 Euro, von denen die Katholische Kirchenstiftung St. Anna eine Eigenanteil von 32.000 Euro zu bestreiten hat. Darin enthalten sind 9500 Euro allein für die Orgelrenovierung, für die bereits lange vor Beginn der Kirchenrenovierung großzügige Spenden eingegangen sind und schließlich durch Sammlungen bei Konzerten ergänzt wurden. Nur durch die großzügige finanzielle Hilfe von vielen privaten Spendern sowie den örtlichen Vereinen konnte der Eigenanteil erbracht werden. Den Rest übernimmt unsere Gemeinde, der Landkreis, der Bezirk, das Bayr. Landesamt für Denkmalpflege, die Bayr. Landesstiftung sowie die Diözese Augsburg.

Allen Spendern, den freiwilligen Helfern, der Kirchenverwaltung mit unserem Herrn Pfarrer Walter und unserer Gemeinde sei hiermit nochmals ein herzliches "Vergelt´s Gott" gesagt.

Um unserer Kirche etwas Gutes zu tun wurde beschlossen, einen der Hauptverschmutzungsfaktoren, die elektrische Heizung, in Zukuft etwas sparsamer einzusetzen. Wir müssen uns dann zwar ein wenig wärmer anziehen, aber der neue Glanz unserer Kirche wird unsere Herzen erwärmen und wir können uns darüber freuen, dass unsere St. Anna Kirche viele Wimpernschläge ausharren wird, bevor erst von der übernächsten Generation wieder dieser Kraftakt einer Renovierung abverlangt wird.

Text: Josef Lory, Bilder in der Bildergalerie von Silvia Rudloff