Umbau und Sanierung des Pfarrhofs

Schloß Offingen

Seit dem Jahr 1879 ist das Offinger Schloß im Besitz der Pfarrei Sankt Georg und der Gemeinde Offingen gewesen. 17 Jahre nach seinem Erwerb von den Freiherrn von Freyberg verkaufte es der Landwirt Johann Haupeltshofer zu 3/5 an die Kirchenstiftung und zu 2/5 an die Gemeinde. Während im Südteil der Pfarrer einzog, residierte im Nordteil zu Beginn der Schullehrer.

Für den Offinger Grundherrn, die Freiherrn von Freyberg diente das Schloß als Sitz für ihren Verwalter und ihr Patrimonialgericht. Auch Angehörige der Familie hatten hier zeitweise ihren Wohnsitz.

Schloß und Kirche Offingen, Foto: Historischer Verein Günzburg e.V

Nach 122 Jahren konnte mit Geldern der Bischöflichen Finanzkammer Augsburg auch der Nordteil für die Kirchenstiftung erworben werden.

Dem Kauf im Jahr 2001 folgten grundsätzliche Überlegungen, welcher Nutzung der Nordteil bzw. das gesamte Schloß zugeführt werden solle. Das äußere Erscheinungsbild des Schlosses täuschte über die erheblichen Mängel im Inneren des nördlichen Teils hinweg. Die baulichen Verhältnisse hier machten eine grundlegende Sanierung erforderlich. Die vorhandenen Installationen waren total veraltet. Die wertvollen Stuckdecken im Obergeschoß waren bereits teilweise heruntergefallen und die Holzböden im Erdgeschoß an mehreren Stellen durchgefault.

Hinzu kam, daß auch der als Pfarrhof genutzte Teil zuletzt vor 35 Jahren einer Modernisierung unterzogen worden war. Die Größe der Räume und der vorgegebene Grundriß ließen den Entschluß reifen, den Nordteil nicht wieder zu vermieten, sondern das gesamte Gebäude als Pfarrhaus zu nutzen. Die Räume für das Pfarrbüro waren ohnehin seit langem sehr beengt und auch die zukünftige Pfarreiengemeinschaft mit Rettenbach ließ einen vermehrten Raumbedarf erwarten.

Noch im Jahr des Erwerbs wurden in Abstimmung mit dem Diözesanbauamt und dem beauftragten Planungsbüro Weigelt aus Burgau die ersten Entwürfe erarbeitet. Während zu Beginn nur an eine Sanierung des Erdgeschosses für eine Erweiterung der Büroräume gedacht war, zeigte sich sehr bald, daß nur eine Gesamtsanierung sinnvoll wäre. Vor allem die 1879 eingezogene Trennwand stellte sich als sehr störend heraus und sollte bei einer Umgestaltung ganz entfallen, um dem Gebäude auch im Inneren wieder seinen ursprünglichen "Charakter" zurückzugeben.

Auch der nun bekanntgegebene Pfarrerwechsel bestärkte die Kirchenverwaltung in ihrer Absicht, das ganze Bauwerk zu sanieren und die Trennwand abzureißen.

Im Frühjahr 2002 wurde eine Notsicherung der Stuckdecken vorgenommen und eine denkmalpflegerische Befunduntersuchung zur Grundlagenermittlung durchgeführt

 

Schloss Westseite

Auf Grundlage der Vorplanung wurde eine detaillierte Kostenschätzung aufgestellt und an die Diözese weitergeleitet. Der ursprüngliche Kostenansatz von rund 1 Mio. Euro mußte in mehreren Schritten auf jetzt 700.000,- Euro reduziert werden. So wurden die denkmalpflegerischen Maßnahmen vereinfacht und das Dachgeschoß wird vorerst nicht saniert.

 

 

 

 

 

 

Kostenschätzung 2003

Kellergeschoß:

20.000,- Euro

Erdgeschoß:

107.000,- Euro

Obergeschoß:

141.000,- Euro

Dachgeschoß:

5.000,- Euro

Sicherungs- u. Schutzmaßnahmen:

25.000,- Euro

Trockenlegung:

50.000,- Euro

Heizung/Sanitär/Elektro:

125.000,- Euro

Unvorhergesehenes:

45.000,- Euro

Nebenkosten:

85.000,- Euro

Gesamt netto:

603.000,- Euro

+ 16 % MWSt.

97.000,- Euro

Gesamt

700.000,- Euro

 

Die beschlossene Planung sah folgende Nutzungen vor: Das Kellergeschoß soll die Heizung und Abstellräume aufnehmen. Im Erdgeschoß Büroräume, ein Sprechzimmer und eine Registratur sowie einen Abstellraum für in Sakristei und Kirche benötigte Gegenstände. Im Obergeschoß die Wohnung des Pfarrers und der Haushälterin bzw. Gästezimmer. Der große Saal soll für Sitzungen der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinerats sowie für andere kirchliche Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Im Dachgeschoß ist vorerst nur eine Nutzung als Abstellbereich bzw. für das Archiv vorgesehen. Weiter wurde hier ein Hauswirtschaftsraum eingerichtet.

Die Sanierung führte zum Abbruch der Trennwand vom Kellergeschoß bis in den Dachboden. Die Treppen im Nordteil wurden entfernt und die Deckenöffnungen wieder geschlossen.

 

Pfarrgemeinde St. Georg, Offingen

Die historischen Dielenböden mit Breiten bis 45 cm - zum Teil mit Eichefriesen - wurden soweit möglich erhalten. Die große Eingangshalle im Erdgeschoß erhielt einen Belag aus Juramarmor. Die Wände zeigen vor allem im Nordteil noch ihre ursprüngliche Farbgebung. Aber auch später wurden verschiedene Schablonierungen und Linierungen aufgebracht. Stellenweise konnten bei der Befunduntersuchung bis zu 26 Farbschichten festgestellt werden. Die Farbigkeit der Wände konnte allerdings aus Kostengründen nicht rekonstruiert werden und wurde lediglich gesichert. Denkmalpflegerischer Höhepunkt des Schlosses sind sicher die Stuckdecken im Obergeschoß. Die Befunduntersuchung hat hier unter bis zu neun Fassungen eine erstaunliche Farbigkeit aufgespürt. Die Kosten für die komplette Restaurierung der rund 260 m2 Stuckdecken zwangen uns aber dazu, eine solche auf einen Raum zu beschränken. Die restlichen Stuckdecken wurden lediglich in ihrem Bestand gesichert und gereinigt.

Die noch erhaltenen historischen Türen wurden von schädlichen Farbschichten befreit, restauriert und mit neuem Anstrich wieder eingebaut. Die Installationen für Heizung, Sanitär und Elektro wurden komplett erneuert. Das Dachgeschoß wurde durch Zuleitung der Installationen für eine spätere Sanierung vorbereitet.

Der Gutachter sieht wegen der Art der Stukkierung und der Gestaltung der historischen Türen die bisher angegebene Erbauungszeit 1748 als fraglich an. Hier wird eher eine Zeit um 1700 - 1720 vermutet. Auch konnten im Grundriß bemerkenswerte Ähnlichkeiten zum 1727 erbauten Schloß Niederraunau festgestellt werden.

Neben seiner Funktion als Pfarrhaus ist das Schloß auch ein Wahrzeichen von Offingen geworden, das es zu erhalten gilt. Das Schloß ziert zahlreiche Postkarten, Festschriften und Broschüren.

Zur Sicherung der Finanzierung mußte von der Kirchenverwaltung ein außerordentlicher Haushaltsplan bei der Bischöflichen Finanzkammer zur Genehmigung vorgelegt werden. Die Finanzierung stellt sich wie folgt dar: Zuschuß Bischöfliche Finanzkammer: 560.000 Euro; Anteil Pfarrei Sankt Georg - Offingen: 140.000 Euro; Gesamt: 700.000 Euro.

Vor allem aufgrund der während der Sanierung festgestellten Schäden an Dach- und Deckenbalken und den Folgeschäden an den Stuckdecken werden voraussichtlich Mehrkosten von 100.000 Euro entstehen. Diese sind komplett von der Pfarrei zu übernehmen. Die Finanzierung setzt sich derzeit zusammen:

Bischöfliche Finanzkammer

560.000 Euro

Pfarrei Sankt Georg - Offingen

240.000 Euro

Gesamt:

800.000 Euro

 

Der Anteil der Pfarrei muß über Spenden und Zuschüsse sowie Eigenleistungen erbacht werden. Bisher sind Zuschüsse eingegangen von der Gemeinde Offingen, dem Landkreis Günzburg, dem Bezirk Schwaben, dem Landesamt für Denkmalpflege und der Bayerischen Landesstiftung.

Schloss Ostseite

Neben den Zuschüssen sind wir aber zu einem großen Teil auf ihre Spende angewiesen. Spenden für die Sanierung von Denkmalobjekten sind besonders förderungswürdig im Sinne des § 10 b Abs. 1 Einkommenssteuergesetz. Wo sie spenden können, teilt ihnen das Pfarrbüro mit. Für Ihre Spenden stellt ihnen das Pfarrbüro auch gerne eine Spendenbescheinigung aus.

Katholische Pfarrkirchenstiftung Sankt Georg
Pfarrer-Miller-Straße 6, 89362 Offingen
Telefon: 0 82 24 / 18 09 - Telefax: 0 82 24 / 1877
eMail: offingen@bistum-augsburg.de