Kirchenverwaltung

Ein Dekret des Papstes Simplicus aus dem Jahre 475 gilt als erstes geschichtlich bekanntes Gesetz unserer Kirche über ihre Vermögensverwaltung. Darin werden die bisherige Übung und eine einsetzende Dezentralisierung fortgeschrieben, d.h. das Kirchenvermögen (insbesondere dessen Ertrag) und die Opfergaben (Oblationen) der Gläubigen sind (wohl monatlich) in vier „portiones“ zu zerlegen, und zwar in die örtliche Kirche (quarta ecclesiae fabricae), die Armen (quarta pauperum), den Geistlichen (quarta cleri) und den Bischof (quarta episcopi). Aus dem Viertel für die Ortskirche entwickelte sich in den folgenden Jahrhunderten die Kirchenfabrik oder Kirchenstiftung als selbstständige juristische Person, aus dem Viertel für die Armen entstanden ortskirchliche Wohltätigkeitsstiftungen (Spitäler, Waisenhäuser, Pflegeanstalten), das Viertel für den Geistlichen wurde zur Pfründestiftung oder zum Benefizum und das Viertel für den Bischof erwuchs zum Bischöflichen Stuhl (mensa episcopalis). Diese Stiftungen des öffentlichen Rechts sind trotz ihrer wechselvollen Geschichte auch heute noch bedeutsame Rechtsträger zweckgebundenen kirchlichen Vermögens.

Während der Pfarrgemeinderat (PGR) den Pfarrer in Seelsorgsangelegenheiten berät und unterstützt, ist die Kirchenverwaltung (KV) Organ und gesetzlicher Vertreter der örtlichen Kirchengemeinde sowie Kirchenstiftung in Vermögensangelegenheiten. Wenngleich die Kirchenverwaltung und der Pfarrgemeinderat ihren je eigenen Arbeitsbereich haben, ist im Gesamtinteresse der Pfarrei eine gute Zusammenarbeit beider Gremien unverzichtbar und wird auch satzungsgemäß gewährleistet. So ist jeweils in den Sitzungen der Kirchenverwaltungen der PGR-Vorsitzende und in den Sitzungen des Pfarrgemeinderates der Kirchenpfleger anwesend.

 

Zusammensetzung des Gremiums:

Die Kirchenverwaltung besteht aus dem Pfarrer als ihrem Vorstand und in Thierhaupten sechs (bei Pfarreien bis zu 6000 Katholiken) KV-Mitgliedern, die jeweils für sechs Jahre Amtszeit gewählt werden.

 

In unserer Pfarrei tragen derzeit die Verantwortung:

Anton Birkner, Leonhard Bögl (Kirchenpfleger), Josef Christl, Peter Hölzl, Elisabeth Wittmann und Paul Wolf.

 

Aufgaben der Kirchenverwaltung:

  • Gemeinsam mit der (Erz-)Bischöflichen Finanzkammer als Stiftungsaufsichtsbehörde obliegt unserer Kirchenverwaltung die rechtliche, wirtschaftliche und finanzielle Sorge vor Ort für eine würdige Feier des Gottesdienstes, für die Glaubensverkündigung und den breitgefächerten Dienst am Nächsten.
  • Der hierfür erforderliche Personal- und Sachaufwand wird in den jährlichen Haushaltsplan eingestellt, von der KV beschlossen und seitens der Bischöflichen Finanzkammer nach Maßgabe seiner Genehmigung aus diözesanen Kirchensteueraufkommen bezuschusst, soweit pfarrliche Eigenmittel nicht ausreichen.

In der 1959 erlassenen Kirchenstiftungsordnung sind die Aufgaben im Detail festgelegt.
Diese lauten zum Beispiel:

  • Gewissenhafte und sparsame Verwaltung des Kirchenstiftungsvermögens
  • Beschlussfassung des Haushaltsplanes und anschließende Überwachung des beschlossenen Budgets
  • Führung des Inventarverzeichnisses
  • Beschaffung und Unterhalt der Inneneinrichtung der Kirchen, des Kindergartens und der Diensträume, des Pfarrheims
  • Anerkennung der Jahresrechnung
  • Abschluss von Arbeitsverträgen und sonstigen Verträgen
  • Beantragung von Zuschüssen
  • Beratung und Beschluss von durchzuführenden Baumaßnahmen
  • Entscheidung über den Verwendungszweck der freiwilligen Zuwendungen

 

Vielfach werden Kirchenaustritte durch die hohen Kirchensteuerbeiträge begründet. Bitte machen Sie sich durch das Studium des Haushaltsplanes der Diözese ein umfassendes Bild von den vielfältigen notwendigen und sinnvollen Diensten der Kirche. Wenn nicht die Kirche, müsste der Staat nach unserem Solidarprinzip diese Aufgaben leisten. Dies würde für alle sicherlich nicht günstiger.

Für Rückfragen zur Verwendung Ihrer Opfer- und Kirchensteuergelder stehen wir gerne zur Verfügung.