Auf Heldensuche in Würzburg
„Wir sind auf Heldensuche“ - so beginnen am Augsburger Bistumsstand beim 104. Deutschen Katholikentag in Würzburg gerade die meisten Gespräche. Geleitet vom Veranstaltungsmotto „Hab Mut, steh auf“ werden so Männer und Frauen mit Courage gesucht und gefunden - vom Bistumspatron bis zur Lehrerin oder Pflegekraft. Doch auch die Besucherinnen und Besucher sind gefragt: Was heißt es für mich, „heldenhaft“ zu sein? Eine Frage, die sich umgeben und inspiriert von der fröhlichen Vielfalt des Katholikentages vielleicht besonders gut beantworten lässt.
Flatternde Fahnen und farbenfrohe Schals, unterschiedlichste Ordensgewänder und tiefgehende Gespräche, und das alles mal bei strahlendem Sonnenschein und dann wieder bei strömendem Regen: Der 104. Deutsche Katholikentag in Würzburg zeigt komprimiert auf engstem Raum die ganze Bandbreite dessen, was der deutsche Katholizismus ist, sein kann und sein will. Mittendrin ist natürlich auch das Bistum Augsburg, an dessen Stand man sich auf Heldensuche begeben kann und bei der nur auf ersten Blick ungewöhnlichen Kombination aus heißem Kaffee und Allgäuer Käse dann gemeinsam darüber nachdenken kann, was ein Held oder eine Heldin eigentlich ausmacht: Die Opferbereitschaft einer Afra von Augsburg vielleicht? Das Feldherrengeschick eines Bischofs Ulrich? Oder doch die fürsorgliche Hingabe von Altenpflegern, die liebevolle Geduld von Lehrerinnen und die Bereitschaft der Standbesucher, sich mit eben solchen Fragen auseinanderzusetzen?
Auch für Bischof Bertram ist klar, dass das Motto des Katholikentags zuallererst auch für die Kirche selber gelte, die sich auch nicht scheuen dürfe, bei den politischen Entscheidungsträgern unablässig für Menschenwürde und Nächstenliebe zu werben. Freilich sei dies keine Aufgabe für die katholische Kirche alleine, weshalb sich der Bischof auch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Kommission Weltkirche bei der Deutschen Bischofskonferenz in einer ersten Veranstaltung im Würzburger Rathaus gleich dem Thema „Religion als Ressource der Verständigung“ widmete, gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der unterschiedlichsten anderen Glaubensrichtungen von evangelisch bis buddhistisch. Dieser gemeinsame Kern der Religione stand auch bei seinem anschließenden Gespräch mit dem Imam der Islamisch-Bosnischen Gemeinschaft in Würzburg Zahir Duraković im Mittelpunkt.
Der Themenkomplex von Mut, Versöhnung und Verbindung untereinander steht dann auch bei den weiteren Bischofsterminen im Mittelpunkt. Am Samstag, 16. Mai tauscht Bischof Bertram sich ab 9.30 Uhr mit der islamischen Theologin Prof. Dr. Asmaa El Maaroufi über die Blindenheilung bei Jericho aus christlicher und muslimischer Sicht aus (Hochschule für Musik, Standort Hofstallstraße, Großer Saal, Hofstallstr. 6-8), feiert dann um 14 Uhr in der Pfarrkirche St. Gertraud (Pleicherkirchplatz 2) eine Pontifikalmesse mit den Mitgliedern und Freunden der Edith-Stein-Gesellschaft und zelebriert um 17 Uhr einen weltkirchlichen Gottesdienst im Kiliansdom (Domstr. 40).
Bis zum Schlussgottesdienst am Sonntag um 10 Uhr gibt es in Würzburg weiter die Möglichkeit, den deutschen Katholizismus in seiner vollen Vielfalt kennenzulernen. Zwischen Bistumsständen und Gottesdiensten, Workshops und Lesungen, Konzerten und Mitmachaktionen ist für jede und jeden etwas geboten. Kommen Sie gerne vorbei und statten Sie uns am Augsburger Bistumsstand (FB-O-17, gleich nördlich der Friedensbrücke) auch einen Besuch ab - wir haben immer einen Kaffee und eine Heldenkarte für Sie bereit! Und für die, die zuhause bleiben müssen, gibt es einen kleinen Einblick in unseren Stand und das fröhliche Treiben am Katholikentag in unserer Bildergalerie.