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Beschreibung der Pfarrkirche St. Kilian

Mit freundlicher Genehmgung von Lisa Bahnmüller

Das Innere der Kirche zeigt eine einfache, systematische Architektur mit einem durchgehenden Tonnengewölbe, das sich seitlich in je drei breite Stichkappen über den Fenstern öffnet.

Im Gewölbe befindet sich das Wappen des obersten Bauherrn Magnus Pachinger, von 1707 bis 1742 Abt von Benediktbeuern.

Die flache Chorkuppel wird von einem Rundbild mit der Darstellung des Kreuzes Christi als Gnadenbrunnen beherrscht. Sie ist von sechs hochovalen Medaillons umgeben, in denen gemalte Putti die Leidenswerkzeuge Christi zeigen. Im Scheitel des Langhausgewölbes folgen drei größere Fresken mit doppelt geschweiften Umrissen. Sie stellen das Leben, das missionarische Wirken und das Martyrium des Kirchenpatrons Kilian dar (Bischofsweihe, Predigt vor Herzog Gozbert und seiner unrechtmäßigen Gemahlin Gailana, Enthauptung zusammen mit Kolonat und Totnan).

In den Gewölbeseitenfeldern folgen abwechselnd vier hochovale Medaillons. Diese emblematischen Bilder betonen – im Anschluss an Erzählungen des Alten und Neuen Testaments – die Bedeutung des Wassers für das Leben, insbesondere aber seine Symbolik im übernatürlichen Sinn.

Der 1740 errichtete und 1742 geweihte Hauptaltar, der den Raum beherrscht, wurde von Michael Ötschmann entworfen. Das Altarbild des hl. Kilian wurde wahrscheinlich von Frater Lukas Zais aus Benediktbeuern gemalt. Im hochovalen Medaillon des Altarauszugs sind Gottvater und der Heilige Geist, nach unten blickend, dargestellt.

Der Hauptaltar ist links und rechts bis zur Wand hin erweitert und mit zwei Durchgängen versehen, über denen die lebensgroßen Figuren der hl. Elisabeth und der hl. Ursula stehen.

Zum Marienaltar (links) gehören die seltene Gliederfigur des hl. Nepomuk im Glasschrein, Maria mit dem Kind im Hauptfeld sowie der hl. Benedikt und die hl. Odilia. Auf den Giebelschenkeln des Auszugs sitzen der hl. Florian und vermutlich der hl. Donatus.

Im Glasschrein des Josefsaltares (rechte Seite) befinden sich die Reliquien des römischen Märtyrers Innocentius. Neben der Josefstatue sind an diesem Altar auch Plastiken des hl. Leonhard und des hl. Magnus zu sehen. Die zwei sitzenden Heiligen auf dem Giebel sind Sebastian und Pankratius. Alle großen Plastiken der Altäre werden – mit Ausnahme der Marien- und Josefsfigur – der Tölzer Fröhlich-Werkstatt zugeschrieben.

Das große Kreuz an der Südwand ist eine bedeutende Arbeit aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Das Ölbild an derselben Wand, „Huldigung der Weisen aus dem Morgenland vor dem Jesuskind“, stammt noch aus dem 17. Jahrhundert.

Den dem Barock nachempfundenen Kreuzweg malte 1940 Otto Graßl aus München.