Geschichte von St. Kilian in Bad Heilbrunn

Die jetzige hoch- bis spätbarocke Kirche St. Kilian wurde 1726/27 erbaut. Sie bekrönt einen Hügel, der terassenförmig nach Nordost ansteigt, und erhebt sich teilweise über den 1952 bei Ausgrabungen gefundenen Grundmauern des 1253 vom Augsburger Bischof Sibotho geweihten spätromanischen Kirchleins sowie über den Resten einer spätgotischen Kirche.

Das romanische Gotteshaus stand höchstwahrscheinlich quer zum jetzigen und war wohl direkt auf die nahe Heilquelle nach Norden ausgerichtet. Die spätgotische Kirche wies vermutlich bereits die Richtung nach Osten auf. Heilquelle und Kirche sind seit Jahrhunderten aufeinander bezogen und bilden eine ideelle Einheit. Von der spätgotischen Kirche haben sich außer einigen Pfeiler- und Rippenfragmenten (an der Friedhofsmauer vor dem Totenhaus) ein Epitaph (auf der Außenseite der Kirche im Nordosten), ein Steinmetzzeichen in der Sakristei und drei Plastiken (St. Urban, St. Pankratius und St. Kilian) erhalten.

Der barocke Kirchenbau ist im Auftrag des Klosters Benediktbeuern als Grundherrn errichtet worden. Die Entwürfe lieferte Michael Ötschmann, mehrfach begabter Künstler des Klosters. Den Bau und die Stuckierung führten Bichler Kunsthandwerker der Familie Josef Hainz (Vater und Sohn) aus. Die Fresken schuf der Malermönch Frater Lukas Zais vom Kloster Benediktbeuern. Die genannten Handwerker und Künstler gehörten zum Benediktbeurer Bautrupp, der sich mehrfach im ehemaligen Benediktbeurer Klostergebiet auszeichnete.

Die Funktion der Kirche war immer schon eine dreifache: Quellenheiliglum, Friedhofskirche und sammelnde Gottesdienststätte für die verstreuten Bauernhöfe im näheren und weiteren Umkreis des hoch geschätzten “Heilbrunnens”.

Kirche und Brunnen standen jedoch bis ins späte 19. Jahrhundert fast einsam. Nur ein-Hof und einige “Badkästen”, früher auch noch das große Badegebäude, befanden sich in der Nähe nordöstlich von ihnen. Der größere Neubau der Kirche in der Barockzeit ist Ausdruck für ein gewachsenes seelsorgliches Bedürfnis. Trotzdem blieb die Kirche weiterhin Filiale der Pfarrei Benediktbeuern.

Nach der Auflösung des Klosters Benediklbeuern 1803 stieg die Filiale zu einer selbständigen Pfarrkirche auf, zum neu umschriebenen Pfarrsprengel “Heilbrunn”. In den Jahren 1931/32 wurde der Erweiterungsbau im Westen der Kirche angefügt.