Das Mittelschiff des Doms
Marienstatue mit Jesuskind
Gotischer Ostchor des Doms
Seit 1200 Jahren ist der Hohe Dom Mariä Heimsuchung eine Stätte des Glaubens und der Frömmigkeit. Wo Generationen um Generationen gebetet, das Wort Gottes gehört und das eucharistische Opfer gefeiert haben, umklammern Altar und Kathedra die Jahrhunderte im Dienst für Gott und an den Menschen. Als Mutterkirche des ganzen Bistums ist die Kathedrale sichtbarer Ausdruck der lebendigen Kirche von Augsburg.
Für Gottesdiensten, Beichtzeiten und andere Informationen der Seelsorge wenden Sie sich bitte an das Büro der Dompfarrei. Domtour 360°: Virtuelle Führung durch den Hohen Dom zu Augsburg Mit der Dom-Tour 360° kann der Augsburger Dom auch in der digitalen Welt erkundet werden: zuhause am PC, mit einer VR-Brille oder beim Dombesuch direkt vor Ort per Smartphone oder Tablet. Der virtuelle Rundgang führt zu 20 Stationen in und um den Dom und beinhaltet 50 kunstgeschichtliche Informationen zum Nachlesen.
Der Kurzlink zur Tour lautet: https://domtour.bistum-augsburg.de/ Das neue UlrichsfensterAnlässlich des Ulrichdoppeljubiläums 2023/2024 wurde im südlichen Seitenschiff des Domes ein neues Fenster eingebaut. Es zeigt in moderner Form verschiedene Szenen aus dem Leben des heiligen Ulrich. Gestaltet wurde es von der Künstlerin Dr. Celia Mendoza aus Fürstenfeldbruck. Flyer zum Ulrichsfenster im Augsburger Dom (1,7 MB) GeschichteDer Hohe Dom ist ein spannungsvolles und bewegtes Gefüge architektonischer Formen aus vielen Jahrhunderten. Ihre Unverwechselbarkeit gewinnt die Augsburger Bischofskirche, deren erste Ursprünge auf die Zeit Bischof Simperts (778-807) zurückgehen, aus ihrer Baugeschichte, in der die großen Epochen der abendländischen Kunstgeschichte nicht Neues schufen, indem sie Altes opferten, sondern Bestehendes weitgehend bewahrten und ergänzten. Ein langgestreckter romanischer Baukörper von archaischer Kraft verbindet sich deshalb heute für den Betrachter mit dem majestätisch hochaufragenden Ostchor in seinen filigranen gotischen Ausformungen.
Über die Frühzeit des Domes gibt es nur wenige historische Belege, denn im 5. Jahrhundert n. Chr. war an der Stelle des Domes noch römische Wohnbebauung vorhanden. Ein erster Großbau, der zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert entstand und als Kirchenbau interpretiert werden kann, fand sich bei Ausgrabungen in der Krypta und im Mittelschiff.
Eine späte Überlieferung, der zufolge Bischof Simpert (778-807) einen karolingischen Neubau errichten ließ, der am 28. September 807 geweiht wurde, kann seit 1998 bestätigt werden: Bei den Ausgrabungen in der Ulrichskapelle wurde das Querhaus des karolingischen Domes entdeckt und ist heute im Diözesanmuseum an der Nordseite des Doms der Öffentlichkeit zugänglich. Am 3. Mai 1987 feierte Papst Johannes Paul II. die Messe im Augsburger Dom. Dem Besucher des Augsburger Doms erschließen sich neben einem von der Spiritualität der Romanik und der Gotik durchzogenen geistlichen Raum eine Fülle wertvoller Zeugnisse religiöser Kunst ganz unterschiedlicher Epochen. Da finden sich im oberen südlichen Teil des Mittelschiffes die berühmten fünf Glasfenster mit Darstellungen der Propheten Jona, Daniel, Hosea, David und Moses, die zu den glanzvollsten Leistungen der deutschen Hochromanik zählen und zeitlich überwiegend der Domweihe des Jahres 1065 zugeordnet werden. Lediglich das Moses-Fenster ist eine Neuschöpfung aus der Zeit um 1550. Zu den romanischen Kunstwerken von Weltrang gehört auch das Bronzeportal aus dem 11. Jahrhundert, das sich heute im benachbarten Diözesanmuseum nördlich des Doms befindet.
Die aufstrebenden gotischen Bögen mit den reich verzierten Schlusssteinen, die heute den Blick des Betrachters im Inneren des Doms unwillkürlich nach oben ziehen, sind das Ergebnis der Einwölbung des alten Hauptchores (Westchor) unter dem Domkustos Konrad von Randegg ab 1331, der auch den Neubau der Seitenschiff-Hallen veranlasste.
Die alte Domkirche aus der ottonischen Zeit, die nach dem Einsturz des Domes um das Jahr 994 neu errichtet und 1065 geweiht wurde, war mit einer Felderdecke flach gedeckt. Die Wände des Mittelschiffs stammen noch aus dieser Zeit. Die Türme wurden zwischen 1070 und 1075 an die Seitenschiffe angebaut. Die mittelalterliche Vorstellung der Kathedrale als Abbild des himmlischen Jerusalems wird vollendet im Ostchor des Doms, der 1431 durch Kardinal Petrus von Schaumburg nach über 100 jähriger langer und komplizierter Bauzeit geweiht wurde, und heute besonders von außen der Augsburger Kathedrale ihre unverwechselbare Gestalt gibt.
Einen markanten Kontrast zur romanischen und gotischen Seele des Doms bildet die sich an der Nordseite öffnende Marienkapelle, die als lichter Zentralbau von dem Eichstätter Hofbaumeister Gabriel de Gabrieli (1671-1747) im Stil des Barock gestaltet wurde. Von der barocken Ausgestaltung des Doms nach dem Trienter Konzil hat sich ansonsten kaum etwas erhalten, denn in den Jahren 1852-1863 wurde der Dom im neugotischen Stil umgestaltet. Bischof Pankratius von Dinkel ließ nicht nur neue Kunstwerke anschaffen sondern erwarb mehrere spätgotische Altäre, darunter den berühmten, 1493 entstandenen, Weingartner-Altar von der Hand Hans Holbeins des Ältern.
Die Moderne hat mit den Glasgemälden von Josef Oberberger (1953/65), der monumentalen Gruppe des Gekreuzigten mit den Aposteln von Josef Henselmann im Altarraum (1962/85), dem neuen Bronzeportal von Max Faller (2001) und dem 2016 neugestalteten Sakramentsaltar von Wilhelm Huber im südlichen Seitenschiff den Dom mitgeprägt. Das moderne Ulrichsfenster stammt von Dr. Celia Mendoza (2025).
Unter dem Westchor lohnt die den Apostelfürsten Petrus und Paulus geweihte Westkrypta einen Besuch, die zu den ältesten Teilen des Doms aus ottonischer Zeit gehört. Die Augsburger Kathedrale ist als Haus Gottes auch eine Huldigung an die Gottesmutter Maria (Patrozinium: Mariä Heimsuchung), wie sie im Gewölbescheitel des Hochchores mit dem segnenden Christuskind in einer Wolkengloriole mit goldenen Sternen, in der östlichen Apsis in Gestalt einer romanischen Madonna mit Kind als „Thron der Weisheit“ oder in den großartigen Glasfenstern in der Südwand dargestellt wird.
Der Kurzlink zur Tour lautet: https://domtour.bistum-augsburg.de/ Das neue UlrichsfensterAnlässlich des Ulrichdoppeljubiläums 2023/2024 wurde im südlichen Seitenschiff des Domes ein neues Fenster eingebaut. Es zeigt in moderner Form verschiedene Szenen aus dem Leben des heiligen Ulrich. Gestaltet wurde es von der Künstlerin Dr. Celia Mendoza aus Fürstenfeldbruck. Flyer zum Ulrichsfenster im Augsburger Dom (1,7 MB) GeschichteDer Hohe Dom ist ein spannungsvolles und bewegtes Gefüge architektonischer Formen aus vielen Jahrhunderten. Ihre Unverwechselbarkeit gewinnt die Augsburger Bischofskirche, deren erste Ursprünge auf die Zeit Bischof Simperts (778-807) zurückgehen, aus ihrer Baugeschichte, in der die großen Epochen der abendländischen Kunstgeschichte nicht Neues schufen, indem sie Altes opferten, sondern Bestehendes weitgehend bewahrten und ergänzten. Ein langgestreckter romanischer Baukörper von archaischer Kraft verbindet sich deshalb heute für den Betrachter mit dem majestätisch hochaufragenden Ostchor in seinen filigranen gotischen Ausformungen.
Über die Frühzeit des Domes gibt es nur wenige historische Belege, denn im 5. Jahrhundert n. Chr. war an der Stelle des Domes noch römische Wohnbebauung vorhanden. Ein erster Großbau, der zwischen dem 5. und 8. Jahrhundert entstand und als Kirchenbau interpretiert werden kann, fand sich bei Ausgrabungen in der Krypta und im Mittelschiff.
Eine späte Überlieferung, der zufolge Bischof Simpert (778-807) einen karolingischen Neubau errichten ließ, der am 28. September 807 geweiht wurde, kann seit 1998 bestätigt werden: Bei den Ausgrabungen in der Ulrichskapelle wurde das Querhaus des karolingischen Domes entdeckt und ist heute im Diözesanmuseum an der Nordseite des Doms der Öffentlichkeit zugänglich. Am 3. Mai 1987 feierte Papst Johannes Paul II. die Messe im Augsburger Dom. Dem Besucher des Augsburger Doms erschließen sich neben einem von der Spiritualität der Romanik und der Gotik durchzogenen geistlichen Raum eine Fülle wertvoller Zeugnisse religiöser Kunst ganz unterschiedlicher Epochen. Da finden sich im oberen südlichen Teil des Mittelschiffes die berühmten fünf Glasfenster mit Darstellungen der Propheten Jona, Daniel, Hosea, David und Moses, die zu den glanzvollsten Leistungen der deutschen Hochromanik zählen und zeitlich überwiegend der Domweihe des Jahres 1065 zugeordnet werden. Lediglich das Moses-Fenster ist eine Neuschöpfung aus der Zeit um 1550. Zu den romanischen Kunstwerken von Weltrang gehört auch das Bronzeportal aus dem 11. Jahrhundert, das sich heute im benachbarten Diözesanmuseum nördlich des Doms befindet.
Die aufstrebenden gotischen Bögen mit den reich verzierten Schlusssteinen, die heute den Blick des Betrachters im Inneren des Doms unwillkürlich nach oben ziehen, sind das Ergebnis der Einwölbung des alten Hauptchores (Westchor) unter dem Domkustos Konrad von Randegg ab 1331, der auch den Neubau der Seitenschiff-Hallen veranlasste.
Die alte Domkirche aus der ottonischen Zeit, die nach dem Einsturz des Domes um das Jahr 994 neu errichtet und 1065 geweiht wurde, war mit einer Felderdecke flach gedeckt. Die Wände des Mittelschiffs stammen noch aus dieser Zeit. Die Türme wurden zwischen 1070 und 1075 an die Seitenschiffe angebaut. Die mittelalterliche Vorstellung der Kathedrale als Abbild des himmlischen Jerusalems wird vollendet im Ostchor des Doms, der 1431 durch Kardinal Petrus von Schaumburg nach über 100 jähriger langer und komplizierter Bauzeit geweiht wurde, und heute besonders von außen der Augsburger Kathedrale ihre unverwechselbare Gestalt gibt.
Einen markanten Kontrast zur romanischen und gotischen Seele des Doms bildet die sich an der Nordseite öffnende Marienkapelle, die als lichter Zentralbau von dem Eichstätter Hofbaumeister Gabriel de Gabrieli (1671-1747) im Stil des Barock gestaltet wurde. Von der barocken Ausgestaltung des Doms nach dem Trienter Konzil hat sich ansonsten kaum etwas erhalten, denn in den Jahren 1852-1863 wurde der Dom im neugotischen Stil umgestaltet. Bischof Pankratius von Dinkel ließ nicht nur neue Kunstwerke anschaffen sondern erwarb mehrere spätgotische Altäre, darunter den berühmten, 1493 entstandenen, Weingartner-Altar von der Hand Hans Holbeins des Ältern.
Die Moderne hat mit den Glasgemälden von Josef Oberberger (1953/65), der monumentalen Gruppe des Gekreuzigten mit den Aposteln von Josef Henselmann im Altarraum (1962/85), dem neuen Bronzeportal von Max Faller (2001) und dem 2016 neugestalteten Sakramentsaltar von Wilhelm Huber im südlichen Seitenschiff den Dom mitgeprägt. Das moderne Ulrichsfenster stammt von Dr. Celia Mendoza (2025).
Unter dem Westchor lohnt die den Apostelfürsten Petrus und Paulus geweihte Westkrypta einen Besuch, die zu den ältesten Teilen des Doms aus ottonischer Zeit gehört. Die Augsburger Kathedrale ist als Haus Gottes auch eine Huldigung an die Gottesmutter Maria (Patrozinium: Mariä Heimsuchung), wie sie im Gewölbescheitel des Hochchores mit dem segnenden Christuskind in einer Wolkengloriole mit goldenen Sternen, in der östlichen Apsis in Gestalt einer romanischen Madonna mit Kind als „Thron der Weisheit“ oder in den großartigen Glasfenstern in der Südwand dargestellt wird.
Der Hohe Dom zu Augsburg ist eines der ältesten Gotteshäuser Deutschlands. Tauchen Sie mit den folgenden Videos ein in die kleinen und großen Geheimnisse, die unsere Kathedrale in sich birgt.
Kreuzganginnenhof mit Blick auf die Marienkapelle. (Foto: Iris Hahn / pba)
807:
Weihe eines karolingischen Neubaus unter Bischof Simpert (circa 778 - 807) um 930:
Wiederherstellungsarbeiten am karolingischen Dom nach Ungarneinfall unter Bischof Ulrich (923 - 973) 994:
teilweiser oder gänzlicher Einsturz des Domes unter Bischof Luitold (988 - 996) ab 995:
Wiederaufbau mit Unterstützung der Kaiserin Adelheid, der Gemahlin Kaiser Ottos I. (Neubau des ottonischen Doms) um 1050 Vollendung unter Bischof Heinrich II. (1047 - 1063) 1065:
Weihe des ottonischen Domes unter Bischof Embriko (1063 - 1077) unter Assistenz der Bischöfe von Eichstätt und Treviso 1075:
angeblicher Neubau der Türme 1229:
Umbau der Westchorapsis unter Bischof Siboto von Seefeld (1227 - 1247) 1331 - 1334:
Neubau der Westapsis und Einwölbung des Westchors unter Domkustos Konrad von Randegg um 1335 - 1343:
Einwölbung der Querarme und des Langhaus-Mittelschiffs; Neubau der Seitenschiffshallen (Verdoppelung) unter Domkustos Konrad von Randegg 1343:
Nordportal und Bau des Ostchors (Grundsteinlegung 1356) um 1410, um 1465, 1483 Erneuerung der Dachwerke 1720 - 1722:
Anbau der Marienkapelle (Langhausnordseite) 1934; 1983 - 1984:
Innenrestaurierungen
Weihe eines karolingischen Neubaus unter Bischof Simpert (circa 778 - 807) um 930:
Wiederherstellungsarbeiten am karolingischen Dom nach Ungarneinfall unter Bischof Ulrich (923 - 973) 994:
teilweiser oder gänzlicher Einsturz des Domes unter Bischof Luitold (988 - 996) ab 995:
Wiederaufbau mit Unterstützung der Kaiserin Adelheid, der Gemahlin Kaiser Ottos I. (Neubau des ottonischen Doms) um 1050 Vollendung unter Bischof Heinrich II. (1047 - 1063) 1065:
Weihe des ottonischen Domes unter Bischof Embriko (1063 - 1077) unter Assistenz der Bischöfe von Eichstätt und Treviso 1075:
angeblicher Neubau der Türme 1229:
Umbau der Westchorapsis unter Bischof Siboto von Seefeld (1227 - 1247) 1331 - 1334:
Neubau der Westapsis und Einwölbung des Westchors unter Domkustos Konrad von Randegg um 1335 - 1343:
Einwölbung der Querarme und des Langhaus-Mittelschiffs; Neubau der Seitenschiffshallen (Verdoppelung) unter Domkustos Konrad von Randegg 1343:
Nordportal und Bau des Ostchors (Grundsteinlegung 1356) um 1410, um 1465, 1483 Erneuerung der Dachwerke 1720 - 1722:
Anbau der Marienkapelle (Langhausnordseite) 1934; 1983 - 1984:
Innenrestaurierungen
Das Nordportal, dessen Originalskulpturen sich im Inneren des Domes befinden, zeigt im Bogenfeld in drei Reliefreihen Stationen aus dem Leben Mariens: Verkündigung, Geburt Christ, Anbetung der Könige; darüber den Tod Mariens im Kreise der zwölf Apostel und Christus, die Seele seiner Mutter in Händen haltend; zuoberst die Krönung der Gottesmutter. Die Portalhochwand wird durch das „Thron Salomonis“ - Thema sowie zwei Tugendfiguren und sechs Propheten bestimmt.
Details aus dem Nordportal. (Foto: Leander Stork / pba)
Das Türgewände trägt Figurenkonsolen mit den Heiligen Elisabeth von Thüringen, Kaiserin Adelheid (wegen ihrer Unterstützung beim Bau des ottonischen Domes) sowie Ulrich und Afra. Am Mittelpfeiler steht eine Muttergottes, auf deren Konsole der Stifter des Portales, Konrad von Randegg, zwischen Engeln und der Beginn der Bauinschrift angebracht ist (1343). Die Skulpturen gehören deutlich erkennbar zwei verschiedenen Zeiten an. Die zum Thron Salomonis gehörenden Bildwerke tragen die Handschrift der am Südportal tätigen Künstler. Das Südportal öffnet sich als Vorhalle, in deren Mitte wiederum die Patronin des Domes auf dem Mittelpfeiler steht. Das dreireihige Bogenfeld verkündet ausführlich die Geschichte Mariens mit einer Überfülle von kleinen Figuren unter zierlichen Baldachinen (Beginn: unten links): Joachim im Tempel, Verkündigung an Anna und Joachim, Begegnung an der goldenen Pforte, Geburt Mariens, Mariä Tempelgang, Maria bei den Tempeljungfrauen, der blühende Stab Josephs, Eheschließung, Verkündigung, Heimsuchung, Maria eröffnet sich Joseph, Christi Geburt, Beschneidung; mittlere Reihe: Anbetung, Darstellung im Tempel, Kindermord, Flucht nach Ägypten, Götzensturz in einem ägyptischen Tempel, die Eltern suchen Jesus, Jesus bei den Schriftgelehrten, Tod Josephs, Tod Mariens, Apostel tragen Mariens Sarg, Bestattung; obere Reihe: Himmelfahrt und Krönung
Apostelfiguren im Südportal. (Foto: Leander Stork / pba)
Ikonographisch zugehörig sind dicht gedrängt 36 Sitzfiguren der Vorfahren Christi auf Baldachinkonsolen in den Archivolten zu sehen. In der Quertonne darüber erkennt man 24 Propheten und Patriarchen. Die Türgewände nehmen die Apostel auf mit den Wappenschilden Augsburger Zünfte und Stifterfamilien, die maßgeblich an der Errichtung des neuen Ostchores beteiligt waren. Der Sockel des Hl. Andreas im östlichen Gewände trägt das Wappenzeichen der Baumeisterfamilie Parler. Auf der Stirnseite des westlichen Strebepfeilers steht eine Schutzmantelmadonna, daneben eine nicht identifizierbare gekrönte Heilige; als Pedantgruppe eine erneuerte Verkündigung. Darüber sieht man vier Bischofsfiguren und zuoberst das Jüngste Gericht (erneuert). Reste farbiger Fassungen lassen die ursprüngliche Pracht dieses Marienportals nur mehr erahnen (1356). Die Löwenkopfgriffe auf den neugotischen Türen sind Abgüsse der bronzenen Originale aus dem 12. Jh. Der Stil der Figuren geht auf die Frauenkirche (Heiligkreuzmünster) in Schwäbisch Gmünd zurück, die seit 1351 durch Heinrich Parier einen neuen Chor erhielt. Dessen Portale entsprechen in der Disposition dem Augsburger Südportal.
Text von Msgr. Werner Schnell aus „Der Dom zu Augsburg“,
Kunstverlag Peda Passau, Sankt Ulrich Verlag Augsburg; 1997.
Alle Rechte vorbehalten.
Text von Msgr. Werner Schnell aus „Der Dom zu Augsburg“,
Kunstverlag Peda Passau, Sankt Ulrich Verlag Augsburg; 1997.
Alle Rechte vorbehalten.
Die Bronzetüre - eine der zwölf bedeutendsten romanischen Bronzeportale in Europa - zählt zu den großartigsten Zeugnissen der mittelalterlichen Gießkunst diesseits der Alpen. Um das wertvolle Kunstwerk vor weiterer Korrosion und dem aggressiven Schadstoffangriff aus der Luft zu schützen, ist es aus dem neugotischen sog. Brautportal am südlichen Langhaus ausgebaut und ins Diözesanmuseum verbracht worden.
Die ungleich großen Türflügel sind mit 35 gegossenen Bronzereliefs geschmückt und chronologisch gesehen nach der Bernwardstüre im Hildesheimer Dom von 1015 das zweitälteste Bronzeportal mit figürlichen Darstellungen. Es wurde für den 1065 geweihten ottonischen Dom geschaffen. Der ursprüngliche Standort war vermutlich die Ostseite, zumal sich hier ein großer Vorhof, ein Atrium, befand. Eine Schriftquelle aus dem 13. Jh. lässt sich vielleicht auch auf die Bronzetüre beziehen: „Dieser (Bischof Heinrich II) schuf die neue Kirche der Gottesmutter Maria mit Säulenhallen (porticibus: Portalen? Türen?) und einem Atrium und einem Palast“. Mit italienischen und byzantinischen Bronzetüren bestehen Ähnlichkeiten.
Die inhaltliche Bedeutung der Türe, die aufgrund fehlender Teile nicht mehr rekonstruiert werden kann, erschließt sich am ehesten vor dem Hintergrund christlicher Türsymbolik: die Kirchentüre als sinnbildliche Grenze zwischen irdischer Welt und himmlischem Paradies, die nur dem Gerechten den Eintritt gewährt und den Unwürdigen abweist, durch die aber Christus selbst die Gläubigen und die reuigen Sünder zum ewigen Leben führt - umlagert von bösen Mächten, die erfolglos diese Grenze zu überwinden suchen und als Warnung für die Gläubigen dienen.
Das typologisch-heilsgeschichtliche Programm der antik anmutenden Platten stellt den Kampf zwischen Sünde und Erlösung dar, Diesseits und Jenseits. Aus drei thematischen Bereichen sind die Einzeldarstellungen der Bilderwand entnommen: der Genesis mit der Erschaffung des Menschen und dem Sündenfall, weiteren Büchern des Alten Testaments mit bestimmten, als Vorläufer Christi geltenden Personen (Moses, Aaron, Samson, David) und schließlich der mittelalterlichen Tiersymbolik (Löwe, Bär, Kentaur, Vögel, Hühner). Auch andere Bereiche werden zur Deutung herangezogen: Monats- oder Jahreszeitendarstellungen sowie Sternbilder.
Text von Msgr. Werner Schnell aus „Der Dom zu Augsburg“,
Kunstverlag Peda Passau, Sankt Ulrich Verlag Augsburg; 1997.
Alle Rechte vorbehalten.
Die ungleich großen Türflügel sind mit 35 gegossenen Bronzereliefs geschmückt und chronologisch gesehen nach der Bernwardstüre im Hildesheimer Dom von 1015 das zweitälteste Bronzeportal mit figürlichen Darstellungen. Es wurde für den 1065 geweihten ottonischen Dom geschaffen. Der ursprüngliche Standort war vermutlich die Ostseite, zumal sich hier ein großer Vorhof, ein Atrium, befand. Eine Schriftquelle aus dem 13. Jh. lässt sich vielleicht auch auf die Bronzetüre beziehen: „Dieser (Bischof Heinrich II) schuf die neue Kirche der Gottesmutter Maria mit Säulenhallen (porticibus: Portalen? Türen?) und einem Atrium und einem Palast“. Mit italienischen und byzantinischen Bronzetüren bestehen Ähnlichkeiten.
Die inhaltliche Bedeutung der Türe, die aufgrund fehlender Teile nicht mehr rekonstruiert werden kann, erschließt sich am ehesten vor dem Hintergrund christlicher Türsymbolik: die Kirchentüre als sinnbildliche Grenze zwischen irdischer Welt und himmlischem Paradies, die nur dem Gerechten den Eintritt gewährt und den Unwürdigen abweist, durch die aber Christus selbst die Gläubigen und die reuigen Sünder zum ewigen Leben führt - umlagert von bösen Mächten, die erfolglos diese Grenze zu überwinden suchen und als Warnung für die Gläubigen dienen.
Das typologisch-heilsgeschichtliche Programm der antik anmutenden Platten stellt den Kampf zwischen Sünde und Erlösung dar, Diesseits und Jenseits. Aus drei thematischen Bereichen sind die Einzeldarstellungen der Bilderwand entnommen: der Genesis mit der Erschaffung des Menschen und dem Sündenfall, weiteren Büchern des Alten Testaments mit bestimmten, als Vorläufer Christi geltenden Personen (Moses, Aaron, Samson, David) und schließlich der mittelalterlichen Tiersymbolik (Löwe, Bär, Kentaur, Vögel, Hühner). Auch andere Bereiche werden zur Deutung herangezogen: Monats- oder Jahreszeitendarstellungen sowie Sternbilder.
Text von Msgr. Werner Schnell aus „Der Dom zu Augsburg“,
Kunstverlag Peda Passau, Sankt Ulrich Verlag Augsburg; 1997.
Alle Rechte vorbehalten.
Die Westkrypta unter dem romanischen Westchor des Doms - geweiht zu Ehren der Apostelfürsten Petrus und Paulus (Petrusfigur, Tessin 15. Jh.) - wurde im älteren westlichen Teil als Vierstützenanlage mit reicher Nischenbildung (noch im späten Mittelalter standen hier Altäre) in ottonischer Zeit errichtet. Zahlreiche ausgegrabene Fragmente von Stuckornamenten, wie sie von Chorschranken aus bayerischen Kirchen der Karolingerzeit bekannt sind, weisen auf die unter Bischof Simpert überlieferte Bautätigkeit hin. Aus dem karolingischen Dom stammt auch die jetzt als Antependium dienende ehemalige Chorschrankenplatte mit Radkreuz und pflanzlichen Motiven in prächtiger Flechtbandornamentik.
In der östlichen Apsis wird nach frühchristlicher Tradition das mütterliche Gnadenbild des Domes verehrt, eine romanische alpenländische Madonna mit Kind als „Thron der Weisheit“ (in vielen Apsiden seit dem 5. Jh. Zeichen der Menschwerdung Gottes).
Die Mitte des unterirdischen Raumes ist durch eine im Boden liegende Gedächtnisplatte für Bischof Simpert († 807), nach Ulrich und Afra der dritte Patron des Bistums, gekennzeichnet (Künstler: Fons Dörschug). Sein Attribut, ein Wolf mit Kind im Maul, erinnert an ein Wunder, wonach auf Anrufung des Heiligen ein durch einen Wolf geraubtes Kind wieder unversehrt zurückgebracht wird. Von dieser Stelle aus fällt der Blick durch eine nachträglich geschaffene Öffnung im Gewölbe auf den vergoldeten gotischen Schlussstein des Westchores mit dem Bild der Gottesmutter. Freskenfragmente aus dem 13. - 16. Jh. weisen auf eine vollständige Ausmalung der dunklen Räume mit Darstellungen der göttlichen Personen, Mariens und der Heiligen hin. In der jüngeren Ostkrypta wurde eine neue Grablege für die Augsburger Bischöfe geschaffen: unter der ersten Grabplatte mit Himmel-Erde-Symbolik, Ostersonne und Herrlichkeit Gottes ruht Erzbischof Josef Stimpfle (Bischof von Augsburg 1963 - 1992) (Künstler: Felix J. Landgraf). Auch Bischof Viktor Josef Dammertz wurde 2020 hier bestattet.
Text von Msgr. Werner Schnell aus „Der Dom zu Augsburg“,
Kunstverlag Peda Passau, Sankt Ulrich Verlag Augsburg; 1997.
Alle Rechte vorbehalten.
In der östlichen Apsis wird nach frühchristlicher Tradition das mütterliche Gnadenbild des Domes verehrt, eine romanische alpenländische Madonna mit Kind als „Thron der Weisheit“ (in vielen Apsiden seit dem 5. Jh. Zeichen der Menschwerdung Gottes).
Die Mitte des unterirdischen Raumes ist durch eine im Boden liegende Gedächtnisplatte für Bischof Simpert († 807), nach Ulrich und Afra der dritte Patron des Bistums, gekennzeichnet (Künstler: Fons Dörschug). Sein Attribut, ein Wolf mit Kind im Maul, erinnert an ein Wunder, wonach auf Anrufung des Heiligen ein durch einen Wolf geraubtes Kind wieder unversehrt zurückgebracht wird. Von dieser Stelle aus fällt der Blick durch eine nachträglich geschaffene Öffnung im Gewölbe auf den vergoldeten gotischen Schlussstein des Westchores mit dem Bild der Gottesmutter. Freskenfragmente aus dem 13. - 16. Jh. weisen auf eine vollständige Ausmalung der dunklen Räume mit Darstellungen der göttlichen Personen, Mariens und der Heiligen hin. In der jüngeren Ostkrypta wurde eine neue Grablege für die Augsburger Bischöfe geschaffen: unter der ersten Grabplatte mit Himmel-Erde-Symbolik, Ostersonne und Herrlichkeit Gottes ruht Erzbischof Josef Stimpfle (Bischof von Augsburg 1963 - 1992) (Künstler: Felix J. Landgraf). Auch Bischof Viktor Josef Dammertz wurde 2020 hier bestattet.
Text von Msgr. Werner Schnell aus „Der Dom zu Augsburg“,
Kunstverlag Peda Passau, Sankt Ulrich Verlag Augsburg; 1997.
Alle Rechte vorbehalten.
Zu den glanzvollsten Leistungen der deutschen Hochromanik zählen die Glasgemälde in den fünf Fenstern des Mittelschiffes im südlichen Obergaden mit Prophetendarstellungen von großer Würde, strenger Frontalität und entrückter Haltung. Die wohl frühesten Glasgemälde des europäischen Mittelalters, als Zyklus fragmentarisch erhalten und somit der älteste Glasgemäldezyklus der Welt, entsprechen am ehesten der Buchmalerei des Klosters Hirsau und lassen sich vielleicht noch der Domweihe von 1065 zuordnen. Die fünf alttestamentlichen Gestalten, Jona, Daniel, Hosea, David und Mose, bilden wohl den Rest einer größeren Prophetenreihe, der eine Apostelfolge entsprochen haben könnte. Das Moses-Fenster ist allerdings eine rekonstruierende Nachschöpfung aus der Zeit um 1550, in der sich noch originale Bestandteile befinden. Der Text auf den Spruchbändern der Propheten bezieht sich auf die Kirche als „Volk Gottes“ und als „Haus Gottes“: in Übersetzung: „… wann werde ich je wieder deinen heiligen Tempel erblicken?“ (Jona 2,5) - „…Herr, lass auch um deiner selbstwillen dein Angesicht über deinem Heiligtum leuchten, das verwüstet daliegt.“ (Daniel 9,17) - „Ich aber werde euch alle bestrafen.“ (Hosea 5,2) - „Wohl denen, die wohnen in deinem Haus, die dich allezeit loben.“ (David, PS 84) - „… Israel, höre die Gesetze und Rechtsnormen, die ich euch zu halten lehre.“ (Moses, Dtn 4,1).
Die Prophetenfenster im Augsburger Dom (Fotos: Leander Stork / pba)
Text von Msgr. Werner Schnell aus „Der Dom zu Augsburg“,
Kunstverlag Peda Passau, Sankt Ulrich Verlag Augsburg; 1997.
Alle Rechte vorbehalten.
Kunstverlag Peda Passau, Sankt Ulrich Verlag Augsburg; 1997.
Alle Rechte vorbehalten.
Joachims Opfer von Hans Holbein d. Ä., 1493 (Foto: Leander Stork / pba)
Die Nebenaltäre an den vier östlichen Langhauspfeilern schmücken Meisterwerke des Augsburger Malers Hans Holbein des Älteren (1460/70 - 1524). Dabei handelt es sich nicht um ursprünglich für den Dom geschaffene Werke, sondern um die Flügel eines Schreinaltars, der in der Marienkapelle des Benediktinerklosters in Weingarten stand. Auf der Tafel 'Darstellung Jesu im Tempel' findet sich eine Inschrift auf dem Gürtel einer Frau: „Michl Erhart pildhaver 1.4.1493 - Hans Holbain maier / o Mater miserere nobis“. Der Altar war demnach dem Bildhauer Michael Erhart in Ulm in Auftrag gegeben. Ursprünglich ist die „Darstellung im Tempel" als die Innenseite des rechten Flügels zu denken, auf der äußeren Werktagsseite war die „Geburt Mariens" dargestellt; auf dem linken Flügel außen 'Joachims Opfer' und innen „Tempelgang Mariens". Die Werktagsseite (bei geschlossenen Flügeln) hat farbig gestalteten Hintergrund, die Sonn- und Feiertagsseite goldenen Grund. Hans Holbeins Kunst, über zwanzig Jahre hindurch Augsburg verbunden, hat den Ruhm der Malerstadt begründet. Die Passionstäfelchen sind nicht zugehörig (spätes 15. Jh.).
Darstellung des Herrn (Foto: Leander Stork / pba)
Die vier westlichen Langhauspfeiler schmücken vier Tafeln vom ehemaligen Hochaltar der Pfarrkirche in Unterknöringen (Landkreis Günzburg), geweiht 1484: Geburt Christi, Anbetung der Könige, Tod Mariens, Krönung Mariens sind dem Ulmer Maler Jörg Stocker zuzuschreiben. Gegenüber der Kanzel von Karl Killer, 1946, - am Pfeiler Malerei von Franz Nagel - steht der Petrus Canisiusaltar. Ab 1560 bis Sommer 1566 predigte der gelehrte Jesuit Canisius (1521 - 1597) etwa 600 mal im Dom und in der Dompfarrkirche St. Johannes. An den Besuch zweier Päpste erinnern je eine Gedenktafel über dem Eingang zur Orgelempore für Pius VI., 1782, und am südlichen Langhauspfeiler für Johannes Paul II., am 3. und 4. Mai 1987, mit Portrait und Darstellung des Emmaus-Mahles (Künstler: Klaus Backmund). Text von Msgr. Werner Schnell aus „Der Dom zu Augsburg“,
Kunstverlag Peda Passau, Sankt Ulrich Verlag Augsburg; 1997.
Alle Rechte vorbehalten.
Kunstverlag Peda Passau, Sankt Ulrich Verlag Augsburg; 1997.
Alle Rechte vorbehalten.