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Missionaretreffen in der Ulrichswoche 2017

Missionarische Berufung – ein bewegendes Thema

07.07.2017

Augsburg (pm) 

Brasilien, Kenya, Kongo und Südafrika waren die Länder, aus denen zum diesjährigen Missionare-Treffen in der Ulrichswoche zwei Priester und drei Schwestern gekommen sind. Traditionell versammeln sich die „Heimaturlauber“ in dieser Festwoche zusammen mit dem Leiter der Abteilung Mission-Entwicklung-Frieden,  Pfarrer Dr. Ulrich Lindl, und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Abteilung Mission-Entwicklung-Frieden zu einem Austausch über ihre Erfahrungen in der „Mission“. Das Treffen fand seinen Abschluss in der Mitfeier der Gebetsstunde für geistliche Berufe in der Basilika „St. Ulrich und Afra“.

„Nächstes Jahr werden es 50 Jahre, dass ich als junger Ordensmann nach Brasilien ausgereist bin“ erzählte Pater Fritz Satzger von den Missionaren vom Kostbaren Blut. Nach vielen Stationen in Brasilien ist er seit einigen Jahren wiederin der Apostolischen Prälatur Altamira am Rio Xingu im Einsatz, in der bis zum vergangenen Jahr sein Mitbruder Dom Erwin Kräutler Bischof war. „Es ist immer ein Auf und Ab in Brasilien. Derzeit geht es wieder steil bergab“, so Satzger. „Brasilien wäre das schönste und reichste Land der Welt, wenn nicht Korruption und Machtmissbrauch es so zugrunde richten würden“. Dem Thema Korruption schloss sich auch die „Augsburger“ Schwester Beater Roger von den Missionarinnen Christi an. Ihr Einsatzort war lange Zeit die Demokratische Republik Kongo. Während der Rebellion und des Bürgerkriegs musste in den 1960er Jahren die junge Ordensgemeinschaft nach Südafrika flüchten. Seitdem gibt es auch dort eine Niederlassung der Missionarinnen Christi. Im Kongo leiden die Menschen immer mehr unter einer unfähigen Diktatur, die keinen Frieden bringe. „Unsere Zukunft als Orden liegt in Afrika“, so Schwester Beate. „Während es anderswo kaum oder keinen `Nachwuchs´ mehr für die Orden gibt, haben wir so gesehen viele Berufungen“. Zum Kloster Schlehdorf gehören die Dominikanerinnen Schwester Theresita und Sr. Bernardis Kriener. Sie stammen aus Agawang in den westlichen Wäldern. Sr. Bernardis reiste bereits 1961 nach Südafrika aus, ihre leibliche Sr. Bernardis folgte ihr 1965. „Viele unserer Häuser mussten wir im letzten Jahrzehnt schließen. Wir haben keine großen Häuser mehr, sondern leben in kleinen Gemeinschaften“, erläutert Schwester Bernardis die Situation in ihres Ordens in der „zweiten Heimat“ Südafrika. Politisch sei das Land vor einer Zerreißprobe. Viele Südafrikaner wollten den Präsidenten weghaben und gingen damit lautstark auf die Straße. Pfarrer Hermann Renz aus Augsburg ist Diözesanpriester und lebt zusammen mit zwei Mitbrüdern im Norden Kenias in einer weit abgelegenen Missionsstation. 2003 war er ein erstes Mal dorthin ausgereist, 2008 zwang ihn eine akute Malaria zur Rückkehr nach Deutschland. Seit 2014 unterstützt er seinen Mitbruder Pfr. Hubert Mössmer bei der Betreuung der Pfarrei Dukana, einer ehemaligen Aussenstation der Pfarrei North Horr an der Grenze zu Äthiopien. Sein Arbeitsfeld ist die pastorale Arbeit mit dem Nomadenstamm der Gabras. „Ich bin aber nicht nur Priester, sondern auch Handwerker. Viele unserer Einrichtungen habe ich mit meinen Mitbrüdern eigenhändig aufgebaut“. Er beobachte, dass sich durch die „Moderne“ auch das Leben der Nomadenh stark verändere. „Wer es sich leisten kann, möchte studieren. Aber bei 60 Prozent Jugendarbeitslosigkeit gibt es im Norden des Landes einfach zu wenig Arbeitsmöglichkeiten für die jungen Menschen“.

Ein spannender Nachmittag ging zu Ende. Pfr. Lindl dankte den Missionaren und Missionarinnen für ihren überzeugenden Einsatz, für die Menschen in der Einen Welt, die Gott uns und allen Menschen guten Willens anvertraut hat. Für ihr weiteres Wirken wünschte er den Missionaren und Missionarinnen mit Gottes Segen viel gutes Gelingen.