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Fragen & Antworten

Was tut die Kirche?

Eine Übersicht über die Flüchtlingsarbeit der Diözese Augsburg finden Sie unter "Daten & Fakten". Auf den Seiten der Deutschen Bischofskonferenz finden Sie im Internetdossier Flüchtlingshilfe eine Übersicht zum Flüchtlings-Engagement von Bistümern, Hilfswerken und Ordensgemeinschaften in Deutschland. Bei der diesjährigen Frühjahrsvollversammlung haben die deutschen Bischöfe Leitsätze des kirchlichen Engagements für Flüchtlinge verabschiedet.

 

Was tut das das Bistum Augsburg für Menschen, die Hilfe brauchen und keine Flüchtlinge sind?
In unserem Bistum gibt es ein breites Angebot an Anlaufstellen für hilfesuchende Menschen. Weitere Angaben dazu finden Sie hier.

 

Wie kann ich helfen?

Sie können durch Ihre Mitarbeit in einem örtlichen Helferkreis die Flüchtlinge direkt unterstützen. Sie können über Sach- und Geldspenden das Engagement vor Ort fördern. Hierzu ist eine Kontaktaufnahme mit den Helferkreisen sinnvoll. 

 

Wo kann ich helfen?

In jedem Ort, wo bereits Flüchtlinge untergebracht sind, haben sich Helferkreise gebildet. Diese werden meist von kommunaler Seite geführt. Caritas und Diakonie unterstützen diese Helferkreise vor Ort. Viele Christen engagieren sich in diesen Kreisen und leisten so einen wichtigen Beitrag zur Flüchtlingshilfe und Integration. Fragen Sie im Rathaus, Landratsamt oder Pfarrbüro nach!

 

Wie bilde ich einen Helferkreis?

Wenn sich eine Pfarrgemeinde auf die Ankunft von Asylbewerbern und Flüchtlingen vorbereitet möchte, ist es wichtig, einen Helferkreis zu initiieren. Diese Initiative kann vom Pastoralrat/Pfarrgemeinderat ausgehen. Um möglichst viele Mitbürger zu aktivieren, wäre eine Vernetzung von Kommune, Kirchen und Vereinen wichtig, so dass eine breite Basis für das ehrenamtliche Engagement gebildet wird. Caritas, Diakonie und die Abteilung Pastorale Grunddienste im Bischöflichen Seelsorgeamt können hier begleiten.

 

Wo liegen die Grenzen ehrenamtlicher Arbeit?

Persönliche Grenzen: Helfer sollten sich emotional und zeitlich nicht überfordern. Es ist es etwas Schönes und Gutes, wenn aus Hilfsbereitschaft oder Patenschaften auch Freundschaften entstehen. Doch sollte man sich immer bewusst sein, dass ein offenes Asylverfahren mit einer Abschiebung enden kann. Hier stellt sich die Frage, wie man damit umgehen kann und wieviel Distanz als Selbstschutz für einen selbst notwendig ist. Das zeitliche Engagement sollte in dem Rahmen gestaltet sein, wie es mit dem eigenen Leben/Beruf vereinbart werden kann. Jeder kann sich mit seinen Fähigkeiten einbringen, ohne sich dabei mit anderen messen zu müssen. Wichtig ist die Hilfe, die ankommt. Durch die Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen wird durch die unterschiedlichen Beiträge - ob groß oder klein - letztendlich ein starkes Angebot für die Asylbewerber möglich. Finanzielle Zuwendungen sind eine Privatentscheidung des Helfers, es gilt aber zu bedenken, dass Alltagshilfe darauf abzielt, den Asylbewerbern dabei zu unterstützen, mit den zur Verfügung stehenden Mittel besser zurechtzukommen. Hier ist der Grundsatz der Hilfe zur Selbständigkeit und Integration wichtig.

Gesetzliche Grenzen: Es gibt für Asylbewerber neben den allgemeinen Gesetzen eine Reihe von Vorgaben, an die sie sich halten müssen. Je nach Aufenthaltsstatus besteht Residenzpflicht, d.h. dass ein bestimmtes Gebiet (z.B. Bezirk Schwaben) ohne Genehmigung der Ausländerbehörde nicht verlassen werden darf. Gesetzliche Grenzen gibt es auch im Asylverfahren. Hier sei nur das Stichwort Dublin III-Abkommen genannt. Dies ist ein Verfahren, dass Asylbewerber immer dem europäischen Land zuführt, in dem sie als erstes behördlich erfasst und registriert wurden. In diesem Land muss der Asylantrag gestellt und bearbeitet werden. Da Deutschland keine EU-Außengrenzen hat und die Asylsuchenden eben andere Länder durchreisen kommt eine "Rückführung" aufgrund Dublin III häufig vor. Behördliche Schreiben deren Inhalte dem Helfer unklar sind, sollten einem Ansprechpartner der Asylsozialberatung vorgelegt werden. Eine Abklärung mit rechtlicher Beratung ist sinnvoll. Der Flüchtlingsrat Bayern bietet Asylbewerbern (oder den Helfern) Rat an und verfügt  über Anwälte die rechtliche Auskunft geben. Wenn sich ein Asylbewerber in irgendeinem Sinne strafbar gemacht hat, sollte beim Verständnis der Briefe und dem Einhalten von Fristen - auch bei Abschätzung ob ein Rechtsbeistand nötig ist - geholfen werden. Bei Unsicherheit sollten weitere Ansprechpartner hinzugezogen werden.

 

Sie sind ehrenamtlich stark engagiert? Sie haben dafür Ihr berufliches Engagement bewusst hinten angestellt? Sie haben auf Verdienst verzichtet? Wussten sie schon, dass ehrenamtliche Helfer, die in Bayern ankommende Asylbewerber versorgen, Verdienstausfallentschädigung erhalten können?

Näheres dazu finden Sie auf den Seiten des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. 

 

Wie sind Ehrenamtliche versichert, wenn sich während ihrer Tätigkeit ein Unfall ereignet?

Falls keine private Unfall- oder Haftpflichtversicherung den Schaden abdeckt und der/die freiwillige Ehrenamtliche auch nicht über einen Träger (Verein, Kirche, Caritas, Diakonie) versichert ist, greift hier in der Regel die bayerische Ehrenamtsversicherung des Freistaates Bayern. Nähere Angaben dazu finden Sie auf den Seiten des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration. 

 

Welche steuerlichen Maßnahmen zur Förderung der Hilfe für Flüchtlinge gibt es?

Deutschland wird zunehmend Zufluchtsort für Menschen unterschiedlichster Nationalität. Die Aufnahme, Versorgung und Integration von Flüchtlingen ist für Deutschland eine gesamtstaatliche Herausforderung. Engagierte Bürger, Unternehmen, Initiativen und Organisationen helfen den Ankommenden in dieser Situation den Alltag zu bewältigen. Dieses private Engagement unterstützt damit auch die staatlichen Institutionen in ihren Aufgaben. Die hohe Spendenbereitschaft in Deutschland ist ein Zeichen des Willens für mitmenschliches Zusammenleben und des Willkommens. Die Bundesregierung fördert daher das gesamtgesellschaftliche Engagement in Deutschland, damit möglichst schnell und unbürokratisch Hilfe geleistet werden kann. Das Bundesministerium der Finanzen hat im Einvernehmen mit den obersten Finanzbehörden der Länder Regelungen erlassen (hier herunterzuladen), die Vereinfachungen für private Spender und steuerbegünstigte Organisationen zum Ziel haben. 

 

Was ist „Kirchenasyl“?

„Kirchenasyl“ ist die zeitlich befristete Aufnahme von Flüchtlingen ohne legalen Aufenthaltsstatus, denen bei Abschiebung in ihr Herkunftsland Folter und Tod drohen oder für die mit einer Abschiebung nicht hinnehmbare soziale, inhumane Härten verbunden sind. Während des „Kirchenasyls“ werden alle in Betracht zu ziehenden rechtlichen, sozialen und humanitären Gesichtspunkte geprüft. In vielen Fällen gelingt es nachzuweisen, dass Entscheidungen von Behörden überprüfungsbedürftig sind und ein neues Asylverfahren erfolgversprechend ist. In allen Fällen werden die Behörden und Gerichte über den Aufenthalt unterrichtet.

-> Handreichung zu aktuellen Fragen des Kirchenasyls, Deutsche Bischofskonferenz, 23. Juni 2015

 

Wie viele Menschen sind zur Zeit auf der Flucht?

Nach dem letzten Halbjahresbericht des UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR gab es bis Mitte 2015 weltweit 60 Mio. Flüchtlinge und Binnenflüchtlinge (innerhalb des eigenen Landes).

 

Woher stammen die Flüchtlinge?

Die weltweit meisten Flüchtlinge stammen laut UNHCR-Bericht zur Zeit aus Syrien: Syrien: 3 Mio., Afghanistan: 2,7 Mio., Somalia: 1,1 Mio., Sudan: 700.000, Kongo: 500.000, Myanmar: 450.000, Irak: 400.00

 

Was ist der Unterschied zwischen Flüchtlingen und Asylbewerbern?

Nach Artikel 16a des Grundgesetzes (GG) der Bundesrepublik Deutschland genießen politisch Verfolgte Asyl. Die Verfolgung muss dabei vom Staat ausgehen.

Menschen, die in ihrem Heimatland wegen Zugehörigkeit zu einer bestimmten Bevölkerungsgruppe, Religion oder Rasse bedroht sind, gelten als Flüchtlinge. Die Bedrohung muss dabei - anders als bei Asylbewerbern - nicht vom Staat ausgehen, sie kann auch von Parteien oder anderen Bevölkerungsgruppen kommen.

 

Welchen Religionen gehören die Flüchtlinge an?

Die meisten Flüchtlinge (ca. 80%) stammen aus islamisch geprägten Ländern.
Es gibt aber auch ca. 10 – 15 % Christen, überwiegend aus afrikanischen Ländern.

 

Besteht die Gefahr einer "Islamisierung" der Gesellschaft?
 
Zur Zeit leben in Deutschland zwischen 3,8 und 4,3 Mio. Muslime, das sind rund 5 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung. Der größte Teil der Muslime sind keine Flüchtlinge, sondern ehemalige Migranten, sogenannte Gastarbeiter, und deren Kinder/Enkel oder Personen mit Migrationshintergrund. Menschen also, die schon viele Jahre oder seit der Geburt in Deutschland leben. Ein großer Teil ist weitgehend integriert, lebt seinen Glauben und lehnt jede Form von religiös motivierter Gewalt ab.