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Bayerische Rechtshistoriker tagen im Archiv

24.07.2026 15:54

Am 10. und 11. Juli 2026 tagte die Gesellschaft für bayerische Rechtsgeschichte im Archiv des Bistums Augsburg. Die rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmer befassten sich mit der Rechts- und Verfassungsgeschichte geistlicher Herrschaften im süddeutschen Raum. 

Auch wenn die Akten der weltlichen Verwaltung des Hochstifts Augsburg seit dem 19. Jahrhundert im Staatsarchiv liegen, erschien das Archiv des Bistums doch prädestiniert für eine Tagung, die in dieser Form zum 19. Mal stattfand. Mitveranstalter war der Lehrstuhl für Bürgerliches Recht und Zivilverfahrensrecht, Römisches Recht und Europäische Rechtsgeschichte an der Universität Augsburg.

In den Vorträgen namhafter Referentinnen und Referenten aus Bayern und weit darüber hinaus ging es unter anderem um das Fürststift Kempten, die engen kirchen- und zivilrechtlichen Verflechtungen in geistlichen Territorien wie der Fürstpropstei Berchtesgaden oder konkret um eine Konkursordnung für das Hochstift Augsburg aus dem Jahr 1787. Als Anregung für das aktuelle Projekt der Diözese "Priorisieren und Finanzieren" mag sich diese indes kaum eignen. Eine Archivführung und ein geselliger Abend im Ratskeller rundeten Tagungsprogramm ab, das von den Teilnehmern als sehr gelungen wahrgenommen wurden.

Dass die Beiträge mitunter - gerade aus juristischer Sicht - sehr spezielle, komplexe und von heutiger Rechtspraxis weit entfernte Materien behandelte, brachte ein Teilnehmer in seinem Kommentar folgendermaßen in schönstem Bairisch auf den Punkt: "Da muaß ma scho so drauf sei wie mir drauf san, dass oam des gfoit!"