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Seligsprechung von Max Josef Metzger

15.11.2024 14:13

Er war Pazifist und doch eine streitbare Persönlichkeit. Für seine Überzeugungen und seine Ablehnung des NS-Regimes nahm er den Tod in Kauf. 80 Jahre nachdem er von den Nazis hingerichtet wurde, wurde Max Josef Metzger am 17.11.2024 seliggesprochen.

Die Personalakte im Archiv des Bistums Augsburg gewährt Einblicke in das Leben und Wirken von Max Josef Metzger. Freilich liefert sie kein vollständiges Bild; schließlich war der aus dem Erzbistum Freiburg stammende Priester "nur" von 1929 bis 1940 in der Diözese Augsburg tätig. In Meitingen leitete er eine Entzugsanstalt für Alkoholkranke und gründete das bis heute bestehende Christkönigsinstitut. Der Weg dorthin war für den einstigen Feldseelsorger des Ersten Weltkriegs nicht einfach und nicht geradlinig. Seine Tätigkeit bei der in Graz von ihm aufgebauten "Missionsgesellschaft vom Weißen Kreuz" war von inneren Konflikten überschattet, die sich auch in den Akten niederschlugen. Nicht nur weil er sich gegen den Zeitgeist des Nationalismus stemmte, dürfte er eine Persönlichkeit gewesen sein, die bei vielen seiner Zeitgenossen angeeckt hat. Mitstreiter und Unterstützer fand er dennoch. Nach den Kriegserfahrungen wurde Metzger überzeugter Pazifist, ebenso Antialkoholiker, Vegetarier, Vordenker der Ökumene und konsequenter Gegner des Nationalsozialismus.

Ideale Ansichten

Schon 1928 hatte ihn sein Bischof folgendermaßen charakterisiert: "Herr Metzger hat ideale Ansichten, scheint aber zu rasch und zu wenig vorsichtig in seinen Entschließungen zu sein." Aufgrund seiner Beteiligung an der Widerstandsgruppe um Hanna Solf in Berlin und dem Vorwurf des Hochverrats wurde er 1943 in einem Schauprozess am Volksgerichtshof unter Roland Freisler zum Tode verurteilt. Für die Nazis war er eine "Pestbeule", die man "ausmerzen" müsse. Inzwischen wird er als Friedensvisionär, Wegbereiter für Europa und Vorbild für die Menschlichkeit verehrt. Nachdem 1997 das Todesurteil aufgehoben wurde, stellt die Seligsprechung nun einen weiteren wichtigen Markstein seiner moralischen Rehabilitation dar.

Schreiben des Freiburger Erzbischofs Carl Fritz an den Augsburger Bischof Maximilian von Lingg, 3. März 1928 (Auszug)
Schreiben von Max Josef Metzger an das Bischöfliche Ordinariat Augsburg, 4. März 1939
Max Josef Metzger