Am 28. Januar 814 verstarb Karl der Große, der schon von den Zeitgenossen als „pater Europae“ bezeichnet wurde. Seine Leistung für die Entstehung der abendländischen Kultur und eines bis heute –trotz aller Gegensätze und Auseinandersetzungen- nachwirkenden gemeinsamen europäischen Bewußtseins, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. In seiner Zeit war der Hl. Simpert Bischof von Augsburg.

Vor 1200 Jahren starb Karl der Große

28.01.2014 09:44

„Am siebten Tag, nachdem er sich krank niedergelegt hatte, starb er nach dem Empfang der heiligen Kommunion im zweiundsiebzigsten Lebensjahr und im siebenundvierzigsten Jahr nach dem Antritt der Regierung am 28. Januar zur dritten Stunde des Tages“, so berichtet –in etwas freier Übersetzung- sein Biograph Einhard über Karls Tod (…septimo, postquam decubuit, die, sacra communione percepta, decessit, anno aetatis suae septuagesimo secundo et ex quo regnare coeperat quadragesimo septimo, V. Kalendas Februarii, hora diei tertia...).

Kaiser Karl der Große, Phantasieportrait, um 1729, ABA Hs 63/2, Nr. 95.

Wenn auch “eingefleischte Bajuwaren” ihm die Absetzung Herzog Tassilos III. im Jahr 788 und das damit verbundene Ende des älteren bayerischen Stammesherzogtums immer noch übelnehmen mögen und er zudem manchem “Alt(Nieder)sachsen” als Schlächter dieses Volkesstamms gilt, so ist Karls Lebensleistung – auch im Hinblick auf das Werden des europäischen Abendlands - äußerst beachtlich.

Der 742 geborene, spätere Kaiser gelangte 768 zur Mit- und 771 zur Alleinherrrschaft. In zahlreichen Kriegszügen führte er das Frankenreich zu seiner größten Ausdehnung, erneuerte durch seine Kaiserkrönung am Weihnachtstag 800 in Rom das römische Kaisertum und war im Rahmen der sogenannten “karolingischen Renaissance” für einen bedeutenden kulturellen Aufschwung verantwortlich. Die Förderung des Christentums sowie die Einrichtung einer Verwaltung für sein riesiges Herrschaftsgebiet gehören ebenfalls zu seinen Verdiensten. Am 28. Januar 814 verstarb der Kaiser in Aachen; am gleichen Tag wurde er in der dortigen Pfalzkapelle beigesetzt.

Der Nachwelt erschien er als ideale Herrschergestalt; sowohl den Franzosen als auch den Deutschen gilt er als einer der Gründerväter ihrer Nation. Seine auf Veranlassung Kaiser Friedrich Barbarossas durch den Gegenpapst Paschalis III. erfolgte Heiligsprechung im Jahr 1165 erzielte keine große Wirkung - außer in Aachen, wo er heute noch als Heiliger verehrt wird.

Ob bereits zu seiner Zeit eine Kaiserpfalz in Augsburg bestand, muss dahingestellt bleiben. Sicherlich mit Karls Zustimmung ist der Hl. Simpert, der aus der Umgebung des Frankenkönigs kam, ja vielleicht sogar mit diesem verwandt war und der wohl von um 778 (zunächst als Bischof von Neuburg/Staffelsee?) bis ca. 807 amtierte, Bischof von Augsburg geworden. Simpert, der zudem Abt von Murbach gewesen sein könnte, war auch im Auftrag des Kaisers tätig, so als er um 806 zwei sächsische Geiseln in Gewahrsam hielt. In seine Zeit fällt die Vereinigung der Bistümer Neuburg/Staffelsee und Augsburg und möglicherweise hat er den ersten Augsburger Dom erbaut.

Bischof Simpert von Augsburg, Phantasieportrait, um 1729, ABA Hs 63/1, 207.