Gedanken zu Neujahr 2020

01.01.2020 19:00

Franz Schenk berichtet in launiger Weise über die Arbeit der beiden Mesner in der Sakristei und macht sich auch Gedanken über die Zukunft.

Vui werd Nei
Net nur für Mesnerei
Des alte Jahr ging guat zu End'
Doch die Uhr stets weiter rennt
Aber bevor wir uns in die Zukunft trauen
Möcht I no a wengerl rückwärts schauen
Wenn ich's betracht aus meiner Sicht
Ganz schlecht war 2019 wirklich nicht
Startplatz für de Mesner, wir san zwei
Ist zum Größten teil die Sakristei
Zuerst aber, muass I kurz erklären
Gilt es die Kirchentüre auf zu sperren
Beim Geißelheiland geht ma dann vorbei
Do is' no Platz für Kerzen frei
Vergriffen hat sich an diesen geweihten Ort
Wieder jemand, denn die Zündhölzer sind fort
Der Weihwasserkessel klingt recht hohl
Den man schnell wieder füllen soll
In der Sakristei hängt dazua der gelbe Schlauch
Doch weihen braucht des Wasser auch
Des ist dann des Herrn Pfarrers Pflicht
Aber im Vorbeigeh'n tut's des nicht
Er braucht dazua Salz und des Weihebuch
Und liest daraus den Segensspruch
Der Mesner muas zwischendrin nur Amen soag'n
Und de Utensilien in d'Kirch z'ruck troag'n
Hochwürden geht in den Beichtstuhl g'schwind
Und spricht de Leit' frei von der Sünd'
Mesner stecken d'Liader auf, nach Pfarrers Willen
Und tun Gläser mit Wasser und Wein auffüllen
Lesungen und Evangelium gilt es aufschloag'n
Und nach de Lektoren muaß ma froag'n
Die Opferer gilt es auch no ein zu teilen
Und auch für Ruhe sorgen, zu weilen
An der Tür hängt pünktlich die benötigte Montur
Aber wo bleibt den Pater Jan heut' nur
Den brauch' ma scho, soll d'Mess gelingen
Denn er tut seinen eignen Messwein mit bringen
Z'samm leiten tun scho' der Glocken vier
Dann endlich kommt er lächelnd durch die Tür
Das Weinglas füllen, num zum Turm
Einkleiden ihn dann, mit vollem Sturm
Man teilt ihm mit, was er am End' muss sagen
Und schon tut die Turmuhr ganze schlagen
Dann zieht er ein mit der Ministrantenschar
Und steht als Verkünder würdig am Hochaltar
Die Franziska lächelt auf befreit und I lach'
Denk nur, er is es g'wohnt von Biberbach
Beim Pfarrer Krammer passiert des nicht
Er erfüllt sehr sorgsam seine Pflicht
Beim Erstleuten eilt er aus dem Pfarrhaus
Und kommt stets ohne Befehlston aus
Bei der Mesnerin schleicht sich nia a Fehler ein
Doch bei mir muss er scho' wachsam sein
Beim Messwein einschenken tat ich sparen
Obwohl drei Kommunionhelfer eingeteilt waren
Und no dazua, es no net lange her
War des Weinglas sogar ganz leer
Vom Volksaltar tat er mich mit zarten Blicken
Zum Auffüllen in die Sakristei nei schicken
Es gäb noch einiges zu berichten
Doch des verkündigt er beim Faschingsdichten
I froag' mi scho wia er des Alles schafft
Ganz g'wiß gibt ihm der Herrgott recht vui Kraft
Net nur recht viele normale Messen musst er lesen
Auch Hochzeiten und Beerdigungen sind gewesen
Taufen gab es bewältigten und auch Schulunterricht
Brautleut'- und Trauergespräch gehör'n zur Pflicht
Vergessen will i a die Predigt Vorbereitung nicht
In welchen er uns darlegt das Evangelium
Dies nehmen wir zur Kenntnis dann, meistens stumm
Recht viele auch seinen geistlichen Beistand brauchen
Es bleibt kaum Zeit mit Genuss a Zigarette zu rauchen
Darum gönn' ich ihm, I sags bewusst
Den verdienten Urlaub ab Anfang August
Den genießt er, kommt mit vollen Bart im G'sicht
Doch dieser g'fällt seiner Mutter nicht
Diese wird daher besucht net sofort im Trab
Denn sie sagt g'wiß, der Bart muss ab
Ihr zu widersprechen traut er sich nicht
Ab Oktober is wieder bartlos sein Gesicht
No is er jung, hat Elan und zeigt Begeisterung
Füllt seine Berufung aus mit SchwungDrum rate ich, ihr lieben Leit
Beschäftigt euch mit der zukünftigen Zeit
Man muss es tun, wenn auch notgedrungen
Es kommen mit ihr unabänderliche Neuerungen
Ja, ihr Lieben und erwartungsvollen Leit
Sie hält manchen Umstand halt bereit
Laut plärrt ma auf, des geht gar nia
Und bildet dagegen a gewaltiges Sparlia
Der Sturkopf gewinnt sofort de Oberhand
Und aussetzen tuat dann der Verstand
Bei uns muass alles beim alten bleiben
Und so was nennt ma dann bescheiden
Was Neues will ma gar net überdenken
Und scho' gar nix a verschenken
Jeden Sonntag is bei uns a Mess'
So lautet die Forderung ganz kess
Dabei wissen wir, schon bereits als Kind
Wo 2 oder drei in meinem Namen beisammen sind
Da bin ich mitten unter ihnen
Und will uns mit seiner Gnad' bedienen
Er sagte net in St. Clemens in Herbertshofen
Wia manche von uns sich gern erhoffen
No dazua, des net grad a Knüller
Geht in den Ruhestand nun geistlicher Rat Hihler
Net nur seine Prisen werd ich vermissen
Ich weiß auch das wir Handeln müssen
Setzen wir doch gemeinsam ein christlichen Zeichen
Und besuchen die Messfeier in Meitingen oder Langenreichen
Dorthin kommt ma, wenn ma will, a hi'
Um mit Jesus zu feiern die Eucharistie
I denk', I tua net zu viel verlangen
Wenn wir mit dem Zusammenwachsen heut' anfangen
Verwerft mit aller Macht den unerfüllbaren Traum
Denn ein Pfarrer wächst halt net auf einem Baum
Vielleicht verhilft uns einer von den Herbertshofner Kids
Dann kimmts bei uns recht bald zu einer Primiz
Doch z'erst heiß es a Paket zu schnüren
Und die Pfarreiengemeinschaft zusammenführen
Des war'n meine Wort, ganz frank und frei
A guats „Neues Jahr“ wünschen der Mesner zwei