Die Pfarrherren von St. Martin und St. Clemens

von Klaus Meder

Die Filialkirche in Herbertshofen ist mit den dort angesiedelten Pfarreiangehörigen von der Ehekirch und zeitweise umständehalber wohl auch von Biberbach aus seelsorgerisch betreut worden.

Die folgende Aufzählung stützt sich für die Jahre vor 1652 auf die Arbeiten Rupp/Rixner, zuverlässig dürften sie entsprechend der Aufzeichnungen Rixner ab da (Pfarrer Wiedemann) sein.

Kirchenzug mit Pfarrer Gehring 1951

Johann Heiss, 1533-1535

Johann Leutenmeier, 1535-1539

Michael Blest, 1539-1569

Christoph Stumpf, 1569-1576

Dionysius Rees, 1576-1579

Jeremias Vogel, 1579-1583

Adam Meier, 1583-1591

Johann Baptist Stotzinger, 1591-1600

Leonhard Merz, geboren 1576 in Wertingen, 1600-1602, anschließend in Bliensbach, starb 1605

Matthias Merz, 1602-1618

Melchior Rader, geboren 1589, 1618-1627

Jakob Schill, 1627-1636

Jakob Press, geboren 1605 in Biberbach, 1630-1633, starb 1691 in Welden

Ulrich Zusamschneider, 1633-1636, seit 1621 Pfarrer in Biberbach, hat die Pfarrgemeinde St. Martin bis zu seinem gewaltsamen Tod 1636 mitversorgt

Jakob Press, 1636-1639, hat als Pfarrer in Biberbach Ehekirch mitversorgt

Sebastian Wiedemann aus Wemding, 652-1655, war gleichzeitig Pfarrer in Biberbach

Jacob Theodor Frieauf, geboren 1627 in Neuburg/Do., 1655-1657

Jacob Brüller, 1657, war gleichzeitig Pfarrer und Kämmerer in Biberbach, starb 1657

Leonhard Hodum, geboren 1610, 1658-1659, Pfarrer in Biberbach bis 1661

Albert Cyrollo, 1659-1661

Franz Hoermann aus Augsburg, 1661-1674

Johann Christoph Bayr, geboren 1650 in Ehekirch (?), 1674-1686, dann Pfarrer in Genderkingen, wo er als Dekan 1723 verstarb

Martin Hipsch, geboren 1646 in Schrobenhausen, kam aus Genderkingen, 1686-1691, ging nach Langenreichen und starb dort 1692

Leonhard Seitz, 1691-1693

Johann Sutor aus Leitershofen, 1693-1699, starb 1715

Joseph Anton à Michieli aus Feldkirch, 1699-1735

Aegid Fischer, geboren 1698 in Friedberg b. Augsburg, 1735-1753, ging nach Unteregg, wo er 1764 verstarb.

Franz Anton Asam (1753-1760), geboren 1707 in Friedberg, gestorben am 5. 4. 1763 in Langweid

Clemens im Chorauszug

Pfarrer Asam kam im Mai 1753 von Münster zur Ehekirch, konnte also den Abbruch der alten St. Clemenskirche und das Aufrichten des neuen Gotteshauses begleiten. In seine Amtszeit fällt der Einbau der noch von Dossenberger geschaffenen „prächtigen Kanzel“ (Dehio/Gall) 1754/55, der Kauf einer im Chorauszug angebrachten Bildhauerarbeit des Hl. Clemens 1756, weiters die Beauftragung des Kirchenmalers Enderle mit der Anfertigung der durch eine Spende ermöglichten Apostelbilder (1757) und schließlich als Großereignis die Einweihung der Kirche durch den Weihbischof Franz Xaver Reichsfreiherr von Adelmann zu Adelmannsfelden am 7. August 1758.

Abb. 6: St.Clemens im Chorauszug

Johann Baptist Höchenberger (1760 – 1772), geboren 1718 in Vöhringen, gestorben am 30. 12. 1780 in Göggingen.

Wettersegen

Pfarrer Höchenberger kam von der Pfarrei Sankt Vitus in Langweid. Ihm lag sehr die Ausstattung der Kirche mit Reliquien am Herzen. Unter vielen anderen konnte er einen Kreuzpartikel kaufen, der in der heute noch beim Wettersegen verwendeten kleinen Monstranz enthalten ist.

Abb. 7: Wettersegen mit Kreuzpartikel

Andreas Lattermann (1772-1813), geboren am 26.3.1739 in Frauenzell bei Regensburg, gestorben am 25.5.1813 in Herbertshofen.

Christus an der Geißelsäule

Herausragendes Ereignis in Pfarrer Lattermanns Amtszeit war im Jahr 1783 die Beauftragung Enderles für die Fassung, also die farbige Bemalung und Vergoldung des Hochaltars, der 1761/62 nach seinen Plänen angefertigt worden war. Episodischen Charakter hatte die im letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts und kurz über die Jahrhundertwende hinaus sich entfaltende Wallfahrt zu einem gegeißelten Christus, dessen Abbild in einer Kapelle unweit der Kirche stand.

Abb. 8: Christus an der Geißelsäule

Die um 1803 auf Kurbaiern übergegangene Regierung untersagte das Aufsuchen dieses angeblich wundertätigen Bildnisses und ließ es entfernen.

Johann Baptist Koch (1813-1834), geboren am 28.4.1771 in Rain/L., gestorben am 3.8.1834 in Herbertshofen.
Etwa 620 Seelen zählt die Pfarrgemeinde als Pfarrer Koch von der Pfarrei Asbach/Hamlar hierher kam. Er bemühte sich nachhaltig für den Bau eines Schulhauses, das 1818 ziemlich genau an der Stelle errichtet wurde, an der heute die Totenhalle steht. Pfarrer Koch war von Amts wegen Lokalschulinspektor und deshalb dürfte ihn dieser Bau von vielen Sorgen befreit haben, nicht zuletzt deshalb, weil nun die Schüler nicht mehr in den sehr beengten Verhältnissen des Mesner- und Schullehrerhauses unterrichtet werden mussten. In seine Zeit fällt auch die Vergrößerung der Pfarrei durch die im Jahre 1830 erfolgte Einverleibung eines Teils der Bürger von Meitingen, die bisher zur Westendorfer Pfarrei St. Georg gehörten. Es waren die Meitinger selbst, die dies beantragt hatten und so dem Pfarrer Kurz die nicht ganz leichte Aufgabe stellten, den Hinzukommenden ihrem sozialen Stande gemäß Plätze in den Kirchenbänken zuzuweisen. Insgesamt wurden die Häuser mit den Nummern 13-32, 42 und 46 (Zollhaus) mit den darin wohnenden Familien eingepfarrt. (Für das Zollhaus waren übrigens schon vor der Einpfarrung zwei Plätze in der Pfarrkirche St. Clemens reserviert gewesen.)

Franz Xaver Rixner (1834-1845), geboren am 8.7.1801 in Kriegshaber/ Augsburg, gestorben am 30.5.1851 in Wettenhausen.
Die Pfarrei zählte 1835 insgesamt 814 Angehörige, davon wohnten in Herbertshofen 344, in Meitingen 235 und ebenfalls 235 in Erlingen mit Ehekirchen.

Josef Kurz (1845-1849), geboren am 5.3.1805, gestorben am 8.3.1850 in Stoffen.
Pfarrer Kurz tat viel für die Ausstattung der Kirche: vom Münchener Kunstakademiemaler J. Baptist Müller ließ er Tafelbilder für den Hochaltar und die beiden Seitenaltäre anfertigen. Das Choraltarbild stellte Christus am Kreuz dar und an den Seitenaltären brachte er Gemälde mit den Darstellungen der Heiligen Sebastian und Franz Xaver sowie Maria und Stanislaus Kostka an. Tafelbilder von Franz Xaver und Stanislaus Kostka befinden sich auch heute noch an den Unterseiten der Altaraufsätze, sie stammen aber aus jüngerer Zeit, die beiden oberen Bilder sind inzwischen durch Holzschnitzwerke (siehe bei Paul Metz) ersetzt worden.

Josef Baumüller (1850-1884), geboren am 5.11.1815 in Ried b. Mering, gestorben am 29.2.1885 in Herbertshofen.
Pfarrer Baumüller kam wie Rixner von Münster bei Rain/L in unsere Pfarrei, die inzwischen auf 854 Katholiken angewachsen war. In den ersten Jahren nach Übernahme der Pfarrei organisierte er eine grundlegende, umfassende Kirchenrenovierung, für die er den Augsburger Fassmaler und Vergolder Melchior Thony, und den Historienmaler Liberat Hundertpfund verpflichteten konnte. 1851 sind alle Decken- und Wandgemälde, die 15 Kreuzwegstationen und die 12 Apostelbilder restauriert worden. 1854 ersetzte er die alten Seitenaltäre durch neue, die der Augsburger Kunstschreiner Georg Schwarz im Rokoko-Stil anfertigte. 1859 wurden neue farbig bemalte Glasfenster eingesetzt, die ebenfalls Liberat Hundertpfund gestaltet hatte.

Eine große Plage für die Dorfbewohner waren die verheerenden Hochwasser des Lechs, die den tiefer liegenden östlichen Teil Herbertshofens oft bis über die Sockel der Gebäude unter Wasser setzten und in der Kirche die teils erheblichen Putz- und Gemäldeschäden verursachten. Im September 1851 kam der Lech wieder, der folgende Bericht gibt eindringlich Kenntnis davon:

Augsburger Tagblatt 1851

Abb. 9: Augsburger Tagblatt von 1851

Pankraz Martin (1884-1889), geboren am 8.5.1833 in Lechhausen (Augsburg), gestorben am 17.8.1903 in Geltendorf.

August Kotter (1889-1893), geboren am 26.4.1850 in Neuburg/Do., gestorben am 20.1.1907 in Dinkelscherben.

Eine statistischeAufzeichnung vom Pfarrort Herbertshofen zum 1.1.1892 gibt folgendes wieder:
Herbertshofen hat 72 Häuser, 68 Familien und 320 Seelen,
Erlingen hat 40 Häuser, 40 Familien und 230 Seelen,
Ehekirch hat 2 Häuser, 2 Familien und 30 Seelen,
Meitingen hat 81 Häuser, 85 Familien und 420 Seelen (und eine königliche Bahn- und Postexpedition)

Franz Josef Dillmann (1894-1925), geboren am 9.10.1864 in Schleife b. Bodnegg/Württ., gestorben am 6.9.1945 in Gattau.
Pfarrer Dillmann war Kaplan in der Stadtpfarrei St. Ulrich und Afra in Augsburg und kam von dort nach Herbertshofen. 1808 ließ er den Glockenstuhl, in dem bis dato drei Glocken hingen, erneuern und ihn für vier neue Glocken verstärken. Hergestellt wurden sie von der Gießerei Fr. Hamm in Augsburg.

Der neue Glockenstuhl

Abb. 10: Der neue Glockenstuhl. Links die Stifter, rechts in der Mitte Pfarrer Dillmann.

1909 begann Pfarrer Dillmann mit einer umfassenden Kirchenrenovierung, die nicht nur die Wiederherstellung der Fresken, sondern eine völlige Neugestaltung und Stukkierung der Emporenbrüstungen durch Carl Port aus Augsburg, neue Kirchenbänke und ein neues Orgelgehäuse vom Bildhauer Martin Bigelmair aus Oberhausen (Augsburg) mit neuer Orgel einschloss. Die von Liberat Hundertpfund bemalten Fenster wurden entfernt und durch die jetzigen Butzenscheiben ersetzt.

Rückseite der Kirche innen

Abb. 11: Rückseite der Kirche innen

Max Rietzler (1925-1931), geboren am 22.12.1879 in Apfeltrang, gestorben am 1.3.1962 in Kaufbeuren.
Pfarrer Rietzler sah sich vor die Aufgabe gestellt, die drei Glocken, die während des I. Weltkriegs abgeliefert werden mussten, wieder zu beschaffen. Im Jahre 1926 war es so weit, die Glocken – gefertigt von der Firma Gebr. Radler in Lauingen – wurden von dort über Erlingen zur St. Clemens-Kirche geschafft.

Glockentransport auf Reiner-LKW

Abb. 12: Glockentransport auf Reiner-Fahrzeug

Die Pfarrei war inzwischen weiter angewachsen, und zwar wie folgt: Herbertshofen 405, Erlingen mit Ehekirch 295. Meitngen 505

Luitpold Gehring (1932-1957), geboren am 14.3.1887 in Waldstetten b. Günzburg, gestorben am 11.7.1966 in Landsberg /L.
Schwer trug Pfarrer Gehring an den Beschränkungen, die die Kirchenfeindlichkeitdes Nationalsozialismus während der Jahre 1933 bis 1945 mit sich brachte. Eine Bemerkung aus seinem Schulbericht 1936/37 lässt etwas von seiner Sorge erahnen:„Außerschulische Betreuung der aus der Schule Entlassenen kennt man hier nicht mehr; es ist ja alles in der HJ (Hitlerjugend) bzw. beim BDM (Bund Deutscher Mädchen)“ (Pfarrarchiv 1).
Mit der Erhebung des Benefiziums Meitingen zur selbständigen Pfarrei im Jahre 1941 reduzierte sich die zur Pfarrgemeinde St. Clemens gehörende Zahl der Katholiken beträchtlich, erfuhr aber in den Nachkriegsjahren durch die Ansiedlung vieler Heimatvertriebener wieder eine deutliche Zunahme: So betrug die Zahl der Heimatvertriebenen zum Stichtag 13.9.1950 in Erlingen 243 = 35,9%, in Herbertshofen 244 = 28,6% der Wohnbevölkerung (Pfister/Hagel). Die Bedeutung insbesondere der aus dem Sudetenland vertriebenen Landsleute zeigte sich unter anderem daran, dass die Sudetendeutsche Landsmannschaft am Pfingstsonntag 1949 eine Feldmesse mit Teilnehmern aus ganz Nordschwaben plante. Pfarrer Gehring setzte sich beim Bistum dafür ein, dass die Hl. Messe mit einem gerade in Biberbach aushelfenden Priester aus dem Sudetenland zelebriert werden konnte (Pfarrarchiv 2).

Hier ein Ausschnitt aus dem Bericht der Wertinger Zeitung Nr. 66 vom Mittwoch, dem 8. Juni 1949:

Heimatliebe war stärker – Tausende kamen trotz Regen nach Erlingen
zum Heimatfest der Sudetendeutschen Landsmannschaft für Nordschwaben

Schon am Vormittag fanden sich viele ein.
Der Feldgottesdienst um 10.30 Uhr begann noch
bei hellem Himmel; doch bald öffneten sich
die Wolkenschleußen und unter Donnergrollen spielte
die Musikkapelle Mertingen die Deutsche Messe
von Schubert. Der zelebrierende Heimatpriester,
H.H. Pfarrer Behr aus Biberbach, der die Feld-
messe las, knüpfte in seiner Ansprache, die oft
durch das Trommeln des Regens auf die Hunderte
aufgespannter Regenschirme schwer verständlich
wurde, an unser altes Heimatgebet an. Wir „als
verbannte Kinder Evas“ mögen in Gottes Willen
uns fügen und an die in unserer Heimat so
hoch verehrte Maria denken und zu ihr flehen.
Sie wird auch hier unseren Ruf vernehmen.
Die ganze Hl. Messe hindurch hielten alle trotz strömen-
den Regens aus, damit zeigend, dass die schwer-
geprüften Heimatlosen nichts abhalten kann, ihre
Treue zu Kirche und Gott zu beweisen.

Peter Paul Metz (1957-1984), geboren am 29.6.1915 in Biessenhofen, dort gestorben am 2.3.1995

„Schweren Herzens“ übernahm Pfarrer Metz am 1. November 1957 die Pfarrei mit 2405 Angehörigen und stürzte sich nach eigenem Bekunden (Pfarrarchiv 3) sofort in die Vorbereitungen für eine gründliche Renovierung der Pfarrkirche, die er „recht herunter gekommen und in einem beschämenden Zustand“ vorfand. Die Sanierungsarbeiten umfassten eine komplette Dachdeckung inclusive Kupferdach für den Turm, neuer Außenputz und vieles andere mehr. Im Anschluss daran wurden der Hauptaltar, die Wand- und Deckenmalereien und die Kanzel vom Kirchenmalermeister Georg Hatzelmann aus Augsburg und dem Kunstmaler Ernst Giebel aus Schwabmünchen fachmännisch überarbeitet, so dass 1959 die Kirche außen wie innen in ihrer ursprünglichen Pracht wiederhergestellt war. Als Zeichen guten nachbarschaftlichen Einvernehmens stiftete der Biberbacher Pfarrer Georg Steger aus dem dortigen Fundus zwei Holzplastiken, die die Heiligen Sebastian und Rochus darstellten und auf den beiden Seitenaltären ihren würdigen Platz fanden. Es kamen damit die gleichen Heiligenfiguren in die Kirche, die bereits im Vorgängerbau standen. Ob es sich dabei um jene handelt, die 1692/93 von einem Bildhauer und Maler überarbeitet und beim Abbruch entfernt worden waren, ist eher unwahrscheinlich. Weitere größere Anschaffungen für die Kirche waren 1966 eine neue Orgel, 1968 eine vom Romed Speckbacher d. J. aus Thaur in Tirol geschnitzte Weihnachtskrippe und 1971 schließlich ein neuer Gemeinschaftsaltar.
Mit der Gründung eines Pfarrgemeinderates als Beratungsorgan des Pfarrers bei pastoralen Fragen wurde 1970 ein wichtiger Akzent in der pfarrgemeindlichen Arbeit gesetzt.

beschr

Abb. 13 und 14: Hl. Sebastian und Hl. Rochus

Bernhard Ehler, Dr. theol. (1984-1989), geboren am 29.8.1952 in Augsburg.
Für das Gemeindeleben außerordentlich wichtig war der Bau eines großzügigen Pfarrheimes, das einen Versammlungssaal, verschiedene Sitzungszimmer und eine Hausmeisterwohnung einschloss. Bischof Dr. Josef Stimpfle konnte diese von Pfarrer Ehler mit Eifer vorangetriebene Stätte der Begegnung 1987 seiner Bestimmung übergeben.

Pfarrheim St. Clemens

Abb. 15: Ansicht Pfarrheim

Das große Wandgemälde in der Stirnecke des Pfarrsaales stammt von Pfarrer Sieger Köder aus Rosenberg bei Ellwangen, der mit diesem Bild einen künstlerischen Bezug zum 1. Petrusbrief herzustellen gedachte und damit das Motto vorgeben wollte, unter dem das Haus stehen sollte: Lasst euch als lebendige Steine zu einem geistigen Haus aufbauen!

Ludwig Hihler (1989-2008), geboren am 12. Februar 1935 in Diemantstein.

Pfarrer Hihler kam von der Pfarrei Hiltenfingen, in der er 25 Jahre lang –davon die letzten 19 Jahre als Dekan im Dekanat Schwabmünchen - wirkte. Die Pfarrei St. Clemens erlebte ihn von Anfang an als ideenreichen, agilen und die Botschaft Christi stets überzeugend und immer frohen Herzens verkündenden Seelsorger.

Es war ein rechter Glücksfall, dass er bereits zu Beginn seiner Tätigkeit mit Bernhard Berchtenbreiter den überhaupt ersten in der Pfarrgemeinde zu weihenden Diakon feierlich in sein Amt einführen und damit einen „lebendigen Stein“ (1 Petr 2, 5) einbauen konnte in das „geistige Haus“ seiner Pfarrei.
Ein großes Anliegen Pfarrer Hihlers war die Einbindung der Jugend in den Dienst der Kirche. So kümmerte er sich besonders um seine Ministranten, deren Schar immer größer wurde, nicht zuletzt deshalb, weil er schon 1994 auch Ministrantinnen zum liturgischen Dienst zuließ.1995 endlich erinnerte sich die Pfarrei an ihre Wurzeln: Als schönes Zeichen der Verbundenheit mit der früher oft so genannten Mutterkirche in Ehekirch wurde als Gemeinschaftswerk Erlinger Vereine, Handwerker und vieler Spender eine Dorfkapelle errichtet und in einem feierlichen Weiheakt dem Patron der Urpfarrei Sankt Martin gewidmet.

St.Martinskapelle

Abb. 16: Kapelle Erlingen

Marienstele

2002, anläßlich seines 40-jährigen Priesterjubiläums stiftete Pfarrer Hihler der Pfarrgemeinde eine Stele, die nach seinen Vorstellungen in romanischer Manier gearbeitet Maria mit dem Jesuskind zeigt. Am Weg zur Kirche aufgestellt sollen wir darauf aufmerksam gemacht werden, dass Maria den Weg zu Jesus Christus weist.

Abb. 17: Marienstele

Pfarrer Hihler wurde zum 31. 8. 2008 in den Ruhestand versetzt und versieht seither priesterliche Dienste in der nunmehr gegründeten Pfarreiengemeinschaft Meitingen.

Schrifttums- und Quellenhinweise

  • Georg Dehio/Ernst Gall: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler, Östliches Schwaben, München 1954
  • Doris Pfister/Bernhard Hagel: Vertreibung und neue Heimat, Eine Dokumentation, Augsburg 1995, S. 82
  • Paul Berthold Rupp, Datenbank schwäbischer Personen, Universität Augsburg
  • Franz Xaver Rixner, handschriftliche Aufzeichnungen: Catalogus parochorum loci secundum seriem successionis ab anno 1652, o. J.
  • Pfarrarchiv St. Clemens 1) Schulbericht über 1936/37 vom 15.4.1937
  • 2) Schreiben des Kath. Pfarramtes Herbertshofen vom 26.5.1949 an das Domkapitel des Bistums Augsburg wegen Trinitations-Vollmacht
  • 3) Vermerk von Pfarrer Metz vom 1.10.1958
  • Pfarrkirchenstiftung St. Clemens Herbertshofen-Erlingen (Hrsg.): 250 Jahre/Ein Streifzug durch die Geschichte der Pfarrei St. Clemens Herbertshofen-Erlingen, 2008, mit weiteren Quellennachweisen

Die fotographischen Arbeiten besorgte Heinz Kraus. Die Abb. 10 stellte Frau Martha Deller und die Abb. 12 Hermann Schilling dankenswerter Weise zur Verfügung. Die Geschäftsstelle der Wertinger Zeitung erlaubte die Benutzung ihres Zeitungsarchivs.