Sebastianskapelle

Die unter Denkmalschutz stehende Sebastianskapelle wurde 1766 erbaut. Um das Projekt zu verwirklichen, mußten Batzenhofen, Rettenbergen und Holzhausen unter anderem Frondienste leisten. Heute schmiegt sich die von Maurermeister Pontian Hübler aus Aystetten und Zimmerermeister Bartholomäus Schnitzler aus Batzenhofen errichtete Kapelle fast an die Südseite der 1887 errichteten Friedhofsmauer an. Das Kirchlein trug früher den Namen St. Johanneskapelle. Es besitzt einen barocken Altar mit einer Statue des "Pestheiligen" Sebastian. So erklärt sich wohl die Namensänderung über ein Pestgelübde. Wertvoll ist ein Flachrelief in Solnhofer Stein "Verkündigung Mariens" aus dem Jahre 1504; erwähnenswert eine vier Fuß hohe Statue des hl. Stephan, des ersten Märtyrers. Der am Sebastianstag in der schlichten Dorfkapelle abgehaltene Gottesdienst war früher mit einer Pferdebenediktion verbunden; hierfür leisteten die Bauern eine Getreideabgabe, den sogenannten Sebastiansroggen. Am Palmsonntag wurden hier noch in den 60er Jahren die Palmbuschen geweiht und dann in feierlicher Prozession zur Kirche getragen. Dieser Brauch file dem zunehmenden Autoverkehr zum Opfer. Wer weiß, vielleicht ist nach Fertigstellung der geplanten Ortsumgehung eine Wiederbelebung möglich? 1999 wurde die Kapelle zuletzt renoviert, wobei der gesamte Außenputz erneuert wurde. Um die Sebastianskapelle rankt sich folgende Sage: Das Kirchlein sollte ursprünglich am höchsten Punkt des Ortes, am ehemaligen Thing-Platz bei der mächtigen alten Eiche errichtet werden. Doch Nacht für Nacht wanderte das dorthin gebrachte Baumaterial von Geisterhand an die Stelle, wo heute die Kapelle steht. Der Name "Kirchberg" für den ursprünglich vorgesehenen Bauplatz hat sich jedoch bis heute erhalten und sorgt bei Ortsunkundigen immer wieder für Verwirrung.

Text: F.-X. Köhler