Pfarrkirche St. Nikolaus

Ab dem Jahre1000 herrschen die Marschälle von Oberndorf. Hierauf verweisen ein Stein eingelassen in die östliche Mauer hinter dem Hochaltar mit dem Marschallwappen (3 übereinander stehende Festungsmauern mit Zinnen) aus dem Jahr 1444, sowie eine Grabplatte eingelassen im Fußboden im Aufgang der Empore mit der Inschrift der Frau Dorothea, Marschalkin von Oberndorf, geb. Penneberg + 05.12.1476.

1093 erste urkundliche Erwähnung von Oberndorf, vermutlich besteht eine erste Kirche aus Holz. Bereits um 1170 wird in Oberndorf eine „ecclesia“ (Pfarrkirche) erwähnt.

1533 Verkauf von Oberndorf, Eggelstetten und Flein an das Geschlecht der Fugger. Anton Fugger, ein Neffe Jakobs des Reichen, der kinderlos gestorben war, gab es eine Kaufabrede zwischen Marschall Wolfgang und Anton Fugger im Einvernehmen mit seinem Bruder Raymund und im Juni wurde der Kauf auch abgeschlossen. Hier sind noch ausführliche Kaufbriefe vorhanden.

Aus der Zeit von Markus Fugger (1529-1579) ist bekannt, dass im Ort eine neue Kirche mit drei Altären erbaut wurde, die aber durch den Schwedeneinfall im 30-jährigen Krieg weitgehend zerstört wurde. Jedoch fand ab dem Jahr 1606 wieder ein Neubau der Kirche statt, als auch der Kirchensatz übernommen wurde, das belegen mehrere Einträge bei Visitationen in den Kirchenbüchern.

1773-1775 Erbauung der jetzigen Pfarrkirche nach den Plänen von Stiftsbaumeister Joseph Dossenberger d. J. (1721-1785) aus Wettenhausen. Das alte Langhaus wurde abgerissen, neu errichtet und auch vergrößert, nur das Presbyterium blieb erhalten. Das Langhaus wurde um die heutige Empore verlängert und um drei Schuh, das heißt nicht ganz 1 Meter höher als die vorherige Kirche.

Das heutige Gotteshaus ist ein Neubau auf dem teilweise noch erhaltenen alten Presbyterium und Turm. Es wurde am 26. August 1781 durch den Weihbischof von Augsburg, Johann Nepomuk August Freiherr von Ungelter geweiht. Der helle, farbenfrohe Spätrokoko-Saal „lobt Gott in Stein, Stuck und Malerei“. Der Hochaltar ist dem Kirchenpatron, dem Heiligen Nikolaus, gewidmet. Zur linken stehen St. Josef und zur rechten St. Joachim.

Der Hauptaltar stammt aus dem Jahr 1781 von Johann Michael Fischer und das Altarblatt wurde von Maler Josef Leitkrath (1738-1811) geschaffen. Leitkrath ließ sich nach seiner Ausbildung in Buchloe und Augsburg, 1756 in Donauwörth nieder.

Der Auszug trägt ein Bild des heiligen Erzengels Michael, des Patrons der „Hochwürdigsten Gutsbruderschaft“.

Fürstbischöfliches Wappen von Graf Ignaz Fugger-Glött,

Fürstbischof von Regensburg, Probst von Ellwangen

Verantwortlicher Priester während der Entstehung unserer Pfarrkirche, so wie sie heute ist, war damals Geistlicher Rat Franz Anton Brugger (1721-1807). Er zog mit dem Fürstbischof von Regensburg ernannten Probst von Ellwangen, Graf Anton Ignaz Fugger-Glött, dorthin als bischöflicher Sekretär und verblieb in Regensburg bis zu dessen Tode 1787. Erst jetzt bezog er seine Pfarrei in Oberndorf persönlich, obwohl diese ihm bereits schon vor 15 Jahren verliehen worden war. Während seiner Abwesenheit war ein ständiger Vertreter als Vikar hier, der mit dem Kaplan die Seelsorge in Oberndorf versah. An hohen Feiertagen kam Brugger selber hierher. Sein Werk ist vor allem die Erbauung unserer jetzigen Pfarrkirche, wozu er selbst beisteuerte, wie er auch für den Pfarrhof eine große Schuldenlast hatte übernehmen müssen. Durch seine Vermittlung steuerte auch der Fürstbischof von Regensburg, Beiträge zu unserer Pfarrkirche bei, deshalb befindet sich sein Wappen über dem Hochaltar. 1807 gab er die Pfarrei in Oberndorf auf und zog zu seinem Neffen, dem Herrschaftspfleger von Barbing bei Regensburg und starb auch dort noch im selben Jahr.

St. Josef

Altarbild St. Nikolaus

St. Joachim

Der Tabernakel, als Zentrum zur Aufbewahrung des Allerheiligsten Altarsakraments, gilt als Anziehungspunkt und unterstreicht die Gegenwart Jesu im Altarraum.

Tabernakel

 

Den Marienaltar von 1776 mit einer Strahlenmadonna im Zentrum, zieren die PestheiligenSt. Sebastian (links) und St. Rochus (rechts). Die ursprüngliche Madonna wurde von H. H. GR Josef Waldmann an den damaligen Marianhiller Missionar Pater Frey, ein Oberndorfer tätig in der Mission in Afrika verschenkt.  

 

Marienaltar

Strahlenmadonna

 

Der rechte Seitenaltar, der Franziskusaltar aus dem 16. Jahrhundert ist eine Besonderheit, dieser stammt wohl noch aus der Vorgängerkirche. Der oder die Künstler sind unbekannt. Es besteht jedoch die Vermutung (Prof. Lill, Nationalmuseum München), dass dieser Altar vom Augsburger Meister Hans Kels (Vater u. Sohn) mit den 30 Reliefs geschaffen wurde. Diese Bildauszüge stellen das gesamte Leben und Wirken Jesu von der Geburt bis zu seinem Tode, Himmelfahrt bis zum Jüngsten Tag dar.

In der Mitte dieser Bilder ist die „Stigmatisierung des Hl. Franz von Assisi“ zu sehen, dies dürfte ca. 100 Jahre später eingesetzt worden sein. Hier könnte vorher der "geschnitzte Ölberg", welcher in der Fastenzeit auf dem Seitenaltar aufgestellt wird, platziert gewesen sein.

Im Auszug befindet sich ein Bildnis des Glaubensboten in Indien und Ostasien, dem Ordensprovinzial dem Hl. Franz Xaver (1506-1552). Franz ist einer der größten christlichen Missionare gewesen, der Bahnbrecher der neuzeitlichen Mission überhaupt.

30 Reliefs aus dem Leben und Wirken Jesu

Altarausschnitt "Stigmatisierung Franz von Assisi" (1181-1226

Stigmatisierung des Hl. Franziskus malerisch verdeutlicht durch das Kostbare Blut Jesu, das verbunden ist mit den Wundmalen Jesu am Kreuz und den Händen des Hl. Franziskus.

 

  

Im Chor wird die Gutsbruderschaft (gestiftet von GR Anton Brugger 1776) gewürdigt, im Langhaus sieht man die Wahl und Verherrlichung des Hl. Nikolaus, des Helfers für Notleidende, Kranke und Sterbende, des Seefahrer-Patrons, des Schirmherrn der Kirche und des Fürbitters der Oberndorfer. Der Stuck ist Wessobrunner Art und typisch für das späte Rokoko, aber leider ist der Künstler nicht bekannt. 

Die Fresken stammen von Joseph Leitkrath.

Am linken Bildrand, ist der GR Anton Brugger im Chorrock abgebildet.

Einigen Mitgliedern der Patronatsfamilie Fugger von Glött sind die schönen farbenprächtigen Kirchenfenster (ca. 1900) gewidmet.

Hl. Maria

Hl. Aloisius

Hl. Anna

Hl. Carolus

Hl. Elisabeth

Hl. Ernest

Hl. Fidelis

Hl. Franziska

Hl. Josef

Hl. Theresia

Quellen: Oberndorfer Heimatbuch