Pfarrkirche St. Martin Missen

1275 wird Missen erstmals erwähnt.

Im 15. Jahrhundert wurde die Kirche mit dem Westturm errichtet. 1560 wurde der Turmhelm aufgesetzt. Im 18. Jahrhundert wurden die Fenster vergrößert und die Kirche leicht umgebaut.

Ab 1819 erneut Umbaumaßnahmen mit neuem Deckengewölbe und einer zweiten Empore. V.a. der Missener Kirchenschreiner Petrich war maßgeblich beteiligt.

Eine Sakramentsnische um 1500 sowie zwei Freskenreste aus dieser Zeit zeugen von der einst kunstvoll gestalteten Pfarrkirche.

Der Taufstein stammt aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert.

Südlich der Kirche ist ein Ölberg aus dem 16. Jahrhundert mit Figuren gegen 1800.

 

Besonders bemerkenswert ist, dass die Frauen auf der rechten Seite sitzen, die Männer jedoch links zu sitzen haben (vom Portal aus betrachtet). Während des Dreißigjährigen Krieges hatten die Männer Dienst an den Waffen. Die Frauen des Dorfes hingegen verteidigten Missen gegen die herannahenden Schweden. Als sichtbaren Dank hierfür wurden ihnen das Privileg eingeräumt, künftig auf der Männerseite sitzen zu dürfen.

 

Die Pfarrei besteht neben dem Hauptort Missen aus den Orten/Siedlungen Aigis, Berg, Bei der Schmiede, Börlas, Geratsried, Stixner, Unterwilhams, Wiederhofen und Wilhams sowie einigen Aussiedlerhöfen.

 

Von der Pfarrei werden auch folgende Kapellen genutzt, welche aber der Kommune Missen-Wilhams gehören:

 

Aigis - St. Sebastian

Die Kapelle ist Anfang des 18. Jahrhunderst belegt. 1766 Neubau ohne Genehmigung der Herrschaft Hohenegg. Abriss nur durch Bittschrift an Kaiserin Maria Theresia abgewendet.

 

Börlas - St. Wendelin

1705 Neubau der Kapelle. 1902 wird sie erneuert, 1958 renoviert.

 

Geratsried - Maria Königin

Erbaut im 17./18. Jahrhundert. 1937 nach Westen verlängert. 1985 Neubau.

Der Altar aus dem Jahr 1465 stammt aus der aufgelassenen Wolfgangskapelle in Missen.

 

Wiederhofen - St. Afra

Eigentlich St. Ulrich und Afra. Wohl 1721 errichtet. Renovierung und Neuausmalung um 1860. Dachreiter im 19. Jahrhundert angebracht.

 

Wilhams - St. Josef

Mitte des 17. Jahrhunderts erbaut. Renovierungen 1871 und 1962.

 

 

Die Kapelle des Kaplaneibenefiziums St. Wolfgang wurde 1970 abgerissen.

1465 war sie gestiftet worden. 1504 wird eine Messstiftung bestätigt und eine Kaplaneibenefiziumspfründestiftung errichtet. Der Stelleninhaber ist zugleich dem Ortspfarrer als Manualkaplan unterstellt.

 

Die Emma-Kapelle in Wiederhofen ist in Privatbvesitz und wird pfarrlich nicht genutzt.

 

Südöstlich von Missen gelegen ist die Pfarralpe, die zur Pfarrpfründe gehört. In gut einer Stunde ist man oben und wird mit dem einzigartigen Blick über das Missener Tal und einer Brotzeit (von Mai bis Anfang Oktober) belohnt. Ein wenig weiter ist dann der Seeblick, von dem aus man einen wunderschönen Blick auf den großen Alpsee hat.