Pfarrkirche St. Mauritius Stein

Stein wird urkundlich erstmals 1275 erwähnt. 1353 haben die Herren von Laubenberg das Patronatsrecht.

Wohl im 12. Jahrhundert hatten die Bischöfe von Augsburg die Burg Laubenbergstein errichtet und mit einem Ministerialen ausgestattet. Die Laubenberger waren zunächst Dienstleute des Hochstiftes Augsburg.

Der Turm dürfte ein ehemaliger Wehr- und Beobachtungsturm gewesen sein, an welchen eine gotische Kirche angebaut wurde.

Urspünglich war die Pfarrkirche dem Hl. Mauritius und dem Hl. Georg geweiht.

1450 wird die Marienkapelle als Grablege der Laubenberger an der Südseite angebaut.

1689/90 Erneuerung des Turmgiebels.

1725/26 Umbau der Marienkapelle. Durchbrechen der Trennmauer Schiff-Kapelle.

1773/74 Umbau des Langhauses.

1863 Neubau des westlichen Vorzeichens.

1880 Erweiterung der Gruft.

1939/1948/49 und 1954 Innenrenovierung. 1951 und 1982 Außenrenovierung.

2005 neue Orgel aus der Orgelbauwerkstätte Siegfried Schmid in Knottenried.

Der Taufstein stammt aus dem Jahr 1475.

Einige Grabmäler und Totenschilder erinnern an die Laubenberger.

Die Pfarrei besteht neben dem Hauptort Stein aus den Orten Bräunlings, Flecken, Gnadenberg, Obereinharz, Seifen und Untereinharz sowie einigen Aussiedlerhöfen. Auch die Siedlung an der Unteren Zollbrücke bis hin zum Kästobel ist noch Pfarrgebiet Stein. Die Ortschaften Ober- und Untergießen, Untere Wacht und Untere Schwand existieren nicht mehr. Der Ortsteil Bichl ist bereits mit dem Dorfkern verschmolzen

Zur Pfarrei gehören auch einige Kapellen:

Einharz - Mariä Namen

Die aus dem 18. Jahrhundert stammende Kapelle wurde 1949 abgerissen und im selben Jahr wieder aufgebaut. Ein erneuter Neubau war 1960.

Bräunlings - St. Anna

Im 18. Jahrhundert errichtet, wurde 1884 neu gebaut. 1910/11 Erweiterung um ein kleines Querhaus und einen neuen Chor. Ausmalung 1929.

Seifen - Zum Gegeißelten Heiland

Im Volksmund wird die Kapelle oft auch als "Kerkerkapelle" bzeichnet, weil sie den Heiland zeigt, wie er nach Geißelung und Dornenkrönung im Kerker des Statthalterpalastes von Jersualem auf seine Verurteilung wartet, während Pontius Pilatus mit dem Volk und den Hohenpriester spricht.

Der Altar der Kapelle galt als "Freiung" für Verfolgte bzw. Straftäter bis sie von den Herren von Werdenstein in Gewahrsam genommen wurden. Freiung bedeutet: Wer es schaffte, den Altar zu berühren, ohne dass er vorher festgenommen wurde, dem durfte keiner etwas zuleide tun oder ihn bestrafen/töten, bis die zuständige Obrigkeit eintraf.

1834 brennt die sehr alte Wegkapelle gegenüber der Wirtschaft ab. 1835 wird sie etwas in größerer Entfernung von der Straße neu errichtet. 1960 große Renovierung. Durch das Pfingsthochwasser 1999 sehr beschädigt, wird die Kapelle im selben Jahr wieder hergerichtet.

Gnadenberg -St.Antonius

1988 wurde die kleine Kapelle errichtet, nachdem sie zuvor in Gießen (bei Immenstadt) gestanden hatte, welches in den 1970ern zugunsten des Boschwerkes Seifen abgebrochen wurde.

Im AWO-Seniorenheim am Kalvarienberg befindet sich ein Gebetsraum.

Die Kapelle in der ehem. Burg Laubenbergstein existiert nicht mehr.